Alleinerziehende Mutter, Teilzeit bei 8,50€ Stundenlohn – keine Seltenheit in unserer Gesellschaft. Noch immer sind Frauen besonders stark benachteiligt, beispielsweise bekommen sie im Schnitt 22% weniger Lohn als Männer. Auch im Jahr 2015 gibt es also noch gute Gründe am Internationalen Frauentag aktiv zu werden. In Frankfurt führten wir deshalb eine Kundgebung an der Hauptwache durch. Wir verteilten Postkarten und Flyer um auf die systematische Benachteiligung von Frauen hinzuweisen und mit den Passanten ins Gespräch zu kommen.

Unterstützung bekamen wir dabei von vielen Genossinnen und Genossen aus ganz Europa die an diesem Wochenende in Frankfurt beim elften Treffen europäischer kommunistischer Jugendorganisationen zu Gast waren. So konnte bei den Redebeiträgen auch auf die Situation in anderen Ländern Europas eingegangen werden.

Dabei wurde klar, dass für die herrschende Klasse im Kapitalismus ein Interesse an der Frauenunterdrückung besteht. In ihrer Rede ging eine Genossin unseres Verbandes auf genau diesen Zusammenhang ein: „Frauen werden im Kapitalismus also stärker ausgebeutet als Männer und erfüllen zudem für das Bestehen der Gesellschaft zentrale Aufgaben, wie Erziehung der eigenen Kinder und Pflege von kranken Angehörigen, ohne irgendeinen Lohn. Diese doppelte Unterdrückung spaltet die arbeitende Bevölkerung in Haupt- und ZuverdienerInnen und drückt alle Löhne. Billige Frauenarbeit liegt also im Interesse der Unternehmen.“

Neben vielen positiven Reaktionen der Passanten konnten wir auch interessante Gespräche führen, in denen uns häufig die persönliche Lage dieser Menschen geschildert wurde. Schlechte Bezahlung und Geringschätzung der Arbeit ist für Millionen Frauen alltäglich. Die vielen Diskussionen zeigen uns wie wichtig es ist, weiter für die Gleichstellung der Frauen zu kämpfen. Gerade in den Tarifrunden, wie derzeit bei den Erziehungsberufen und sozialen Berufen im Allgemeinen, wollen wir gemeinsam mit den Beschäftigten und ihren Gewerkschaften für gleichen Lohn für gleiche Arbeit auf die Straße gehen. Jede Verbesserung die dafür sorgt, dass Frauen weniger stark unterdrückt und ausgebeutet werden, ist wichtig. Wir sind jedoch der Meinung, dass die völlige Gleichstellung der Frau erst dann verwirklicht werden kann, wenn auch die Gesellschaft nicht länger vom Profitinteresse einer Minderheit geleitet wird, sondern vom gemeinsamen, demokratischen Willen der arbeitenden Menschen. Wir nennen diese Gesellschaft den Sozialismus. Doch egal, ob nur für kleine Verbesserungen oder für die Gesellschaft nach unseren Interessen: Geschenkt wurde und wird uns nichts!

Wir müssen selbst dafür aktiv werden, uns organisieren und kämpfen.

Dafür brauchen wir auch Dich und Du brauchst uns!

Das Antifa Plenum Gießen lädt ein, zu zwei Veranstaltungen mit der israelischen Aktivistin Jasmin Wagner.
Nachfolgend die Informationen, die dem Flyer zu entnehmen sind:

Schwerpunkt des Vortrages

Die aktuelle politische Situation in Israel
Die aktuelle Situation der israelischen Linken
Die persönlichen Erfahrungen

Termine

04.03.2015, Mittwoch, Gießen, Kongreßhalle Gießen, Versailleszimmer,
Berliner Platz 2, 35390 Gießen, 19.30 Uhr
05.03.2015, Donnerstag, Marburg, DGB Marburg, Bahnhofstr. 6, 35037
Marburg, 19.30 Uhr

Die Referentin
Jasman Wagner wurde 1982 in Jerusalem geboren. Ihre Kindheit und
Jugend verbrachte sie dort. Vor 4 Jahren emigrierte sie nach
Deutschland. Jasmin Wagners Familie von der mütterlichen Seite stammt
aus dem Irak, ihr Großvater väterlicherseits war ein Überlebender des
Holocaust. Jasmin Wagner hat einen Master in Musik von der Jerusalemer
Musikakademie und ist Mitglied der Band “21″ gegen Wehrpflicht und
Militarismus. Derzeit lebt sie in Berlin und arbeitet mit behinderten
Menschen.

