SDAJ und DGB-Jugend veranstalteten antifaschistischen Filmabend

Am Freitag, den 30.11. luden SDAJ und DGB Jugend zu einem Antifa Filmabend inklusive Diskussion zu den Naziaktivitäten im Odenwald ein. Es wurde der Film „Nackt unter Wölfen“ gezeigt.

Bereits eine halbe Stunde vor Beginn füllte sich das Mehrgenerationenhaus der AWO mit 30-40 Interessierten aller Altersgruppen, um den Film zu sehen und etwas über rechte Organisationen aus dem Odenwald und deren Soziale Demagogie zu erfahren.

In dem Film geht es um ein 3 jähriges Kind das im Frühjahr 1945, in einem Koffer versteckt, in das Konzentrationslager Buchenwald kommt und dort von den Mitgefangenen bis zur Selbstbefreiung vor den SS-Wächtern versteckt wird. Der Film zeigt beispielhaft wie man mit Solidarität und organisiertem Widerstand den Faschisten Einhalt gebieten kann.

Dem Film folgte eine Analyse der Forderungen und Inhalte der im Südhessen auftretenden Nazis. Anhand von ihren Stickern und Texten wurde ihre menschenfeindliche Ideologie offen gelegt. Deutlich wurde, dass sich ihre rassistische Hetze unter einem sozialen Schleier verbirgt. „Diese Soziale Demagogie muss enttarnt werden, um die Faschisten wirkungsvoll zu bekämpfen“, äußerte sich ein Vertreter der SDAJ in der anschließenden Diskussion.

Während des Abends konnten sich die Besucher an einem Informationsstand mit Flyern, Stickern und Zeitschriften versorgen. Zahlreiche Jugendliche fanden sich nach der Veranstaltung zusammen um weiter Aktivitäten gegen die Naziumtriebe zu planen.

Alles in allem war es ein gelungener und informativer Abend für Jung und Alt.

Als Karl Liebknecht am 23. Oktober 1918 aus dem  Gefängnis frei kommt, ist der Erste Weltkrieg fast vorüber. Der Aufstand der Kieler Matrosen gibt den Anstoß für reichsweite Demonstrationen und Massenstreiks, überall im Kaiserreich gründen sich Arbeiter- und Soldatenräte. Als die Novemberrevolution ausbricht, steht Liebknecht an deren Spitze und ruft am 9. November 1918 die Freie Sozialistische Republik Deutschland aus. Das Berliner Schloss wird besetzt, der Kaiser flieht. Doch der Sieg der Revolution währt nicht lange, die Truppen der Konterrevolution werden zusammengezogen, eine Jagd auf Kommunisten beginnt. Im Januar 1919 verkündet die „Rote Fahne“ die Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts.

In dem Spielfilm „Trotz Alledem!“ werden in spannender Weise die weltbewegenden Ereignisse von Oktober 1918 bis zum Januar 1919 nacherzählt.

 

Wir wollen den Film in Vorbereitung auf das alljährliche Luxemburg-Liebknecht-Lenin-Wochenende in Berlin zeigen. Dort gedenken wir am 12. und 13. Januar Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und all den anderen Kämpfern gegen Imperialismus, Faschismus und Krieg.

Karten für den Bus nach Berlin könnt ihr beim Filmabend kaufen.
Neben dem Film gibt‘s noch leckere Cocktails!
Der Erlös aus dem Getränkeverkauf kommt dem Cuba-Soliprojekt zugute.

 

19. Dezember
19:30 Uhr
DGB Jugendclub (Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77)

 

Schau doch auch mal hier vorbei: https://www.facebook.com/events/175814522564348/?ref=notif&notif_t=plan_user_invited

SDAJ und DGB-Jugend zeigen:
Nackt unter Wölfen
Freitag, 30.11., 18 Uhr
Kellereibergstraße 44
AWO-Mehrgenerationenhaus in Michelstadt

Anschließende Diskussion:
„Naziaktivitäten im Odw. und soziale Demagogie der Nazis“

Freier Eintritt
günstige Getränke

 

