Umfairteilen braucht Klassenkampf von unten

Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) und die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) in Hessen werden sich mit einem eigenem Beitrag an der Aktion Umfairteilen am 13. April beteiligen. Wir unterstützen dabei die Forderungen des Bündnisses, die mittlerweile von hunderten bundesweiten, regionalen und lokalen Organisationen getragen werden, darunter Gewerkschaftsgremien, Sozialverbände, Basisinitiativen und viele andere.

Unsere Losung heißt: Keine Kürzungen in den Kommunen – Banken und Konzerne zur Kasse!

Die Schere zwischen Reich und Arm in Deutschland klafft immer weiter auseinander. Allein die privaten Vermögen des reichsten einen Prozents der Bundesbürger sind höher als alle Schulden von Bund, Ländern und Kommunen zusammengenommen. Auf der anderen Seite werden besonders junge Menschen und Frauen in Billiglohnarbeitsplätze gepresst. Durch den zunehmenden Arbeitsdruck in den Betrieben steigt die Zahl der kranken und der dadurch „verschlissenen“ Menschen. Während die Banken und Konzerne Milliarden an Dividenden und Boni ausschütten, nimmt die Zahl der Armenküchen – heute verschämt Tafeln genannt – immer mehr zu. Steuergeschenken in unvorstellbarem Ausmaß an Kapitalbesitzer und Vermögende stehen Schikanen gegen Arbeitslose gegenüber. Zugunsten von noch mehr Profit soll Trinkwasser privatisiert werden, werden Mieten und Preise in die Höhe getrieben, während die Einkommen der Arbeiter und Angestellten stagnieren oder sogar sinken. Belegschaften werden zu immer größeren Zugeständnissen erpresst, feste Arbeitsplätze werden zu Tausenden vernichtet. Das ist organisierter Klassenkampf der Kapitalseite – Klassenkampf von „oben“.

Dem muss nach Auffassung der DKP und SDAJ die aktive Gegenwehr von „unten“, der Klassenkampf der abhängig Beschäftigten, der Arbeitslosen, der Jungen und der Älteren entgegengesetzt werden. Deshalb ist es notwendig, mehr und verstärkt auf die Straße zu gehen. Eine Möglichkeit dazu bildet der Aktionstag Umfairteilen am 13. April. Mit umverteilen ist es nicht getan. Notwendig ist, über den Tag hinaus diese Themen in den Betrieben, Universitäten und Schulen und mit Nachbarn, Freunden und Bekannten zu diskutieren. Gönnen wir den Herrschenden keine Ruhe mehr. DKP und SDAJ werden dazu ihren Beitrag leisten.

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Vortrag und Diskussion mit dem in Darmstadt aufgewachsenen Marburger

Professor Georg Fülberth,

am Donnerstag, 21.März um 19.30 Uhr

im Deutschen Haus, Michelstadt Bahnhofstr.20

Georg Fülberth war 2007 Hauptredner beim Odenwälder Ostermarsch und schon häufiger Referent bei gewerkschaftlichen Seminaren und Veranstaltungen in der Region

Wir alle erleben tagtäglich am eigenen Leib die Auswirkungen des real existierenden Kapitalismus: Zunahme von Verelendung und Verarmung weltweit, aber auch bei uns in Deutschland und Europa, Abbau der Einrichtungen der öffentlichen Daseinsfürsorge, Schrumpfung des Gesundheitswesens, Überführung öffentlicher Einrichtungen in den Privatbesitz großer Monopole, Geheimvertraglich mit öffentlichen Geldern garantierte Profite für diese Monopole,

Wochen- und Lebensarbeitszeitverlängerung für die Lohnabhängigen, Lohnkürzungen und insgesamt Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse.

Wie lässt sich der Kampf dagegen organisieren? Mit welcher Perspektive?

Wollen wir uns damit begnügen nur die schlimmsten Auswirkungen des auf Privateigentum an Produktionsmitteln beruhenden Profitsystems zu bekämpfen?

