Die griechische Bevölkerung hat gewählt. Die bisherige Regierung aus (Links-?)Sozialdemokraten (SYRIZA) und National-Reaktionären (Anel) wurde bestätigt. Und steht – mit Unterstützung von PASOK und Nea Demokratia – hinter dem Memorandum der Troika aus EU, IWF und EZB.

Andrea war mit einer Delegation der SDAJ während der Wahlen vor Ort und wird von ihren Erlebnissen berichten. Dabei will sie vor allem auf folgende Punkte eingehen:

>Lage der Arbeiterjugend in Griechenland
> Einschätzung der Linksregierung und wie wir die Wahlen miterlebt haben
>Der Widerstand von KKE (Kommunistische Partei Griechanlands) und PAME (kämpferisches Gewerkschaftsbündnis) gegen die Austeritätspolitik

DKP und SDAJ freuen sich über zahlreiche interessierte BesucherInnen!

https://www.facebook.com/events/1520234901629524/Griechenlandveranstaltung

Offener antifaschistischer Treff  ~ Dienstag, 17. Nov ~ 19:00 uhr

Am 21. / 22. November 2015 soll der nunmehr dritte Bundesparteitag der NPD in Weinheim an der Bergstraße stattfinden.
Wir wollen zusammen aus Darmstadt nach Weinheim fahren und veranstalten dazu am 17.11 eine Info- und Mobiveranstaltung. Es wird eine gemeinsame Anreise aus Darmstadt mit dem Bus geben! Bei Interesse könnt Ihr euch bei uns unter  sdaj-darmstadt@gmx.de melden oder zum Treffen kommen. Dort werden alle nötigen Infos darüber bekannt gegeben.

Die Stadt entwickelt sich trotz lokaler Proteste immer mehr zu einer Stadt der Parteitage der NPD, einer bedeutenden Partei innerhalb der Nazi-Bewegung. Die NPD versucht derzeit in der Umgebung Weinheims gezielt Ortsgruppen aufzubauen und bereits jetzt die Landtagswahl 2016 für ihre Propaganda zu nutzen. Rechte Bewegungen wie Pegida oder faschistische Organisationen wie die NPD gedeihen auf dem fruchtbaren Boden, den ihnen zahlreiche Politiker und Medien mit ihrer rassistischen Hetze bieten.

Beteiligt euch am 21./22. November an den Protesten verschiedener antifaschistischer Gruppen in Weinheim!
Stoppt die NPD! Für eine Gesellschaft ohne Rassismus und Faschismus!
Nazifreies Weinheim

https://www.facebook.com/events/1642070569376885/

Hier findet ihr noch vorab Infos über die Gegenveranstaltungen: https://www.facebook.com/events/906159326129657/Weinheimfbbannerweb

Nazidemo in Wetzlar verhindern!

Gepostet am 12. November 2015 Landesverband

Am Samstag den 14.November will die bekannte Faschistin Melanie Dittmer mit einer selbsternannten „Bürgerinitiative“ „gegen Asylmissbrauch Lahn-Dill“ einen Fackelmarsch unter dem Motto „Wetzlar wehrt sich – Asylmissbrauch stoppen“ veranstalten!

Mit ihren Fackeln wollen die Rassist*innen unter anderem an einer Unterkunft für Geflüchtete vorbeimarschieren. Offenbar steckt auch die örtliche NPD dahinter. Dittmer selbst ist unter anderem die Initiatorin des PEGIDA-Ablegers „BOGIDA“, Mitorganisatorin von „Hooligans gegen Salafisten“ und trainiert mit ihrer „Identitären Aktion“ den Nahkampf mit Messern.

Wir haben keinen Bock auf die rassistische Scheiße!

Für 17:30 ist eine Gegenkundgebung in der Bahnhofstrasse angemeldet. Um 19:00 soll die Veranstaltung der Rassist*innen beginnen.

