Hier geht es nach Marburg-Gießen!

 


Gruppenabend:

jeden Dienstag, 19 Uhr in Gießen, Ort auf Anfrage

Kontakt:
sdaj-giessenmarburg@gmx.de




Internationaler Frauentag 2012
Die SDAJ Giessen-Marburg unterstützte am diesjährigen Frauentag eine Aktion der DKP Marburg vor dem Uniklinikum Marburg: Zusammen verteilten wir morgens um halb 6 zum Schichtbeginn an Frauen Nelken und Flugblätter, indem die kürzlich von der Rhön-AG beschlossene Streichung von hunderten Stellen im Klinikum verurteilt und zum Kampf dagegen aufgerufen wurde.
Das Flugblatt zum Nachlesen findet sich hier:

http://www.marburger-echo.de/fileadmin/download/DKP-Flugblatt_8_M_rz_2012.pdf

Zum historischen Hintergrund des Frauentages:

Der erste Internationale Frauentag wurde auf Vorschlag der Kommunistin Clara Zetkin (im Bild aus dem Jahr 1930) im Jahr 1911 begangen. Dabei ging es in erster Linie darum, für das Frauenwahlrecht zu agitieren. Zunächst gab es nur Kundgebungen in Dänemark, Deutschland, Österreich, Schweiz und den USA, in den Folgejahren schlossen sich weitere Bewegungen in anderen Ländern an, um neben dem Wahlrecht auch Mutterschutz und menschenfreundliche Arbeitszeiten einzufordern.
Die Themen, die im Fokus standen wechselten im Lauf der Jahre, der Tag war auch geprägt von den Auseinandersetzungen der Weimarer Republik und der drohenden Faschismusgefahr.
Im Nationalsozialismus wurde der Internationale Frauentag aufgrund seiner sozialistischen Ursprünge verboten, stattdessen wurde der Muttertag forciert und zum Feiertag erklärt.
Nach 1945 geriet der Frauentag in Westdeutschland in Vergessenheit, während er in der DDR zum gesetzlichen Feiertag erklärt wurde (mehr zum Thema Emanzipation der Frau in der DDR: http://www.marburger-echo.de/fileadmin/download/Emanzipation_der_Frau_in_der_DDR.pdf ).

Erst mit der Frauenbewegung der 1960er Jahre rückte der Frauentag wieder ins westdeutsche Bewusstsein, 1977 wurde der 8. März von der UN als Internationaler Frauentag anerkannt.
Seit Mitte der 1990er Jahre erreicht der Tag wieder eine Art Comeback und es gibt bundesweit viele Veranstaltungen, die von verschiedensten AkteurInnen organisiert werden.
Im Zentrum der Debatte zum 8. März diesen Jahres stehen die Geschlechterquote in Vorständen und Aufsichtsräten und die prekären Arbeitsbedingungen – vor allem von Frauen – im Niedriglohnbereich.

Erklärung der Gewerkschaften zum Internationalen Frauentag 2012:
http://www.dgb.de/presse/++co++bf800b86-6847-11e1-672f-00188b4dc422

Erklärung des SDAJ-Bundesverbandes:
http://www.marburger-echo.de/fileadmin/download/_cid_BD20BD97-F39F-4380-8711-D52524E86AE3.jpg


Tag der Selbstbefreiung in Buchenwald
“Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.
Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.”
(Schwur der Lagerhäftlinge des KZ Buchenwalds nach ihrer Selbstbefreiung im April 1945)

Bereits 1943 war der Widerstand der KZ-Häftlinge gegen die Barbarei der SS so stark geworden, dass sich Strukturen entwickeln konnten. Im Juli 1943 wurde das “Internationale Lagerkomitee Buchenwald” unter der Leitung Walter Bartels (KPD-Mitglied und politischer Häftling). Dieses ILK wurde zum Zentrum des Widerstandes und organisierte Aktionen gegen die Nazis, die Rettung so mancher Kinder vor der Ermordung (1).
Diese Strukturen des Widerstandes wurden weiter verfestigt. 1944 wurde ein deutsches Volksfrontkomitee geschaffen, in der Sozialdemokraten, Christen und Kommunisten gemeinsam kämpften und Widerstand gegen ihre Unterdrücker organisierten.