Wir als Landesverband Hessen haben die lange, anstrengende Reise ins weit entfernte, kalte München zusammen angetreten um am diesjährigen Jugendblock auf der Gegendemo zur sogenannten Sicherheitskonferenz teilzunehmen.

In unseren Gruppen haben wir uns schon vorher mit der Frage beschäftigt, warum es so wichtig ist gegen dieses all jährige Treffen der Herrschenden und Mächtigen auf die Straße zu gehen.

Für alle, die selbst nicht mitkommen konnten, hier ein kleiner Erlebnisbericht:

Samstagmorgen auf dem Weg zur Auftaktkundgebung dauert es nicht lange bis wir umzingelt sind von Landes- und Bundespolizei. Polizisten vom bayrischen Sonderkommando, die teilweise nicht älter sind als wir selbst, eskortieren uns durch den Bahnhof und lassen für alle Unbeteiligten den Eindruck entstehen, hier sind Schwerverbrecher unterwegs.

Grund dafür war, dass sich an dem Tag ukrainische Nationalisten und Faschisten in der Stadt versammelt haben und um deren Sicherheit wurde sich überaus bemüht.So bekommen wir schon mal einen Eindruck von der Polizeipräsenz, die für diesen Tag bestellt wurde. Auf jeden von uns Demonstrierenden kommt so ungefähr ein Polizist, insgesamt waren 3600 Polizisten im Einsatz.

Bei der Auftaktkundgebung haben wir dann zusammen mit vielen anderen Genossinnen und Genossen aus Bayern und Baden-Württemberg unser Material unter den Jugendlichen verteilt und uns zum Block formiert. Auf dem Lauti gab es eine coole Figur, die zum STOP WARS Motto gepasst hat: Darth Vader (die dunkle Seite der Macht), der sich durch Öffnen der Klappe in Angela Merkel verwandelt.Die deutsche Rolle und Beteiligung bei Kriegen und Konflikten weltweit haben wir dann auch auf der Demo lautstark gemacht: „Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt!“ und „Ausbildungsplätze statt Kriegseinsätze!“ bleiben die Favoriten. Außerdem gab es von den unterstützenden Organisationen, darunter zum Beispiel die verdi Jugend München, interessante Redebeiträge.

Dass das diesem Staat gewaltig gegen den Strich geht hat man schnell gemerkt: All die schönen Transpis waren leider für die Passanten überhaupt nicht erkennbar, da die Polizei doppelreihig Spalier gelaufen ist und uns so vollkommen abgeschirmt hat.Ein paar Mal wurde die Demo auch gestoppt und überall wimmelte es nur so von Zivilpolizisten.Nach einer guten Stunde Demo ging es wieder zum Marienplatz, wo wir auf der Abschlusskundgebung erneut mit unseren Positionen geworben haben.

Nach einem anstrengenden Tag ist für uns ganz klar: Wir kommen wieder! Zum G7 Gipfel, zur nächsten Nato-Siko oder überall dorthin, wo zum Beispiel die Bundeswehr im Interesse der Banken und Konzerne ihre Werbung macht. Denn: Weder Repressionsorgane noch Eiseskälte konnten und können uns in Zukunft davon abhalten: Krieg dem Krieg heißt Kampf dem Kapital!

 

Make Capitalism History.!

Werde aktiv! Mach mit!

Gepostet am 20. Februar 2015 Landesverband

Lust aktiv zu werden?
Komm zu unserem Gruppenabend wir treffen uns jeden Dienstag um 17 Uhr im Café Panama in der Langebrückenstraße 14 in Fulda.

Auf unseren Gruppenabenden sprechen wir über aktuelle Probleme und Ereignisse in Fulda und Umgebung, in der Bundesrepublik und auch über internationale Entwicklungen.
Wir beratschlagen gemeinsam über Aktionen und halten auch Bildungsabende über theoretische Fragen ab.