 

Am 14.November: Melanie Dittmer und ihre Rassist*innen verjagen!

…denn es gibt kein Recht auf Nazipropaganda!

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Diese Forderung ist ein politisches Vermächtnis von Überlebenden und Widerstandskämpfer*innen gegen den Faschismus. In diesem Zusammenhang ist der 9. November ein Tag von Gedenken und Mahnen. Das Vermächtnis als Grundlage unseres Handelns zu nehmen, bedeutet für uns Stellung zu beziehen und uns einzumischen gegen Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, staatliche Repression gegenüber Flüchtlingen, Aufrüstung und Kriegspolitik und für eine solidarische Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung. Deshalb wenden wir uns auch gegen eine Historisierung des Faschismus als eine abgeschlossene einmalige unverständliche Epoche. Die Geschichte hat gelehrt, dass die herrschende Klasse niemals freiwillig abtreten wird. So werden auch die Kapitalisten nicht davor zurückschrecken, ihre Macht mit allen Mitteln zu verteidigen. Faschismus ist daher eine immer noch vorhandene aktuelle Gefahr!

Darum gehen wir am 9. November auf die Straße um zu gedenken und zu mahnen.

Am 9. November 1938 wurden in Gießen, wie in vielen anderen Städten und Gemeinden in Deutschland, Synagogen, jüdische Geschäfte und Häuser von den Nazis niedergebrannt. Menschen wurden geschlagen, gejagt und ermordet. Die Bevölkerung sah weg oder klatschte Beifall und beteiligte sich an den Pogromen. Die Reichspogromnacht, die von den Nazis zynisch Reichskristallnacht genannt wurde, war eine von langer Hand vorbereitete Aktion. Sie hatte zwei wesentliche Ziele: die ökonomische Ausplünderung und den Beginn der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung sowie die Einschüchterung von möglicher Opposition. Da entschiedener Widerstand gegen dieses verbrecherische Vorgehen ausblieb, erwies sich die Reichspogromnacht als ein wesentlicher Schritt zur Festigung der Faschistischen Diktatur. Es folgte der 2. Weltkrieg mit über 50 Millionen Toten, der Holocaust als industrielle Massenvernichtung der jüdischen Bevölkerung Europas sowie die Vertreibung und Ermordung aller Menschen, die dem rassistischen und politischen Weltbild der Faschisten nicht entsprachen.

Nach der Befreiung vom Faschismus schienen viele aus der Geschichte gelernt zu haben und es gab einen breiten Konsens, der sich in der Forderung „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“ ausdrückte. Bis weit in konservative Kreise hinein gab es konkrete Überlegungen und Pläne für die Entwicklung einer nichtkapitalistischen Gesellschaftsordnung.

Refugees welcome‘ ist heute eine häufig genutzte Losung. Damit sind Teile der Bevölkerung den Politiker*innen Deutschlands im Denken, Fühlen und Handeln weit voraus. Deutschland ist als Hegemonialmacht der Europäischen Union mit verantwortlich für die Versorgung aller Kriegsparteien mit Waffen, mit verantwortlich für die aggressive Abschottung des Kontinents und mit verantwortlich für die Unterwerfung von Menschen unter ökonomische Zwänge. Die momentane Flüchtlingspolitik steht hierzu nicht im Widerspruch! Flüchtende Menschen werden im Zeichen des demografischen Wandels als ökonomische Humanressource entdeckt. So wird auf der einen Seite eine Willkommenskultur propagiert und auf der anderen Seite das Asylrecht massiv verschärft.

Noch nie seit 1945 gab es so viele Kriege und so viele Menschen auf der Flucht wie im Moment. Deutschland ist – auch wenn wir es hier nicht spüren – kriegsführende Partei. Auch deshalb rufen wir dazu auf, am 9. November auf die Straße zu gehen: gegen Krieg und eine Politik, in der Menschen nur nach Einschätzung ihrer Verwertbarkeit Rechte zugestanden werden.