Millionen Jugendliche arbeiten in unsicheren Verhältnissen, wie als Leiharbeiter oder in Praktika, finden keinen Ausbildungsplatz oder werden danach nicht übernommen, während gleichzeitig Milliarden für Bankenrettung und Kriege ausgegeben werden.
Nazis nutzen diese Situation und verpacken ihr rassistisches und antidemokratisches Weltbild, geben sich sozial oder gar antikapitalistisch um der Jugend dann einfache Lösungen für diese Probleme zu bieten: Ausländer oder Juden seien schuld daran.
Nach der Machtübertragung an die Nazis 1933 zeigten sie wie sozial und antikapitalistisch sie tatsächlich sind: Zwangsarbeit, Ermordung Arbeitsunfähiger, Vernichtung durch Arbeit, Totaler Krieg.
Auch heute richten sie sich gegen Kommunisten, Linke, Demokraten, Gewerkschafter, alle die für demokratische und soziale Rechte kämpfen und, wie der NSU-Terrors , der gezielte Massenmord des Norwegers Breivik oder der Amoklauf eines rassistischen Soldaten in Wisconsin (USA) zeigen, sie wollen spalten.
Ihre Feinde sind unsere KollegInnen, unsere FreundInnen. Die türkische Mechanikerin in unserem Betrieb, der russische Mitschüler in unserer Klasse. Sie plagen die selben Sorgen wie die deutschen KollegInnen.
Wir setzen dieser rassistischen Hetze Solidarität entgegen.
Solidarität war es auch, die das Überleben des 3-jährigen Kindes im Film „Nackt unter Wölfen“ gerettet hat. Im Frühjahr 1945 kommt dieses Kind, in einem Koffer versteckt, in das Konzentrationslager Buchenwald und wird dort von den Mitgefangenen bis zur Selbstbefreiung vor den SS-Wächtern versteckt.

Mit der Losung „Übernahme erkämpfen, Leiharbeit abschaffen, Kapitalismus zerschlagen!“ war auch die SDAJ am 14.11.12 auf dem Gewerkschaftsaktionstag in Frankfurt, der im Rahmen des europäischen Generalstreiks:

SDAJ und DKP Hessen fahren vom 11.-13.1.2013 gemeinsam mit einem Bus zum LLL-Wochenende. Meld‘ dich bei uns und komm‘ mit und schau hier vorbei!

Normalpreis: 50€

Sozialpreis:40€

Auch wir waren am Wochenende auf der sehr erfolgreichen bildungspolitischen Konferenz der DKP.

Dazu ein Bericht von Wera Richter aus der UZ:

16.11.2012: Als einen ersten Schritt oder Neuanfang bezeichneten mehrere Teilnehmer

die Bildungspolitische Konferenz der DKP, die am vergangenen Samstag im Jugendkombihaus in Bottrop stattfand. Auf Einladung der Jugendkommission des Parteivorstandes diskutierten knapp 40 Teilnehmer, darunter eine Reihe von Mitgliedern der SDAJ, über Positionen von Kommunistinnen und Kommunisten im Bildungs-, vor allem im Schulbereich und Möglichkeiten des gemeinsamen Eingreifens.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Forderung nach einer Schule für alle, also der Abschaffung des gegliederten Schulsystems. Welche Auswirkung die soziale und ethnische Selektion in Schule und auch schon Vorschule nach der Vorgabe wirtschaftlicher Interessen hat, verdeutlichte Wera Richter als Leiterin der Jugendkommission einleitend anhand von Zahlen. So werde Hauptschülern und zunehmend auch Realschülern der Weg in das duale Ausbildungssystem versperrt. 2,2 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 34 Jahren, 15 Prozent dieser Altersgruppe, hatten laut DGB 2011 keinen Berufsschulabschluss. Diese „abgehängte Generation“ werde kaum ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen können. Ihr drohe ein Leben aus Zeiten in Warteschleifen, Erwerbslosigkeit, prekärer Beschäftigung.