Was können wir lernen aus den historischen Kämpfen der Arbeiterbewegung und den Erfahrungen, mit Versuchen, ein anderes nicht der Profitlogik und der Herrschaft des Monopolkapitals unterworfenen Gesellschaftssystems aufzubauen?

Auf diese Fragen und Probleme wird Georg Fülberth in seinem Vortrag eingehen. Die daran anschließende Diskussion bietet allen TeilnehmerInnen Gelegenheit sich damit auseinander zu setzen.

An diesem Wochenende trafen sich erneut hochrangige Vertreter der Rüstungsindustrie mit Politikern im Luxushotel „Bayrischer Hof“ in München. Die Hauptsächlich aus den USA und der EU stammenden Politiker trafen dort die Vorbereitung für die nächsten Waffendeals und Militäreinsätze. Während ganz Europa kaputt gespart wird, während Schulen und öffentliche Einrichtungen verfallen und an überall Arbeits- und Ausbildungsplätze fehlen, werden von den Herrschenden Milliarden für Rüstung ausgegeben.

Dass wir das nicht einfach so hinnehmen, zeigte auch dieses Jahr wieder eine Großdemonstration am 02.02.2013 an der sich viele Organisationen beteiligten. Auch die SDAJ war im Jugendblock mit GenossInnen aus ganz Deutschland vertreten. Insgesamt nahmen etwa 2000 Menschen an der Aktion teil, die in einer friedlichen Demonstration ihren Protest gegen den Militarismus ausdrückten.

Wir fordern:

Bundeswehr raus aus Schulen, Arbeitsagenturen und sogenannten „Krisengebieten“!
Ausbildungsplätze statt Kriegseinsätze!

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Komm mit zum Jugendblock gegen die NATO-Kriegskonferenz 2013!
Die SDAJ Hessen fährt gemeinsam mit dem Zug nach München.

Anreise:

Gießen Hbf: 1. Februar, 17:40, Gleis 3

Frankfurt M. Hbf: 1. Februar, 18:20, Gleis 9

Darmstadt Hbf: 1. Februar, 18:20, Gleis 8

Rückfahrt:

3. Februar vormittags

Melde dich unter info@sdaj-hessen.de oder auf Facebook.

Komm zum Jugendblock gegen die NATO-Kriegskonferenz 2013!

Wie jedes Jahr treffen sich am ersten Februarwochenende im Bayerischen Hof MilitaristInnen, RüstungslobbyistInnen und die dazugehörigen PolitikerInnen hauptsächlich aus NATO-Staaten und planen ihre nächsten Kriege, die nächsten Waffendeals und wie sie die Bevölkerung am Besten auf Kriegskurs bringen.

Du fragst dich: Was geht mich das an?
Die sogenannte Sicherheitskonferenz ist ein Treffen, auf dem das Geld, was z.B. in der Bildung fehlt, für die nächsten Kriege ausgegeben wird. Während der Euro wackelt, ganze Staaten pleite gehen und uns erzählt wird, „wir“ müssten sparen, um die Haushaltsausgaben zu verringern, werden im Bayerischen Hof Milliarden-Deals zwischen RegierungsvertreterInnen und Rüstungskonzernen vorbereitet. Doch das ist nichts Neues, denn während die Bundesregierung von Krise redet, verschenkt sie Milliarden an Banken und Konzerne. Für die Bildung bleibt da nichts über. Durch die Krise und Lohndrückerei der Konzerne sinken nicht nur die Löhne, es gibt auch immer weniger Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Kommunen sind pleite und Turnhallen verfallen. Das ist nicht unsere Krise, sondern die Krise der Banken und Konzerne! Das ist nicht unsere NATO, sondern die NATO der Banken und Konzerne!