Im Gedenken an die Opfer kämpfen wir für eine solidarische Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung.

Wir treffen uns am 09.11.2015 um 17.30 Uhr am Mahnmal für die Opfer des deutschen Faschismus, Berliner Platz 2, zu einer Kundgebung und nehmen anschließend gemeinsam um 18 Uhr an dem Mahngang zum 9. November teil.

Veranstalter:

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Der Lesezirkel der SDAJ Kassel geht in eine neue Runde gelesen wird in acht Treffen Marx’s Werk Lohn, Preis, Profit.
Das Manuskript eines von Karl Marx gehaltenen Vortrages.lesezirkel_kassel_flyer
Wenn man sich in unserer Gesellschaft umschaut, sieht man auf der einen Seite
immer mehr Jobs im Niedriglohnsektor, zunehmenden Leistungsdruck und
psychische Erkrankungen (burn‐out), aber auf der anderen Seite auch fehlende
Ausbildung‐ und Arbeitsplätze das alles, sowie weitere Lohnkürzungen und
Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen, haben den Sinn, die Lohnkosten in
Deutschland zu senken und den Konzernbossen mehr Profit zu verschaffen.

Auf der anderen Seite erreichen die Tarifauseinandersetzungen und Streiks eine
Schärfe, wie lange nicht in Deutschland in diesem Zusammenhang werden die
Begriffe Lohn, Preis und Profit wieder hoch aktuell.
1865 hielt Karl Marx zu solchen Themen diesen Vortrag, in dem er
Ungerechtigkeiten als folgen des Kapitalismus darlegte und erklärte, welche
Rolle der Kampf der Gewerkschaften gegen diese spielt: „Lohn, preis, Profit“.
Auch wenn Marx Analysen bereits 150 Jahre alt sind, geben sie uns heute noch
gültige Tipps für kommende gewerkschaftliche Auseinandersetzungen um
bessere arbeits‐ und Lebensbedingungen.
Gemeinsam in acht treffen, die alle zwei Wochen stattfinden werden, lesen und
diskutieren. Dabei ist uns nicht nur das
Verständnis des geschichtlichen und
theoretischen zusammenhing wichtig,
sondern auch der aktuelle Bezug deswegen
wollen wir im rahmen des Lesezirkels auch
verschiedene Veranstaltung zu
aktuellen Themen wie Tarifrunden
ader z.b. der Situation im
Pflegebereich anbieten, aber auch die
Situation in tabu oder Griechenland,
könnten bei Bedarf Thema sein.
Wer Bock hat mitzumachen, kommt
für alle weiteren Infos und
Planungen am 29.10.15 um 18:30
Uhr in den DGB Jugendclub
(Spohrstraße 6 ‐ 8).

Link zur Facebookveranstaltung: https://www.facebook.com/events/508169529359088/

Liebe Genossinnen und Genossen – liebe Interesenntinnen und Interesennten,

die SDAJ Darmstadt/Odenwald lädt euch herzlich zu einem von uns geplanten Filmeabend ein!
Wir haben beschlossen den Spielfilm „Min dît“ zu zeigen, welcher sich mit den politischen und gesellschaftlichen Problemen in der Türkei auseinandersetzt.
Der Regisseur Miraz Bezar bietet den Zuschauern einen Einblick in das Leben einer kurdischen Familie, welche der Situation in der Türkei hilflos unterliegt.
Ein Film, der einem die traurige Realität nahe bringt und zum Nachdenken anregt.
Den Abend leiten wir mit Referaten ein und beenden ihn mit einer Diskussionsrunde zum Thema. Ebenfalls bieten wir Getränke an.