Komm vorbei! Mach mit!

Am 18.03.2015 ist es soweit – das neue Gebäude der Europäischen Zentralbank (EZB) wird eröffnet. Dieses Gebäude hat über eine Milliarde Euro gekostet. Von dort aus soll demnächst die Verelendung der europäischen Bevölkerung für die Profite der Banken und Konzerne organisiert werden. Das ist für uns natürlich kein Tag zu feiern, sondern ein Tag, um ein Zeichen des Widerstandes zu setzen. Das Blockupy-Bündnis, an dem verschiedene Organisationen beteiligt sind , ruft auf, die Eröffnungsfeier zu stören. Um 7 Uhr beginnen die Blockaden der EZB. Mittags geht es dann mit einer Kundgebung in der Innenstadt weiter und ab 17:00 Uhr beginnt die Demo.

Rettung Griechenlands durch die Syriza?

Griechenland ist hoch verschuldet. Das Sparprogramm der EU geht auf Kosten der griechischen Bevölkerung: Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei rund 50%, die Löhne sind drastisch gesunken, die Gesundheits- und soziale Versorgung hat sich wesentlich verschlechtert. Von diesen Sparmaßnahmen profitieren die Verursacher der Krise, die mittlerweile wieder ordentlich Gewinne machen: Banken und Konzerne. Während an der griechischen Bevölkerung gespart wird, besteht die EU im Sparprogramm übrigens weiter auf Rüstungsausgaben. Bei den letzten Wahlen in Griechenland vor einigen Wochen hat die linkssozialdemokratische SYRIZA über 35% der Wählerstimmen bekommen und wird nun zusammen mit der rechtskonservativen ANEL die Regierung in Griechenland stellen. Ihre Maß- nahmen wie z.B. die Wiedererhöhung des Mindestlohns scheinen erst einmal vielversprechend und könnten eine echte Verbesserung der miserablen Lebensbedingungen bringen. Doch hier sind auch Zweifel angebracht: SYRIZA ist weit davon entfernt, das kapitalistische System in Frage zu stellen. In der jetzigen Situation würde eine ernsthafte Verbesserung für breite Schichten aber eine direkte Konfrontation mit dem Großkapital voraussetzen, die von dieser Situation profitieren. Dazu ist SYRIZA aber nicht bereit: Im Mai 2014 betonte der Parteiführer Tsipras noch „mit der ganzen Kraft der Seele“, dass niemand die Zugehörigkeit Griechenlands zum Westen, zur EU und zur NATO anzweifeln wolle. Wer aber die Mitgliedschaft Griechenlands im Euro und der EU für nicht verhandelbar erklärt, hat in den Verhandlungen mit EU und Europäischer Zentralbank um neue Kredite und Streckung der Rückzahlungsfristen so gut wie keine Verhandlungsmasse mehr. Deswegen sind wir solidarischen mit der kommunistischen Partei Griechenlands (KKE), ihrem außerparlamentarischen Kampf und ihrer Forderung nach einer Schuldenstreichung. Langfristig kann es natürlich nur darum gehen den Verursacher der Krisen zu besiegen – den Kapitalismus. EU heißt Politik gegen die

EU heißt Politik gegen die Jugend!

Von den katastrophalen Zuständen in Griechenland und Co abgesehen: Auch in Deutschland spart der Staat zu Gunsten der großen Banken und Konzerne. Jährlich fehlen in Deutschland etwa eine halbe Million Ausbildungsplätze. Wer einen Ausbildungsplatz hat, muss dort oft ausbildungsfremden Tätigkeiten nachgehen und bekommt so wenig Ausbildungsvergütung, dass es kaum zu einem menschenwürdigen Leben reicht. Nach der Ausbildung landen immer mehr Jugendliche in Leiharbeit. Wir, die SDAJ, fordern ein Ausbildungsgesetz: das Recht auf Ausbildung, eine Mindestausbildungsvergütung und das Verbot von Leiharbeit.. Aber nicht nur an der Ausbildung wird gespart. Viele Schulen müssen mit veralteten Lehrmitteln arbeiten und bedürfen schon lange einer Renovierung. Schwimmbäder, Jugendzentren und viele andere Einrichtungen werden geschlossen, weil sie keine Gewinne einbringen. Und das, obwohl Deutschland eines der reichsten Länder der Welt ist.