Die sogenannte Sicherheitskonferenz ist ein Treffen, auf dem nicht nur Geschäfte mit Krieg und Militarisierung gemacht werden, sondern auch die nächsten Kriegseinsätze beschlossen werden. Ob mit Truppen wie z.B. in Afghanistan, oder mit logistischer und technischer Unterstützung wie im Irak oder in Libyen: die Bundeswehr ist an Kriegseinsätzen rund um die Welt beteiligt. Und das nicht etwa, um dort Menschenrechte zu verteidigen, sondern zur „Sicherung von Handelswegen“, wie es der ehemalige Bundespräsident Köhler ausdrückte.
 Krieg beginnt jedoch nicht nur in Afghanistan sondern in deinem Klassenzimmer. Morgens steht immer öfter ein Uniformierter “Jugendoffizier” an der Tafel und „hält Unterricht“, bei dem er (oder sie) für den „todsicheren“ Job SoldatIn wirbt. Denn durch die Umstrukturierung der Bundeswehr zu einer noch effektiveren Interventionsarmee wird nun deutlich mehr Kanonenfutter gebraucht – um die Handelswege deutscher Großkonzerne zu sichern. Während wir uns mit zu großen Klassen, zu wenig LehrerInnen, zu viel Stoff und zu wenig Freizeit rumärgern dürfen, werden Milliarden für Rüstung, Krieg und Militär verpulvert. 30 Milliarden Euro werden pro Jahr für die Bundeswehr ausgegeben – rund 1 Milliarde Euro kostet der Krieg in Afghanistan jedes Jahr. Geld, das für uns für ein besseres Leben fehlt!

Geld für Bildung statt für Rüstung, Krieg und Militarisierung!
Bundeswehr raus aus Schulen, Arbeitsagenturen und sogenannten “Krisengebieten”!
Ausbildungsplätze statt Kriegseinsätze!

Militärfreie Zonen schaffen – in München und überall

Wir wollen nicht mehr hinnehmen, dass Geld für Militär und Kriegseinsätze ausgegeben wird statt für die Bildung! Wir wollen nicht mehr hinnehmen, dass Jugendliche einen „Job“ bei der Bundeswehr annehmen müssen, weil es zu wenig zivile Ausbildungsplätze gibt! Wir wollen nicht mehr hinnehmen, dass Kriege für den Profit von Konzernen geführt werden. Und wir wollen nicht mehr hinnehmen, dass wir uns auf die nächsten Kriegseinsätze in Syrien und Iran einstimmen sollen. Wir wollen in einer Welt des Friedens leben!
Lasst uns gemeinsam ein Zeichen gegen Krieg, Rüstung und Militarisierung setzen! Krieg ist gegen die Interessen jedes Jugendlichen. Wir kämpfen für ein neues Bildungssystem und eine friedliche Gesellschaft ohne Krieg.

Deshalb werden wir im Februar mit Tausenden Menschen auf die Straße gehen und gegen die Nato-Kriegskonferenz protestieren. Auf der sogenannten „Sicherheitskonferenz“ geht es nicht um unsere Sicherheit, sondern um sicheren Profit der Banken und Konzerne!

Kein Frieden mit der NATO – kein Frieden mit dem Kriegsgeschäft!
Geld für Bildung statt für Rüstung!
Ausbildungsplätze statt Kriegseinsätze!

Komm zum Jugendblock auf der Großdemonstration gegen die NATO-Kriegskonferenz am Samstag, den 2. Februar um 13 Uhr am Stachus in München!

http://www.jugendblock.de/

SDAJ und DGB-Jugend veranstalteten antifaschistischen Filmabend

Am Freitag, den 30.11. luden SDAJ und DGB Jugend zu einem Antifa Filmabend inklusive Diskussion zu den Naziaktivitäten im Odenwald ein. Es wurde der Film „Nackt unter Wölfen“ gezeigt.

Bereits eine halbe Stunde vor Beginn füllte sich das Mehrgenerationenhaus der AWO mit 30-40 Interessierten aller Altersgruppen, um den Film zu sehen und etwas über rechte Organisationen aus dem Odenwald und deren Soziale Demagogie zu erfahren.