Freitag 13.November ~ 20:00 uhr ~ LinksTreff Landgraf-Philipps-Anlage 32 in Darmstadt

Wir freuen uns auf euch!
Eure SDAJ Darmstadt/Odenwald

Facebook-Veranstaltung
Veranstaltungslink

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Am 18.10.2015 wollen wir in Frankfurt eine satirische Demonstration zur Miet- und Wohnungspolitik durchführen. In Anzügen und Abendkleidern wollen wir am verkaufsoffenen Sonntag durch die Stadt ziehen und unsere Forderungen nach höheren Mieten und weniger Wohnraum in die Öffentlichkeit tragen. Mehr Infos zum Treffpunkt, etc. folgen später.

Ort: Alte Oper

Zeit: Sonntag, 15.10., 12:30 Uhr

Zur Facebook-Veranstaltung geht’s hier.

Griechenland nach der Wahl:

Linke Regierung, Arbeiterbewegung und die Politik der KKE

  1. Oktober, 19:30 Uhr – DGB-Haus Frankfurt

Die Hoffnungen waren riesig: Im Januar wählten die Griechen eine mehrheitlich linke Regierung, im Juli zeigte der Sieg des „Oxi“ beim Referendum, dass die Menschen eine Alternative zur von der EU verordneten Politik der Massenverelendung suchen.

Inzwischen hat Syriza das neue Memorandum akzeptiert, der linke Flügel der Partei hat sich abgespalten, im September wurde ein neues Parlament gewählt. Die Griechische Kommunistische Partei (KKE) hat einer Beteiligung an einer linken Regierung eine Absage erteilt – sie setzt darauf, in den Kämpfen von heute die Kraft und das Bewusstsein zu entwickeln, mit dem die Bewegung der arbeitenden Menschen morgen die Macht der Banken und Konzerne brechen kann.

Welche Perspektive gibt es für linke Politik in Griechenland?

Welche Rolle spielt die KKE in den Kämpfen gegen das Memorandum?

Eindrücke aus dem Wahlkampf von Teilnehmern der Solidaritäts-Reise der SDAJ und Diskussion mit Emmanuel Korakis (KKE)

  1. Oktober, 19:30 Uhr, DGB-Haus Frankfurt – Wilhelm-Leuschner-Str. 69

Veranstaltet von: DKP Frankfurt/M. & SDAJ Frankfurt/M.1510Griechenland

 

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Paul arbeitet in einem großen Einzelhandelsbetrieb in Frankfurt. Er schilderte und die dramatische Lage in seinem Betrieb.