EU heißt Krieg!

Anstatt Geld für die arbeitende und lernende Jugend Europas auszugeben, werden Milliarden in die Rüstung gesteckt. Damit ist die deutsche Bundeswehr in Afrika, im Nahen Osten und in der ganzen Welt vorne dabei. Dabei geht es natürlich nicht, wie in den Medien immer behauptet wird, um humanitäre Intervention und Kampf gegen den Terror. Seitdem deutsche Soldaten in Afghanistan sind, hat sich die humanitäre Situation nur verschlechtert. Daran verdient haben stattdessen Rüstungskonzerne und Banken. Deshalb ist es ist auch nicht verwunderlich, dass nur in Ländern interveniert wird, die viele Rohstoffe, Handelswege oder Absatzmärkte besitzen. Deutschland und der EU sind alle Mittel recht, um Profit zu machen: Zuletzt zeigte sich das in der Ukraine, wo gemeinsam mit Faschisten ein Putsch durchgesetzt wurde. Wir fordern: Bundeswehr raus aus aller Welt! Bundeswehr raus Schulen und Unis

EU heißt Profite für die deutschen Banken und Konzerne!

Besonders hier in Deutschland haben wir Grund zu protestieren und Widerstand zu organisieren. Denn Deutschland ist als wirtschaftlich stärkstes Land der EU ein Zentrum der Macht und hat damit mehr zu sagen als wirtschaftlich schwächere Länder. Die EU ist alles andere als ein demokratisches Gremium: Politik können die schwächeren Mitgliedsstaaten nicht unabhängig von deutschen Lobbyisten in ihren eigenen Ländern machen. Und vom Spardiktat in Griechenland und weiteren südeuropäischen Ländern profitieren vor allem die deutschen Banken und Konzerne, die hier in Deutschland mit Leiharbeit und niedrigen Löhnen ihre Profite steigern. Internationale Solidarität heißt also vor allem: Den deutschen Imperialismus bekämpfen!

Widerstand ist Pflicht!

Wie wir sehen gibt es viele Gründe auf die Straße zu gehen. Gegen marode Schulgebäude, miese Ausbildungsbedingungen und Leiharbeit. Gegen Jugendarbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit in ganz Europa. Gegen die EU, die Kriege führt für Profit. Deshalb rufen wir auf, sich an den Protesten am 18.03. zu beteiligen und langfristig in Schule, Betrieb und Hochschule für unsere Rechte aktiv zu werden! Also: Raus zum 18.03., rein in JAV, SV, Fachschaft und SDAJ! Make Capitalism History!

Seit wenigen Wochen organisiert auch „PEGIDA Rhein-Main“ wöchentliche Kundgebungen in Frankfurt. Die letzten beiden Male konnten wir die Kundgebung erfolgreich stören und eine Demo verhindern. Auch heute treffen wir uns wieder um 16:30 Uhr in Frankfurt, um zu zeigen, dass PEGIDA in Frankfurt keinen Platz hat! Hier das gemeinsame Flugblatt von SDAJ Frankfurt und DKP Frankfurt-Mitte:

Schulter an Schulter gegen rassistische Spaltung und Hetze

Für eine solidarische Kultur – für eine solidarische Gesellschaft

Woher kommt PEGIDA?

PEGIDA ist ein Ergebnis jahrelanger Hetze gegen den Islam und gegen Muslime. Kampfbegriffe wie „Islamist“ und „Dschihadist“ sind durch Medienkonzerne und die herrschende Politik der Öffentlichkeit eingehämmert worden. Publizisten wie Henryk M. Broder oder Thilo Sarrazin wurde ein breites Forum für ihre Hetze geboten. Von BILD und SPIEGEL bis zur ZEIT arbeiteten Medien am Feindbild Islam mit tatkräftiger Unterstützung von CDU/CSU und Teilen der SPD. Die Organisatoren und manche Teilnehmer der PEGIDA sind keine unbeschriebenen Blätter: mehrmals Vorbestrafte wie Lutz Bachmann aus dem rechtem Milieu, Mitglieder der NPD, Hooligans aus der rechten Szene – vor allem aus dem Umfeld von Dynamo Dresden sind mit von der Partie. Nun werden sie durch CDU/CSU und die Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen salonfähig gemacht.