In dem Film geht es um ein 3 jähriges Kind das im Frühjahr 1945, in einem Koffer versteckt, in das Konzentrationslager Buchenwald kommt und dort von den Mitgefangenen bis zur Selbstbefreiung vor den SS-Wächtern versteckt wird. Der Film zeigt beispielhaft wie man mit Solidarität und organisiertem Widerstand den Faschisten Einhalt gebieten kann.

Dem Film folgte eine Analyse der Forderungen und Inhalte der im Südhessen auftretenden Nazis. Anhand von ihren Stickern und Texten wurde ihre menschenfeindliche Ideologie offen gelegt. Deutlich wurde, dass sich ihre rassistische Hetze unter einem sozialen Schleier verbirgt. „Diese Soziale Demagogie muss enttarnt werden, um die Faschisten wirkungsvoll zu bekämpfen“, äußerte sich ein Vertreter der SDAJ in der anschließenden Diskussion.

Während des Abends konnten sich die Besucher an einem Informationsstand mit Flyern, Stickern und Zeitschriften versorgen. Zahlreiche Jugendliche fanden sich nach der Veranstaltung zusammen um weiter Aktivitäten gegen die Naziumtriebe zu planen.

Alles in allem war es ein gelungener und informativer Abend für Jung und Alt.

SDAJ und DGB-Jugend zeigen:
Nackt unter Wölfen
Freitag, 30.11., 18 Uhr
Kellereibergstraße 44
AWO-Mehrgenerationenhaus in Michelstadt

Anschließende Diskussion:
„Naziaktivitäten im Odw. und soziale Demagogie der Nazis“

Freier Eintritt
günstige Getränke

 

Millionen Jugendliche arbeiten in unsicheren Verhältnissen, wie als Leiharbeiter oder in Praktika, finden keinen Ausbildungsplatz oder werden danach nicht übernommen, während gleichzeitig Milliarden für Bankenrettung und Kriege ausgegeben werden.
Nazis nutzen diese Situation und verpacken ihr rassistisches und antidemokratisches Weltbild, geben sich sozial oder gar antikapitalistisch um der Jugend dann einfache Lösungen für diese Probleme zu bieten: Ausländer oder Juden seien schuld daran.
Nach der Machtübertragung an die Nazis 1933 zeigten sie wie sozial und antikapitalistisch sie tatsächlich sind: Zwangsarbeit, Ermordung Arbeitsunfähiger, Vernichtung durch Arbeit, Totaler Krieg.
Auch heute richten sie sich gegen Kommunisten, Linke, Demokraten, Gewerkschafter, alle die für demokratische und soziale Rechte kämpfen und, wie der NSU-Terrors , der gezielte Massenmord des Norwegers Breivik oder der Amoklauf eines rassistischen Soldaten in Wisconsin (USA) zeigen, sie wollen spalten.
Ihre Feinde sind unsere KollegInnen, unsere FreundInnen. Die türkische Mechanikerin in unserem Betrieb, der russische Mitschüler in unserer Klasse. Sie plagen die selben Sorgen wie die deutschen KollegInnen.
Wir setzen dieser rassistischen Hetze Solidarität entgegen.
Solidarität war es auch, die das Überleben des 3-jährigen Kindes im Film „Nackt unter Wölfen“ gerettet hat. Im Frühjahr 1945 kommt dieses Kind, in einem Koffer versteckt, in das Konzentrationslager Buchenwald und wird dort von den Mitgefangenen bis zur Selbstbefreiung vor den SS-Wächtern versteckt.

SDAJ und DKP Hessen fahren vom 11.-13.1.2013 gemeinsam mit einem Bus zum LLL-Wochenende. Meld‘ dich bei uns und komm‘ mit und schau hier vorbei!