Nach mehr als einem Jahr unveränderter Arbeitsverhältnisse, in einem Einzelhandelsbetrieb in Frankfurt, legt dieser Bericht dar wie viel Last und Unmut unter den Kollegen herrscht. Diese Arbeitsumstände werden von der Geschäftsleitung, allem Anschein nach, bis zum Maximum ausgereizt und es wird in Kauf genommen, dass Mitarbeiter stressbedingt ausfallen, überlastet sind und keinerlei Motivation mehr haben zu arbeiten. Nach einer internen Umstellung ist die Situation so gut wie unverändert. Überstunden, kranke Kollegen, die auf die Arbeit kommen, weil sie ihre Abteilung nicht im Stich lassen wollen, andere wiederum melden sich krank, um dem Druck irgendwie mal zu entkommen. Man flüchtet sich, in damals unbeliebte Aufgaben. Alles ist besser, als sich von Kunden anschreien zulassen oder auch von Kollegen angemeckert zu werden. Man trifft mittlerweile schon Aussagen wie „Ich freue mich schon auf die Zeit, wenn mal weniger los ist.“ oder „Hoffentlich gehen die Kunden von alleine“. Diese Aussagen zeigen allein schon wie hoch der Ausbeutungsgrad ist. Wenn der Betriebsrat offen legt, was alles schief läuft, bekamen sie danach gesagt, dass sie schlechte Stimmung verbreiten würden und nicht motivierend auf die Mitarbeiter wirken. Aber alles, was sie erzählen, ist die Wahrheit und die tut manchmal halt weh. So ziemlich alle Kollegen laufen am Limit und das merkt man auch an ihrer Stimmung. Sie sind gereizt, es herrscht oft ein patziger Umgangston untereinander, alles muss auf einmal und sofort erledigt werden. Kollegen werden nicht ordnungsgemäß geschult, wenn sie überhaupt geschult werden, denn es ist ja kaum Zeit die Kollegen auf Schulungen zu schicken, da ja sonst nicht genügend Mitarbeiter in der Abteilung wären. Kollegen werden mit Aufgaben überschüttet, die sie zuvor niemals gemacht haben und dann wundert man sich, warum diese Aufgaben nicht zufriedenstellend erledigt werden. Die Menschen brechen zusammen, weinen, sind verzweifelt und wissen nicht wohin mit dem Arbeitsvolumen. Wut, Frust und vor allem Hilflosigkeit sind auch große Faktoren aber gleichzeitig stellt man sich die Frage, was es denn nützen würde, wenn man jetzt einfach hinschmeißt? Den Kollegen nutzt es nichts, dem direkten Vorgesetzten nutzt es genauso wenig, da sie genau in der selben Situation stecken wie die Mitarbeiter. Von der nächsthöheren Instanz, wird maximal von ein bis zwei Leuten gefragt, wie die Situation ist und ob man irgendwie helfen kann. Die Verkaufszahlen stimmen im Großen und Ganzen, daher sehen die meisten auch keinen Handlungsbedarf, denn egal wie sehr die Kollegen auf dem Zahnfleisch gehen, Kohle kommt immer noch rein. Auch die Ausbildungssituation ist sehr besorgniserregend. Es wird nur noch bedarfsgerecht ausgebildet, dies hat zur Folge das der jeweilige Beruf entweder eine oder gar keine Stelle zu besetzten hat. Bei Stellenausschreibungen findet man nur Teilzeitstellen, denn mehr Leute mit weniger Stunden können halt mehr arbeiten, als eine Person mit einer Vollzeitstelle. In solchen Betrieben ist Wachstum das Credo, egal wie und ohne jegliche Rücksicht.“

Am 22.8. fand in Kassel der Christopher-Street Day (CSD) statt. Es begann mit einem bunten Umzug „queer“ durch die Stadt, bei dem in Partystimmung auf unterschiedlich Weise für die Anerkennung von Schwulen und Lesben geworben wurde. Danach ging es auf den Vorplatz des Hauptbahnhofs, wo mehrere Parteien und Organisationen Infostände aufgebaut hatten und es Musik und jede Menge zu Saufen gab. Es wurde einfach gefeiert und wenn man so als Außenstehender daran vorbeiging, hätte man vielleicht denken können, es wäre ein Stadtfest. Doch natürlich ging es den Veranstaltern und vielen Besuchern darum, den Forderungen von Schwulen und Lesben nach Gleichberechtigung Ausdruck zu verleihen und auch dabei zu feiern.

Die Geschichte des CSD
Doch die Geschichte des Christopher-Street-Days ist eine sehr politische. Der CSD erinnert an den ersten Aufstand von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street: In den frühen Morgenstunden des 28. Juni 1969 fand in der Bar Stonewall Inn der sogenannte Stonewall-Aufstand statt. Zu dieser Zeit gab es immer wieder gewalttätige Razzien der Polizei in Kneipen mit trans- und homosexuellem Zielpublikum. Als sich an diesem Abend insbesondere Dragqueens und Transsexuelle gegen die Kontrollen wehrten, war dies der Ausschlag für tagelange Straßenschlachten mit der New Yorker Polizei. Seitdem wird in New York am letzten Samstag des Junis, dem Christopher Street Liberation Day, mit einem Straßenumzug an dieses Ereignis erinnert. Daraus ist eine internationale Tradition geworden, im Sommer eine Demonstration für die Rechte von Schwulen und Lesben abzuhalten. Der CSD hat also definitiv eine politische Berechtigung und Bedeutung.