Rolf Jüngermann, Mitglied des Bezirksvorstandes der DKP Ruhr-Westfalen, gab einen Überblick über die lange Geschichte des Kampfes um eine Schule für alle, in der es gelte „alle alles ganz zu lehren“; ein Kampf, der auch weiterhin eines langen Atems bedürfe. Der Klassenkampf von oben, der über die Bildung gezielt die Arbeiterklasse vernachlässige, könne nur funktionieren, weil die soziale Selektion als Leistungsselektion getarnt werde. Es sei hinlänglich bewiesen, dass das gegliederte Schulsystem Ungleichheit erzeuge. Die Grundschule übernehme dabei in vorauseilendem Gehorsam die Drecksarbeit, um die parasitäre Rolle des Gymnasiums zu bewahren. „Wer das Gymnasium nicht integrieren will, soll von Chancengleichheit schweigen“, so Rolf Jüngermann. Der Königsweg bleibe die Gesamtschule, so ungenügend sie auch heute oft sei. Ein wichtiger Bündnispartner in dieser Auseinandersetzung seien die Eltern, die sich mit etwa 70 Prozent für ein einheitliches Schulwesen im Anschluss an die Grundschule aussprächen. Max Matthes, Landesvorsitzender der SDAJ Hessen, wies wie mehrere weitere Diskussionsteilnehmer darauf hin, dass die steigende Rolle der Privatschulen nicht außer Acht gelassen werden dürfe. In Zukunft könnten sie die Gymnasien ablösen. Er wies angesichts der verschärften sozialen und ethnischen Ausgrenzung auf das Problem des wachsenden Rassismus hin, das angesichts des Konkurrenzkampfes der Schüler untereinander die Forderung nach einer Schule für alle untergraben könne. Daher sei es besonders wichtig, konsequent bei der Forderung eine Schule für alle zu bleiben.

Klaus Stein, stellvertretender Bezirksvorsitzender der DKP Rheinland, eröffnete den zweiten Diskussionsstrang mit Ausführungen zur Forderung nach demokratischer Allgemeinbildung, die die DKP in ihren bildungspolitischen Forderungen für NRW aufgestellt hat. „Wir können noch nicht mit einem fertigen Konzept einer demokratischen Allgemeinbildung aufwarten. Die politische Debatte über die Inhalte sollte aber schleunigst beginnen. Und wir sind als DKP durchaus in der Lage, dazu Anstöße zu geben“, so Stein. Es gehe am Ende um Antworten auf die Frage, welche Kenntnisse und Fähigkeiten benötigt das Volk, um zu herrschen? Das sei der Kern unseres Begriffs von Allgemeinbildung. Angesichts des gegenwärtigen Niveaus der Klassenauseinandersetzungen müssten wir aber zunächst fragen, „welche Kenntnisse und Fähigkeiten benötigt die arbeitende Klasse, um sich selbst zu organisieren und Widerstand zu leisten? Oder noch bescheidener: welche falschen Vorstellungen, irrealen Phantasien, Legenden und Lügen müssen raus aus den Köpfen? Welche Kenntnisse, Fähigkeiten, Haltungen erschweren es den Herrschenden, die Herrschaft über die arbeitenden Menschen auszuüben?“ Als nächstliegende Anknüpfungspunkte benannte Klaus Stein die Friedens- und antifaschistische Erziehung.(Referat im Anhang)

Für den SDAJ-Bundesvorstand gab Paul Rodermund nach einer Bilanz der Bildungsstreikbewegung einen Ausblick auf die derzeit laufende bundesweite Aktionswoche für kostenfreie Bildung. „Auch hierzulande beginnen wir die Maßnahmen zur,Überwindung‘ der Weltwirtschaftskrise zu spüren. Immer mehr Landes- und Bezirksregierungen erarbeiten Pläne zur Umsetzung der Schuldenbremse“, so Paul Rodermund. Baden-Württemberg wolle über 8.000 Lehrer einsparen, in Köln werde die Unterstützung von Materialkosten für Erstklässler in Höhe von 500.000 Euro gestrichen, der Koalitionsvertrag in NRW benenne als einzige konkrete Sparmaßnahme Stellenstreichungen an Berufskollegs und in Hessen werde die Bezuschussung des Mensaessens eingestellt. In der Aktionswoche für kostenfreie Bildung vom 14. bis 22. November gehe es vor allem darum, Aktionen vor Ort, an den Schulen selbst zu organisieren. So könne der Zusammenhang zwischen der kapitalistischen Krise und den steigenden Bildungskosten greifbar werden. „Wir haben als SDAJ in den Bildungsstreiks stets darum gerungen, das Kleine mit dem Großen zu verbinden. Denn klar ist, eine losgelöste vereinzelte Aktion wird nicht ausreichen um das Bildungssystem umzukrempeln. Dafür braucht es dauerhafteren Druck“. Mitglieder der DKP könnten in den Bildungskämpfen eine wichtige Scharnierfunktion zwischen Schülern, Eltern und Lehrern bilden. Um die gemeinsame Aktionsorientierung ging es unter anderem auch in den anschließenden Arbeitsgruppen zum Widerstand gegen das Turbo- Abi, zu Bundeswehreinsätzen an Schulen und Universitäten, zur Interessenvertretung an Schulen und zur desolaten Situation der Beschäftigten vor allem in der Weiterbildung. Die Jugendkommission wird die Ergebnisse der Arbeitsgruppen, die Referate und Diskussionsbeiträge der Konferenz auswerten und der Partei in geeigneter Weise zur Verfügung stellen.