Als Mitte April der Vormarsch der alliierten Armeen nicht aufgehalten werden konnte und sich eine Befreiung durch die US-Armee abzeichnete, wurden die Organisationsstrukturen der Nazis entscheidend geschwächt, sodass das geänderte Kräfteverhältnis ausgereicht hat, am 19.April einen von den Widerstandsorganisationen erfolgreichen Aufstand zu intiieren und das KZ bereits vor der Ankunft der US-Soldaten zu befreien.

Der Jahrestag der Selbstbefreiung jährt sich nun zum 67.mal. Die SDAJ Giessen-Marburg fährt am 15.April nach Buchenwald und unterstützt die geplanten Gedenkaktionen! Alle, die Interesse haben und mit uns nach Buchenwald fahren möchten, können sich unter sdaj-giessenmarburg@gmx.de bei uns melden.

Warum es auch heute wichtig ist, die Erinnerung über das schlimmste Kapitel deutscher Geschichte wach zu halten und dass der Schwur der Häftlinge von Buchenwald noch immer nicht erfüllt ist, wenn faschistische Parteien ihre rassistischen Ideologien ungestraft verbreiten und faschistische Mörder über Jahre hinweg Terroranschläge gegen ausländische Mitbürger vollüben können, zeigt folgender Beitrag unseres Bundesvorsitzenden Björn Schmidt:
http://www.sdaj-netz.de/2012/02/verfassungsschutz-aufloesen-npd-verbieten/

1:
http://de.wikipedia.org/wiki/Widerstand_im_KZ_Buchenwald#Durch_illegales_Lagerkomitee_gerettete_Kinder

Aufruf zum Gedenktag:
http://www.marburger-echo.de/fileadmin/download/Buchenwald_-_Aufruf_zum_Gedenktag_2012.pdf


SDAJ fordert die sofortige Abschaffung der Kopierkosten!

Nach eifriger Zusammenarbeit und gemeinsamer Abstimmung darf die SDAJ-Gruppe Gießen/Marburg nun ihren selbsterstellten Flyer gegen die Erhebung von Kopierkosten an Schulen vorstellen:

hier zum download

Freie Bildung bedeutet für uns u.a. die vollständige Lehr- und Lernmittelfreiheit und steht somit im Widerspruch zu der regelmäßigen Erhebung von Kopierkosten zu Ungunsten der Schüler und Eltern.

Der Flyer wird demnächst an verschiedenen Schulen in Gießen und Marburg verteilt werden.



Atomkraft und die Anti-AKW-Bewegung

Wir Genossinnen und Genossen der SDAJ Gießen-Marburg demonstrieren natürlich nicht nur gegen Burschenschaften und Faschisten, wir versuchen auch, regelmäßig Bildungsabende zu veranstalten. Dabei soll unser politisches Bewusstsein im Allgemeinen geschärft und unser marxistisch-leninistisches Verständnis für aktuelle Ereignisse im Besonderen erweitert werden.
Thema des letzten Bildungsabends vom 09.August ´11 war “Atomkraft und die Anti-AKW-Bewegung in Deutschland”. Über die Geschichte der Atomkraft in Deutschland, der mehrmaligen Atomwende der schwarz-gelben Regierung über die Geschichte und Ideologie der deutschen Anti-AKW-Bewegung bis hin zur Rolle der Arbeiterbewegung zu diesem Sachverhalt wurde referiert und debattiert. Ein zusammengefasstes Thesenpapier zu diesem Abend könnt ihr hier nachlesen:

Thesenblatt zu Atomkraft und Anti-AKW-Bewegung



Faschistischer Terror in Norwegen

SDAJ Gießen/Marburg solidarisiert sich mit den Opfern des rechtsextremen Terroranschlages

 