Warum die CDU auf dem CSD nichts zu suchen hat
Und auch politisch war dieses Fest sehr bunt gemischt. Doch man sollte sich schon die Frage stellen, ob es nicht heuchlerisch ist, wenn eine Partei wie die CDU dort ist. Das interessierte uns als SDAJ, da wir an diesem Tag auch da waren um zu feiern und zu demonstrieren. Also gingen wir zu dem Stand der CDU, um mal selber zu fragen, ob sich die CDU dafür nicht etwas verlogen vorkam, da sie doch sonst ein sehr „traditionelles“ Familienbild vertrete. Natürlich wurde erstmal ausgewichen und gesagt, dass man das persönlich ganz anders sehe oder Vorwürfe gebracht, wie das Che Quevara ein linksradikaler Terrorist wäre und dass es deswegen wesentlich verwerflicher sei, in einer Partei links der CDU zu sein. Eine konstruktive Diskussion über die Positionen der CDU war also nicht möglich. Es wurde nur gesagt, dass die CDU sich langsam, aber sicher in Richtung Offenheit bewegen würde. Dabei wird im Programm der CDU die Gleichstellung einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft weiterhin abgelehnt, genauso wie das Adoptionsrecht für Homosexuelle. Die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) gehen mit ihren Forderungen weiter. Aber für die meisten Menschen ist es berechtigterweise unbegreiflich, wie ein Homosexueller in der CDU sein kann, die mit anderen reaktionären Parteien am entschiedensten gegen mehr Rechte von Homosexuellen kämpfen. Als ein Teil des Infostandes der CDU dank des Windes davonflog, hörte man hämisches Gelächter von einigen Menschen. Das zeigt uns doch, dass die CDU nicht nur von uns auf dem CSD nicht gerne gesehen ist. Sie vertreten im Parlament nicht die Interessen der Menschen, die den CSD besuchen.

Diskriminierung in Deutschland – Staatlich geduldet
Es gab 240 Fälle von Hasskriminalität gegen Homosexuelle im Jahr 2013 und die Dunkelziffer ist viel höher. Jeder vierte Homosexuelle hat einen Suizidversuch hinter sich. Die Wahrscheinlichkeit für einen Suizidversuch ist bei Homosexuellen 5-Mal höher als bei Heterosexuellen. Doch anstatt gegen Diskriminierung zu kämpfen, halten konservative Parteien wie CDU, CSU und AFD greifen die Vorurteile von Teilen der Bevölkerung auf und somit bleibt Diskriminierung in unserer Gesellschaft bestehen. Im Grundgesetz wird von der Gleichstellung aller Menschen geredeten, doch von Homosexuellen, Transsexuellen und anderen Sexuellen Minderheiten ist nicht die Rede und angesichts der Positionen etablierter Parteien, ist davon auch nichts zu sehen. Homosexuelle Menschen, die aus Ländern geflohen sind, wo sie wegen ihrer Sexualität verfolgt wurden, werden abgeschoben. So etwas wird nicht als Fluchtgrund anerkannt. Doch die Unterdrückung verschiedener Sexualitäten ist von Eliten und Konzernbossen gewollt. Denn wenn wir uns über Homosexuelle ärgern, dann ist es schwerer, gemeinsam und solidarisch z.B. für eine Gehaltserhöhung zu kämpfen. Homophobie ist für uns alle scheiße und sie spaltet die werktätige Bevölkerung.

Wir fordern:
– Die Gleichstellung aller Menschen inklusive sexueller Minderheiten muss im Grundgesetz verankert werden!
– Alle freiwilligen Beziehungen zwischen Menschen müssen gleichberechtigt sein!
– Wir brauchen eine wissenschaftliche und humanistische Sexualerziehung!