Normalpreis: 50€

Sozialpreis:40€

In Darmstadt ruft das „Komitee für Solidarität und freie Bildung“ für 11 Uhr auf dem Luisenplatz zu einer Demonstration auf.
Mehr Infos dazu unter:
http://www.komitee-darmstadt.de/

In Frankfurt ruft das „Frankfurter Jugendbündnis“ zusammmen mit dem Stadtschülerrat (SSR) und dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Goethe-Uni für 14 Uhr in Bockenheim zu einer Demonstration auf.
Vorher finden ab 9 Uhr Workshops auf dem Uni-Campus Bockenheim statt. Beendet wird der Aktionstag mit einer Abschlussparty auf dem Campus der Fachhochschle (FH).
Weiteres unter: http://jugendbuendnisffm.blogsport.de/

 

Bildungsstreiks statt Rettungsschirm – Geld für Bildung, nicht für Banken und Konzerne

 

Am 17. November ist es wieder soweit: Bundesweit kommt es zu Demonstrationen, gemeinsamen Protesten von SchülerInnen, Auszubildenden, Studierenden, Eltern und Lehrkräften. Bildungsstreikbündnisse, Gewerkschaften, SchülerInnen- und Studierendenvertretungen, sowie politische Jugendorganisationen rufen unter dem Motto „Bildungsstreik für Solidarität und freie Bildung“ zu bundesweiten Aktionen auf.

 

Bildungsstreik international

 

Vor dem Hintergrund der sich weiter verschärfenden Krise und massiven Sparprogrammen auf Kosten der arbeitenden und lernenden Jugend, insbesondere im Bildungsbereich, sind neue Bildungsstreiks nötiger denn je. Und damit sind wir in Deutschland nicht allein. In Chile streiken und demonstrieren schon seit Monaten zehntausende Jugendliche, ebenso wie in Spanien und Griechenland. Überall geht es darum, die Angriffe der Herrschenden auf die Jugend abzuwehren.

 

An Erfolgen anknüpfen

 

Im Juni 2009 kam es zu den größten Bildungsprotesten seit Jahren. 270.000 Jugendliche, vorrangig SchülerInnen, gehen bundesweit auf die Straße für eine Schule für Alle, mehr Geld für Bildung, unbefristete Übernahme im erlernten Beruf, Abschaffung von Zugangsbeschränkungen zu Hochschulen. Scheint es auch oft, als könnten selbst große und langfristige Proteste nichts verändern – erfolgreiche Kämpfe sind möglich: In Nordrhein-Westfalen wurden aufgrund des zunehmenden Drucks bspw. die Kopfnoten und in Hessen die Studiengebühren wieder abgeschafft. Nicht zuletzt haben sich viele erstmals an politischen Aktionen beteiligt, sich organisiert, um gemeinsame Interessen durchzusetzen.

 

Eine Schule für Alle

 

Die Proteste flauten ab, die Probleme blieben. Nach wie vor hat das deutsche Bildungssystem vor allem einen Zweck: Soziale Selektion. Wenn die Eltern nicht ausreichend Geld haben, sei es für Schulbücher oder private Nachhilfe, bleibt der Zugang zum Gymnasium oft versperrt. Auf Haupt- und Realschulen hingegen wird vor allem eins vermittelt: Perspektivlosigkeit. Auch die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen zu sogenannten Stadtteilschulen bessert die Lage nicht, im Gegenteil. Die Rolle der Gymnasien – und immer öfter auch Privatschulen – bleibt unangetastet, gleichzeitig verschärft sich der Konkurrenzkampf an den Restschulen. Nur wer sich frühzeitig durchsetzt bekommt eine Chance auf einen Ausbildungsplatz. Die Forderung nach einer Schule an der alle, unabhängig der Herkunft, gemeinsam lernen können bleibt daher unsere zentrale Losung.

 

Weg mit Kriegspropaganda und G8

 

Die Bundeswehr wird umstrukturiert. Für die aktuellen Angriffskriege ist eine reine Berufsarmee offenbar besser geeignet. Das führt auch dazu, dass die Werbemaßnahmen der Armee an den Schulen ausgebaut wird. Mangelnde Ausbildungs- und Studienplatzangebote werden ausgenutzt, um für eine „Karriere mit Zukunft“ zu werben. Wo diese Karriere endet, ob im Zinksarg oder beim Therapeuten, das verschweigen die sogenannten Jugendoffiziere gerne.