Am 22.Juli 2011 wurde Norwegen und die sozialdemokratischen Genossen/Innen der AUF insbesondere Opfer eines kaltblütigen Terroranschlages. Der Faschist Anders Behring Breivik legte zunächst im Regierungsviertel Oslos eine Bombe, mit dessen Explosion kamen 8 Menschen ums Leben. Anschließend fuhr er auf die Insel Utøya, wo die Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei ein Ferienlager abhielt. Als Polizist getarnt erhielt der Faschist Breivik freien Zugang. Ihm gelang es innerhalb von einer Stunde 68 politisch engagierte Jugendliche einzeln zu erschießen. Die Brutalität des Massakers zeigt sich darin, dass er selbst am Boden liegende Jugendliche per Kopfschuss gezielt hinrichtete. Breivik konnte erst am frühen Abend widerstandslos festgenommen werden.
Bereits im Vorfeld veröffentlichte Breivik ein 1.500seitiges Pamphlet, indem er seine politischen Beweggründe für diesen menschenverachtenden Terroranschlag darlegte: Es geht um einen Rassenkrieg zwischen weißen Europäern und muslimischen Arabern sowie um einen „Kulturkampf“ zwischen Christentum und Marxismus. Sein Terroranschlag richtete sich auf die sozialdemokratische AUF, da sie das Land gezielt überfremden wöllte und konservative Werte verfallen ließe. Die Jugendorganisation wurde Opfer seines mörderischen Handelns, da diese Funktionäre ausbilden ließe, welche die Überfremdung Norwegens abschließen würden.
Breivik hat seine Taten der Polizei bereits gestanden und im Sinne seiner Ideologie für nicht schuldig plädiert.

Die SDAJ Gießen/Marburg trauert um die ermordeten sozialdemokratischen Genossen/Innen und solidarisiert sich mit jeder Organisation, welche Opfer eines faschistischen Terroranschlags wurde.
Dieser Anschlag verstärkt uns in unserer Überzeugung: Der Feind der arbeitenden und lernenden Jugend steht rechts!
Kämpfen wir zusammen für ein Verbot aller faschistischen Organisationen in Deutschland, von NPD über die Kameradschaften bis zu ProNRW! Diese dürfen nicht unter einem demokratischen Deckmäntelchen weiter ihre menschenverachtende Politik betreiben.

Lasst uns gemeinsam mit demokratischen und antifaschistischen Bündnispartnern für die Verwirklichung des Schwures von Buchenwald kämpfen:
“Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.”

 


Entwicklung und Perspektiven der bolivarischen Revolution – Gibt es eine sozialistische Perspektive?

Am 30.Juni 2011 fand im Gießener Café Amélie ein Diskussionsvortrag mit Modaira Rubio Marcano (venezolanische Journalistin und Mitglied der Kommunistischen Partei Venezuelas) über das Thema „Entwicklung und Perspektiven der bolivarischen Revolution – Gibt es eine sozialistische Perspektive?“ statt. Modaira Rubio Marcano (geboren 1973 in Caracas) hat ihr Hochschulstudium mit einer Arbeit zu Geschlechterfragen und Außenpolitik abgeschlossen. Seitdem arbeitet sie als Journalistin überwiegend zu dem Thema Geschlechtergerechtigkeit unter lateinamerikanischen Aspekten. Sie ist Mitglied eines internationalen Journalistennetzwerkes mit Gendervision sowie Mitglied der Frauenbewegung Venezuelas. Für ihre Arbeit als Journalistin arbeitete sie bei verschiedenen Printmedien.
In ihrem Vortrag thematisiert sie die sozialistische Perspektive der bolivarischen Revolution: Angestoßen u.a. durch Hugo Chávez wird v.a. in Venezuela der Sozialismus des 21.Jahrhunderts diskutiert. Und seit dem Beginn der Bolivarischen Revolution hat sich bereits vieles verändert: Umfangreiche Nationalisierungsmaßnahmen in der Wirtschaft, stärkere Einbindung der Bevölkerung in politische Prozesse u.a. durch Consejos Comunales, Programme in den Bereichen Gesundheit und Bildung (Misiones), welche besonders den Armen zugute kommen.