Bundesweiten Aktionswoche vom 14.-22. November 2012 – europäischer Generalstreik am 14. November

Kopiergeld, Bücher, Klassenfahrt. Immer mehr müssen wir für unsere Bildung bezahlen. Während immer weiter hunderte Milliarden zur „Rettung“ von Banken und Konzernen, das heißt eigentlich zur Rettung der privaten Profite von deren Vorstandsetagen, ausgegeben werden, wird im Bildungssystem immer weiter gespart: Ermäßigte Fahrkarten für SchülerInnen werden immer teurer oder gestrichen, immer mehr Lehrmaterialien müssen selbst bezahlt werden – Bildung hängt vom Geldbeutel der Eltern ab. Die ohnehin massive soziale Selektion im gegliederten Bildungssystem wird immer weiter verschärft.

Bildungsproteste gehen weiter

Hunderttausende SchülerInnen gingen im Rahmen der Bildungsproteste in den vergangenen Jahren für ein fortschrittliches Bildungssystem, dass sich an den Bedürfnissen der lernenden Jugend orientiert, auf die Straße – und die Proteste gehen weiter: Vom 14. bis zum 22. November findet bundesweit eine Aktionswoche für kostenfreie Bildung statt. Ob an der Schule, in der Ausbildung oder an der Hochschule – überall wollen wir uns unser Recht auf kostenlose Bildung kämpfen.

Europäischer Generalstreik

Gleichzeitig wird für den 14. November zu einem europäischen Generalstreik aufgerufen. Europaweit werden an diesem Tag Hunderttausende gegen Lohn- und Rentenkürzung, gegen Kürzungen im Gesundheits- und Bildungswesen, gegen die Krisenpolitik der Troika auf die Straße gehen.

Wir zahlen nicht für eure Krise!

Ob Aktionswoche oder europäischer Generalstreik, die Proteste sind notwendiger denn je: Hunderte Milliarden Euro umfasst der sogenannte Euro-Rettungsschirm, mit dem Staaten den Banken und Konzernen sichere Gewinne garantieren. Gleichzeitig werden die Kommunen, das heißt vor allem auch Bildungs- und Freizeiteinrichtungen, wie Bibliotheken, Kinos und Sportgelände, kaputt gespart. Die eingeführte „Schuldenbremse“ dient als Vorwand, um im Bildungsbereich zu Sparen.

Die Vorschläge der Herrschenden, um die Milliardengeschenke zu finanzieren? Heizungen in Schulen herunterdrehen, Schüler selbst putzen lassen, ermäßigte Fahrkarten streichen, Schwimmbäder schließen, Azubis im öffentlichen Dienst nicht übernehmen und ihre Löhne kürzen. Das zumindest wünscht sich beispielsweise das hessische Innenministerium, spricht damit aber nur aus, was überall geplant ist.. Die Herrschenden sagen uns, der lernenden und arbeitenden Jugend, genau wie den KollegInnen in den Betrieben, ob in Spanien, Griechenland oder Deutschland, den Kampf an.

Unser Gegenvorschlag? Banken und Konzerne enteignen, Vermögenssteuer einführen, Bankenrettungspakete stoppen – Geld ist genug da!

Also: Lasst uns gemeinsam im Rahmen der Aktionswoche für kostenfreie Bildung aktiv werden und den europäischen Generalstreik unterstützen.

