Am Samstag, den 22.04., wollten Faschisten von NPD, DIE RECHTE, Identitäre Aktion und Co. einen Aufmarsch durch unsere Nachbarstadt Wetzlar starten. Doch den Nazis wurde durch Massenblockaden ein dicker Strich durch die Rechnung gemacht – von ihrer geplanten, 5 km langen Route, konnten sie nur etwa 50 Meter laufen. Dann wurden sie durch Gegendemonstranten quasi eingekesselt und durften am Abend sichtlich frustriertmit dem Zug abreisen. Wir waren im Rahmen des „Jugendbündnis Wetzlar gegen rechts!“ am Start und haben den Faschos deutlich gezeigt, dass ihnen nicht die Strasse gehört.


Hier unser Redebeitrag:

Liebe Freundinnen und Freunde!

Wir freuen uns, dass auch in diesem Jahr wieder so viele Menschen auf die Straße gegangen sind, um sich gemeinsam den Faschisten in den Weg zu stellen!

Und das ist leider auch bitter nötig. Die beiden letzten Naziaufmärsche in Wetzlar zeigen das ganz deutlich. 2015 und 2016 marschierten jeweils über 100 gewaltbereite Faschos durch die Stadt und verbreiteten ihre menschenverachtende Ideologie. Während Nazis von NPD, „Identitäre Aktion“, „DIE RECHTE“ und Co. Parolen wie „Ali, Memmet, Mustafa – geht zurück nach Ankara“ oder „Nationaler Sozialismus – Jetzt!“ brüllten, hatte die Polizei offenbar nichts besseres zu tun, als den Faschisten den Weg freizuprügeln.

Doch die beiden besagten Naziaufmärsche sind nur die Spitze des Eisbergs. Aktuell plant die NPD die Eröffnung eines sogenannten „Bürgerbüros“ in der Altstadt. Dort soll außerdem ein Nazi-Wohnprojekt mit insgesamt 9 Wohnungen entstehen.

Erst diesen Donnerstag versuchte eine Gruppe Faschisten ein Treffen des „Jugendbündnis Wetzlar gegen rechts“ zu überfallen, zum Glück erfolglos.

Wir als Schülerinnen und Schüler, Studierende, junge Arbeiterinnen und Arbeiter erleben täglich die tiefe soziale Spaltung in diesem Land, die zunehmend unsicheren Jobs gerade für junge Menschen. Diese Ergebnisse der herrschenden Politik öffnen Tür und Tor für rassistische Erlärungsmuster. Daher ist es nicht genug, sich nur moralisch gegen Rassismus und Nazis auszusprechen. Sind denn etwa der zunehmende Rassismus und faschistische Mobilisierungen losgelöst von der sozialen Frage zu betrachten? Wir sagen ganz klar: Wenn die Rente gekürzt wird, immer mehr unsichere Beschäftiungsverhältnisse die Regel sind und es zu wenig bezahlbaren Wohnraum gibt, dann ist das nicht die Schuld der Geflüchteten und Muslime! Wenn immer mehr Geld für die Kriegseinsätze im Interesse der deutschen Banken und Konzerne ausgegeben wird, während unsere Schulen und Unis vergammeln, dann ist das die bewusste Entscheidung dieses Staates gegen unsere Interessen!

Über 70 Jahre nach der Befreiung vom deutschen Faschismus führt Deutschland wieder Kriege und Faschisten verbreiten ihren Terror auf der Strasse! Spätestens seit dem NSU sind die Verstrickungen von Staat und Faschisten offensichtlich geworden. Der gleiche Verfassungsschutz, der terroristische Nazistrukturen deckt, hat schon diese Woche einen Gießener Antifaschisten belästigt, um Informationen über den heutigen, legitimen Protest gegen Nazis zu gewinnen. Das zeigt uns auf jeden Fall, dass wir den Widerstand gegen Rassismus und Faschismus selbst organisieren müssen und uns dabei auf keinem Fall auf diesen Staat verlassen können. Im Gegenteil, dieser Kampf kann nur gegen den kapitalistischen Staat geführt werden.

Denn von diesem Staat können wir nichts erwarten als Kriminalisierung und Repression als Antwort auf unseren Protest.

Wir stehen als kommunistischen Jugendverband für Solidarität, den Kampf für die gemeinsamen Interessen aller hier Lebenden und die Perspektiven auf eine bessere Gesellschaft.

Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!