Zahlreiche Genossinnen und Genossen der SDAJ Gießen/Marburg hörten den Votrag von Modaira Rubio Marcano interessiert zu und nutzten die Möglichkeit zur Diskussion mit der Genossin aus der KP Venezuelas.
Modaira Rubio Marcano referierte u.a. über die Änderung der gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse, die Rolle der Kommunistischen Partei Venezuelas im Bolivarischen Prozess, Erfolge, Missstände und Ziele der Bolivarischen Revolution, die Rolle der Frauenbewegung, neue Widersprüche in der Errichtung des Sozialismus sowie über die Bedeutung des kommenden Jahres 2012 für die Revolution. Die thesenartig formulierten Notizen zu diesem Vortrag finden sich hier: http://proletariatundsozialismus.blogspot.com/2011/07/entwicklung-und-perspektiven-der.html



Kein Fußbreit den Faschisten!

Pressemitteilung der SDAJ Marburg- Gießen

Am 16. Juli soll in Gießen ein Nazi-Aufmarsch unter dem Motto „Das System ist am Ende – wir sind die Wende“ stattfinden. Dieser wird organisiert von der hessischen NPD, den Jungen Nationaldemokraten (JN) sowie „freien Kräften“.

Mit Parolen wie „sozial geht nur national“ oder „Arbeitsplätze zuerst für Deutsche“ versuchen Neonazis sich gerade unter Jugendlichen als ihre Interessenvertreter aufzuspielen. Doch weder diese Forderungen noch das gezielte Kopieren antifaschistischer Jugendkultur kann darüber hinwegtäuschen, dass ihre Ziele unvereinbar sind mit den Rechten Jugendlicher auf qualifizierte Bildung, Ausbildung, Arbeit und ein selbstbestimmtes Leben.

Die wahren Interessen der NPD zeigen sich, wenn sie sich in ihrem Aktionsprogramm zur Elitebildung bekennt und verbissen das dreigliedrige Schulsystem verteidigt. Damit steht sie im krassen Gegensatz zu den zehntausenden Schülerinnen und Schülern, die im vergangenen Jahr auch in Gießen für das Recht auf Bildung gestreikt haben.

Vor allem lenkt die Hetze der Neonazis gegen Migranten aber von den wirtschaftlichen Eliten in diesem Land ab, die für Armut, Ausbildungsplatzmangel und Erwerbslosigkeit die Verantwortung tragen: Deutsche(!) Banken und Konzerne, die ihre Profite auf Kosten der Beschäftigten, Erwerbslosen und der Jugend maximiert haben

Wir meinen:

  • In dieser Situation gegen Migranten und andere ausgegrenzte Menschen zu hetzen, heißt: den notwendigen gemeinsamen Widerstand gegen weitere Sozialraubzüge, Lohndrückerei und Arbeitsplatzvernichtung spalten.
  • In dieser Situation Antikommunismus wie z. B. die Gleichsetzung der DDR mit dem Nationalsozialismus voranzutreiben, heißt: den gemeinsamen Kampf gegen Neofaschisten spalten – ihnen also die Arbeit zu erleichtern.
  • In dieser Situation nicht gegen Rassismus, Nationalismus und Antisemitismus auf die Straße zu gehen, heißt: vergessen, dass es die Nazis im letzten Jahrhundert waren, die eine Krise ausnutzten, um die deutsche Bevölkerung in eine barbarische Herrschaft zu führen, die Millionen Menschen in den Vernichtungslagern und auf den Schlachtfeldern das Leben kostete.

Bisher hat die NPD in Gießen erfolglos versucht Fuß zu fassen. Der letzte große Nazi-Aufmarsch in der Stadt konnte im Oktober 1971 verhindert werden. Im nahgelegenen Wetzlar jedoch gelang es 2008 einigen Hundert Neonazis, nahezu ungehindert aufzumarschieren. Es kam zu einer ideologischen und personellen Stärkung neofaschistischer Strukturen in der Region Wetzlar. Die zunehmende Radikalisierung der Faschisten führte letztlich zu einem Brandanschlag auf einen engagierten Antifaschisten.