Wir fordern: Geld für Bildung, statt für Banken und Konzerne!

Zum heutigen Gewerkschaftsaktionstag:

Heute finden Generalstreiks in Spanien, Portugal, Malta und Zypern statt. Erst in der letzten Woche legte ein zweitägiger Streik ganz Griechenland lahm. Immer mehr Menschen wehren sich gegen das Spardiktat. Und auch bei uns wächst die Solidarität mit diesen Kämpfen. Gleichzeitig machte Merkel erst am Montag bei ihrem Portugal-Besuch noch einmal deutlich, dass sie die Sparpolitik auf Kosten der arbeitenden Menschen fortsetzen wird, koste es, was wolle: „Es handelt sich um einen langen und harten Prozess, und ich weiß, dass er viele Opfer fordert“, erklärte sie. Für die Bundesregierung ist klar: Die Profite der Banken und Konzerne dürfen nicht angetastet werden. Ob in Griechenland, Portugal oder Deutschland: Die arbeitenden Menschen, die Schülerinnen und Studierenden, die Erwerbslosen und Rentnerinnen sollen die Kosten der Krise bezahlen.

Lies hier weiter.

Pünktlich zur Aktionswoche „Kostenfreie Bildung“ (14.11-22.11.12) ist der neue Klassensprecher erschienen:

Deutschland im Jahr 2012: Mit dem so genannten Eurorettungsschirm werden Banken und Konzernen Milliarden geschenkt, während zeitgleich an uns gespart wird. Mit kompromissloser Kürzungspolitik müssen wir dafür zahlen. Unsere Ausgaben für Bücher- und Kopiergeld, für Schwimmbad und Kino steigen immer weiter an.

Selbst das Notwendigste, wie das Mittagessen in der Schulkantine oder Unimensa und die täglichen Bus- & Bahnfahrten werden immer teurer. In Hessen hat das Innenministerium nun einen umfangreichen Sparplan vorgelegt, der zeigt, was noch alles auf uns zukommt. Das „Haushaltskonsolidierungshandbuch“ enthält für verschuldete Kommunen verbindliche Sparmaßnahmen. Die Vorschläge des Ministeriums: Heizungen in Schulen herunterdrehen, ermäßigte Karten für Kinos streichen, Azubis im öffentlichen Dienst nicht übernehmen.

Wir sagen: So nicht!

Lies hier weiter.

Wir merken in der Schule Tag für Tag, wie immer mehr Lehrkräfte fehlen: Regelmäßig fällt Unterricht aus, die Klassen sind zu groß. Selbst laut Heinz-Peter Meidinger, dem  Vorsitzenden des rechts-konservativem Philologenverbandes, fehlten letztes Schuljahr 50 000 LehrerInnen.  Tendenz steigend.

Selbst das Notwendigste, wie das Mittagessen in der Schulkantine oder die täglichen Bus- & Bahnfahrten werden immer teurer. Für uns SchülerInnen bedeutet das: Unsere Chancen hängen vom Geldbeutel unserer Eltern ab. Bildung ist eine Ware, die sich nicht alle leisten können.

Aber woher nehmen?

Wir haben nachgerechnet: Eine Lehrerstelle kostet im Schnitt rund 50 000 € im Jahr, je nach Bundesland, Alter, Schulform usw. Um die 50 000 fehlenden Lehrer auszugleichen, bräuchte man allein für dieses Jahr 2,5 Mrd. €. Um ein kostenloses Mittagessen für alle SchülerInnen zu sichern, bräuchte man bei einem Preis von 3 € und rund 9 Mio. SchülerInnen weitere 5 Mrd. €.

Die Bus- und Bahnfahrten lassen sich am Beispiel von Semestertickets für SchülerInnen berechnen: rund 400 € pro Schüler im Jahr macht 3,6 Mrd. € für ganz Deutschland. Aber woher sollen die rund 11 Mrd. € bitte kommen? Wir haben da ein paar Vorschläge.

Kein Geld in die Rüstung!

Der derzeitige „Verteidigungshaushalt“ beträgt 31,9 Mrd. €. Die Gelder gehen dabei vor allem in die Neuanschaffung von Kriegsmaterial, wie z. B. in das Transportflugzeug A400M, für das alleine rund 125 Mio. € pro Stück und damit insgesamt 5 Mrd. € ausgegeben werden sollen. Und es soll weiter Kriegsmaterial gekauft werden: In den nächsten Jahren ist der Kauf von teuren, neuen Kriegsdrohnen geplant.

