Auch wir waren Ende Juli bei der Demo der LSV Hessen zur Abschaffung von Hausaufgaben.Nicht nur die Landesschülervertretung Hessen, sondern auch wir, fordern die Abschaffung von Hausaufgaben, weil:

  • Bildungschancen hängen stark vom Elternhaus ab:
    Studien haben ergeben, dass der Schulabschluss in Deutschland besonders stark, davon abhängt ob die Eltern studiert haben oder nicht. Ein Kind von Eltern, die nicht studiert haben, muss mehr leisten, um eine Empfehlung für das Gymnasium zu bekommen, als ein Kind von Studierten. Das hat unter anderem damit zu tun, wie gesprochen wird. Gehobene Sprache wird in der Schule gefordert, aber nicht dort gelernt, sondern vorausgesetzt. Durch Hausaufgaben wird die Bildungsungerechtigkeit verschärft. Denn wer sich Nachhilfe leisten kann, wer eine gute Lernumgebung (z.B. ein eigenes Zimmer) zu Hause hat und wo die Eltern nicht den ganzen Tag arbeiten müssen, sondern bei den Hausaufgaben helfen können, bei dem sieht es besser aus als bei anderen. Gerechter wäre es, wenn Hausaufgaben in den Schulalltag bei guter Lernumgebung und (auf Wunsch) Betreuung integriert wäre.
  • Leistungsdruck, Burn-Out und Suizid-Gedanken unter Jugendlichen nehmen zu:
    Viele SchülerInnen sitzen nach dem Schulunterricht viele Stunden an den Hausaufgaben. Trotz gesetzlich zugesichertem Recht auf Freizeit, ist für viele Schüler kein Platz mehr im Alltag für Hobbies, Freunde und Chillen. Dadurch wird auch politischem Engagement von SchülerInnen entgegenwirkt. Auf 60 SchülerInnen kommt laut Schätzungen einE SchülerIn mit Burn-Out. Folgendes hängt zwar nicht nur mit Schulstress zusammen, aber auch: Die Selbstmordrate unter Jugendlichen steigt.
  • Hausaufgaben sind nicht sinnvoll:
    In einem Schweizer Kanton wurde getestet, wie ein Schulalltag ohne Hausaufgaben funktioniert. Die SchülerInnen ohne Hausaufgaben, waren vom Lernstoff genauso weit wie die gleichaltrigen SchülerInnen mit Hausaufgaben, und hatten zudem noch eine viel positivere Einstellung zu Schule und waren motivierter.

 

Deswegen schließen wir uns folgenden Forderungen der Landesschülervertretung an:

  • Individuelle, betreute Lernstunden in den Schulalltag integriert statt Hausaufgaben!
  • Weniger Lernstoff in mehr Zeit!

Wir ,die SDAJ, wollen eine Schule in der gemeinsam gelernt wird und man dazu befähigt wird, die Welt zu erkennen, zu verändern und für seine Interessen zu lernen, statt nur für Prüfungen, Noten und Arbeitsmarkt.