Um zu verhindern, dass sich faschistische Organisationsstrukturen auch in Gießen etablieren können, beteiligt sich die SDAJ an den gewaltfreien Blockaden im Rahmen des Bündnisses „Gießen bleibt Nazifrei!“. Unser Vorbild ist die gelungene Aktion in Dresden im Februar 2011, bei der durch ein breites Bündnis ein geplanter Nazi-Aufmarsch verhindert werden konnte.

Wir fordern:

  • den Naziaufmarsch in Gießen zu verbieten!
  • die Einhaltung des Potsdamer Abkommens, des Grundgesetzes und der hessischen Landesverfassung: Für ein Verbot aller faschistischen Organisationen und Parteien!

Gemeinsam mit anderen demokratischen Jugendorganisationen und -initiativen werden wir uns den Faschisten entgegenstellen!

Weitere Infos: http://giessenbleibtnazifrei.blogsport.de/



Nein zum Burschenschaftstag in Gießen

Am Wochenende des 17.-19.Junis fand in Gießen der Burschenschaftstag der Neuen Deutschen Burschenschaft (NDB) statt.
Bei der NDB handelt es sich um eine „liberale“ Abspaltung von der Deutschen Burschenschaft (DB) – was nicht heißt, dass die NDB auf Formen des (Geschlechts-)Chauvinismus, Homophobie und Rassismus verzichtet. So vertreten beide Dachverbände eine völkische Ideologie: Um deutsch zu sein, reicht es nicht, die deutsche Staatsbürgerschaft zu besitzen. Man muss vielmehr die „richtige“ Abstammung und „deutsches Blut“ besitzen.
Der Chauvinismus drückt sich in der NDB in der Reduzierung der Frau als ein schönes, aber stummes „Beiwerk“ des Mannes und in der prinzipiellen Ausschließung von Homosexuellen aus.
Insbesondere die hierarchischen Strukturen innerhalb der Burschenschaften zeigen eine deutliche Affinität zum historischen Nationalsozialismus: Mitglieder müssen sich ihre Anerkennung durch andere Mitglieder und ihr Aufsteigen erst durch Verdienste (bspw. ihre Trinkfestigkeit beweisen) erarbeiten. Ein solches Untertanenprinzip führt zur kritiklosen Anerkennung von Autoritäten und Befehlen. Im Grunde herrscht in den Burschenschaften dasgleiche „Fahrradprinzip“ vor wie im Führerstaat: Nach oben buckeln und nach unten treten.
Das elitäre Selbstverständnis der NDB wiederum führt zu einer starken Affinität zum Kapitalverhältnis: Ihre zentrale Funktion sei die Reproduktion gesellschaftlicher Eliten, was die Absicherung der herrschenden Verhältnisse gewährleisten soll. Dabei wird nicht nur die Ideologie der Burschenschaft innerhalb der gesellschaftlichen Eliten nachhaltig verankert, ihr ausgeprägtes Konkurrenzdenken ist vielmehr das Produkt und der Ausdruck der kapitalistischen Bedingungen selbst. Die NDB fördert Menschen mit einer hohen ökonomischen Verwertbarkeit und stellt diese anschließend dem (Arbeits-)Markt zur Verfügung.

Insgesamt sind diese Burschenschaften also ziemlich reaktionäre Organisationen, gegen deren Burschenschaftstag von verschiedenen linken Organisationen am Abend des 17.Juli in Gießen demonstriert wurde. Von den ungefähr 150 Demonstranten waren auch zahlreiche Genossen/Innen der SDAJ dabei, die dank der Mitnahme einer roten Fahne der SDAJ gut sichtbar vertreten waren. Der Demonstrationszug marschierte zu den drei Häusern der Studentenverbindungen Alemannia, Frankonia und der NPD-nahen Dresdensia-Rugia, die allesamt von der Polizei im Vorfeld abgeriegelt worden waren. Redebeiträge vor diesen Häusern machten insbesondere Anwohnern und interessierten Zuhörern den reaktionären Charakter dieser Burschenschaften nocheinmal deutlich.
Das verhältnismäßig starke Polizeiaufgebot gab uns und den Gießenern bereits einen Vorgeschmack auf den 16.Juli, wenn die hessische NPD versuchen wird, durch Gießen zu marschieren.