Die doppelten Abiturjahrgänge erhöhen nicht nur den Stress an den Schulen, mit der gleichzeitigen Aussetzung der Wehrpflicht wird der Kampf um die wenigen Studien- und Ausbildungsplätze weiter verschärft. Rekord-Bewerberzahlen werden gemeldet, Kinosäle für Vorlesungen angemietet. Vielerorts mangelt es an bezahlbarem Wohnraum für Studierende.

 

Übernahme statt Leiharbeit!

 

Die Bildungsstreiks vereinen die Kämpfe von SchülerInnen, Studierenden und Auszubildenden. Wenn letztere auch mit besonders scharfen Repressionen im Falle einer Streikteilnahme rechnen müssen, so kommt es doch immer wieder zu gemeinsamen Aktionen.

Die Arbeitsverhältnisse für Jugendliche werden immer prekärer. Im Juni 2010 stieg die Zahl der Leiharbeitsverhältnisse auf über 800.000, davon sind unter 30-Jährige mit einem Anteil von über 40% besonders stark betroffen. Gleichzeitig fehlten alleine 2011 bisher fast 70.000 betriebliche Ausbildungsplätze. Statt einer Ausweitung der Leiharbeit brauchen wir die unbefristete Übernahme im erlernten Beruf und feste Arbeitsplätze.

Geld für Bildung, statt für Banken und Konzerne.

Überall wird gespart – zumindest dort, wo es im Sinne der Banken und Konzerne ist. Der sogenannte Euro-Rettungsschirm wird aus Geldern finanziert, die im Sozial- und Bildungswesen fehlen, ebenso der „Rettungsschirm“ für Griechenland. Gerettet werden sollen aber weder Griechenland noch Europa, sondern die Deutsche Bank, Thyssen-Krupp und viele andere Großkonzerne, die im Verlauf der Krise große Verluste erlitten. Parallel zu den Hilfsmaßnahmen für notleidende Konzernherren werden in Deutschland Sparprogramme verabschiedet. Das komplette Ausmaß der ins Grundgesetz aufgenommenen Schuldenbremse ist noch gar nicht zu spüren, da kündigt z.B. die hessische Landesregierung bereits weitere Streichungen im Bildungsetat an, nach dem bereits Ende 2010 Kürzungen von 80 Millionen Euro beschlossen wurden. „Die Umverteilung zu Gunsten der Banken und Konzerne und zu Lasten von Millionen Schülern fordern unseren Widerstand heraus“, so Björn Schmidt, Bundesvorsitzender der SDAJ.

 

Systemfrage

 

Das deutsche Bildungssystem nutzt den Herrschenden. In dem die Allgemeinbildung auf ein Mindestmaß hinab gedrückt wird, spart man Geld. Indem man Gymnasien nur bestimmten Kreisen vorenthält, sichert man die eigene Position. Die Bildungsstreiks waren erfolgreich, allein dadurch, dass hunderttausende Jugendliche gemeinsam für ihre Interesse gekämpft haben. Daran gilt es nun anzuknüpfen, das gilt es weiterzuführen. Die Bildungsstreiks am 17. November können dafür nur ein Anfang sein – für weitere Aktionen, an der eigenen Schule, an der Uni, im Betrieb. Ein Anfang für Kämpfe um scheinbare Kleinigkeiten, gegen Kopiergeld oder für günstigeres Essen. Aber auch ein Anfang für Kämpfe für mehr Lehrer und kleinere Klassen, für mehr Geld für die Bildung und schlussendlich für ein anderes Bildungssystem!

 

Wir treffen uns:

Jeden Mittwoch, 18:00 Uhr Abwechselnd in: Darmstadt, Linkstreff Fröba, Landgraf-Philipps-Anlage 32 Michelstadt, (Ort auf Anfrage: sdaj-darmstadt@gmx.de)