Während sich Rüstungskonzerne wie EADS eine goldene Nase mit staatlichen Rüstungsaufträgen verdienen, sollen wir auf gute und kostenfreie Bildung verzichten. Das geht gar nicht.

Keine Transportflugzeuge für die Bundeswehr = 1 Jahr kostenloses Mittagessen!

Kein „Eurorettungsschirm“!

In der Krise wurden für Banken und Konzerne großzügige Sicherheitsmechanismen aufgebaut. Im Moment haftet die BRD im Rahmen von etwa 300 Mrd. € für die so genannten Euro-Rettungspakete und im Umfang von mehr als 700 Mrd. € für Kredite der Europäischen Zentralbank (EZB). Allein um große Konzerne vor den Krisenfolgen zu schützen, stellt die BRD damit mehr als 1 Billion € zur Verfügung.

Selbst wenn man mal davon ausgeht, dass dabei „nur“ 100 Mrd. € bezahlt werden müssen, also knapp 10 % könnte man damit alle Lehrer in den nächsten 3 Jahren bezahlen, das Mittagessen aller SchülerInnen für die nächsten 20 Jahre bezahlen oder Semestertickets für alle SchülerInnen für die nächsten 28 Jahre besorgen.

Kein Geld für die Banken = 28 Jahre kostenloser Nahverkehr!

Keine Werbung für das „Bildungspaket“!

Die Bundesregierung hat vor einiger Zeit das so genannte „Bildungspaket“ gestartet. Dabei wurden zum Beispiel Gutscheine für Nachhilfe an wirtschaftlich schwächere Familien verteilt. Doch das Bildungspaket war kaum gefragt – man musste schließlich die kompletten Finanzen offen legen und die Gutscheine waren begrenzt: Wem helfen schon zwei Nachhilfestunden um den Stoff von einem Jahr nachzuholen? Also wurde eine Werbekampagne gestartet, die insgesamt 3 Mio. € kostete. Viel mehr Leute verwendeten es trotzdem nicht. Statt mehr Lehrer und bessere Bildung für alle, die Nachhilfe überflüssig machen würden, wurde Werbung bezahlt.

Keine Werbung für das „Bildungspaket“ = 60 Lehrer!

Vermögenssteuer einführen!

Die Schere zwischen Arm und Reich wächst in Deutschland immer weiter. Die reichsten 10 % haben alleine 61,1% vom Gesamtvermögen. Eine Vermögenssteuer löst zwar das Problem der Ungleichheit nicht, wäre aber ein erster Schritt. Würden die 10 reichsten Menschen Deutschlands dieses Jahr 1 % ihres Vermögens abgeben – was bei den Summen kaum auffällt – stünden rund 1,3 Mrd. € mehr zu Verfügung.

Ein bisschen weniger Kohle auf den Konten der Superreichen = 26 000 Lehrer!

Keine Eliteförderung!

Gerade hat wieder die so genannte Exzellenzinitiative einen neuen Anlauf gestartet. Sie wird von der Bundesregierung unterhalten und ist eines der Vorzeigeprojekte im Bildungsbereich. Dabei werden Hochschulen gefördert, die sich angeblich besonders verdient gemacht hätten. In Wahrheit werden für die Wirtschaft besonders interessante Projekte gefördert. Mehr Studienplätze und Dozenten gibt es deshalb nicht.

Für diesen neuen Start der Exzellenzinitiative wurde das Eliteprogramm von 1,9 auf 2,7 Mrd. € aufgestockt.

Keine Eliteförderung an den Unis = 6 Monate kostenloses Mittagessen!

Kein Geld da? Von wegen!

Die Beispiele zeigen sehr deutlich, dass jede Menge Geld vorhanden ist. Die Forderung nach mindestens 50 000 neuen LehrerInnen,  kostenlosem Nahverkehr und Mittagessen ist also weder unbezahlbar noch unrealistisch.

Wer nachrechnet und für den Anfang nur die allersinnlosesten Projekte streicht, hat das Geld schnell zusammen!