Heuchlerische Distanzierung

Es ist heuchlerisch, wenn sich die Regierungsparteien jetzt von PEGIDA distanzieren. Merkel sagt, der Islam gehöre zu Deutschland, aber die Geistlichen müssten ihr Verhältnis zur Gewalt klären. Das ist eine weitere Stigmatisierung. Innenminister de Maizière maßregelt mit dem erhobenen Zeigefinger die islamischen Gemeinden und beschließt verschärfte Maßnahmen gegen Muslime. Die Botschaft lautet: „Die Regierenden sind tolerant, der Islam hat ein Problem mit Gewalt, aber die Regierung hat das im Griff.“ Mit dem Demonstrationsverbot vom 19. Januar in Dresden wurde die Terrorangst weiter geschürt und PEGIDA als demokratisches Opfer geadelt. Eine selbst in Regierungskreisen umstrittene, angebliche Anschlagsgefahr reichte aus, um das Grundrecht auch der Gegendemonstranten auszuhebeln, schuld sollten die „Islamisten“ sein. Dann bekam die PEGIDA-Spitze eine Bühne in der Jauch-Show und der gesamten Presse, um sich als Opfer und als ‚besorgte Bürger‘ darzustellen.

Von wegen „blühende Landschaften“!

25 Jahre nach der Einverleibung der DDR gehen wieder Tausende Menschen auf die Straße, um zu skandieren „Wir sind das Volk“. Ihnen wurden damals „blühende Landschaften“ versprochen. Tatsächlich wurde den Menschen nach dem Abriss der Mauer Erwerbslosigkeit, Niedriglohnjobs, Perspektivlosigkeit und viel Frust beschert. Die kapitalistische Wirklichkeit kam im Osten Deutschlands an. Nun gilt auch hier das Gesetz: Die Arbeit nutzt nicht der Gesellschaft, sondern dem Reichtum der Konzerne und ihrer Eigentümer. Sie machen Profite auf Kosten der Mehrheit, die Überstunden schuften muss oder gar keine Arbeit hat und trotzdem immer mehr bezahlen muss: Hohe Mieten und Energiepreise, steigenden Kosten für Mobilität und Bildung, etc.

Gefährliche Unzufriedenheit

Die Herrschenden wissen, dass die Unzufriedenheit in der Bevölkerung irgendwann steigen muss – nach den Hartz-Gesetzen, nach völkerrechtswidrigen Kriegen und der noch anhaltenden Krise. Die deutschen Banken und Konzerne, ihr Staat und ihre Medien wissen, dass die Unzufriedenheit ihnen gefährlich werden kann. Deshalb haben sie verschiedene Ablenkungs- und Abwehrmethoden entwickelt. Dazu gehören die Aufstandsbekämpfungspläne der Bundeswehr und solche Ablenkungen wie PEGIDA.

Wovon lenkt PEGIDA ab?

PEGIDA lenkt von denen ab, die verantwortlich sind für die materielle und kulturelle Sackgasse, in der sich Deutschland befindet. Die Verantwortlichen und Profiteure sind die Monopole und ihr Staat. Ihre Jagd nach Profit, ihre Konkurrenz untereinander, rollt über Menschenleben hinweg, ob durch Kriege, durch Armut, Arbeitshetze oder Hoffnungslosigkeit. PEGIDA greift die Unzufriedenheit in der Bevölkerung auf, trommelt Wut und Hass gegen die Zustände zusammen, um sie gegen andere Teile der Bevölkerung zu wenden. Es werden Politiker beschuldigt, sich nicht um „das Volk“ zu kümmern, gemeint ist aber nicht die in Deutschland lebende Bevölkerung, sondern ein „deutsches Volk“. Muslime und Flüchtlinge sollen angeblich nicht dazu gehören.

Muslime, Geflüchtete, Migrierte sind aber unsere Kolleginnen und Kollegen, unsere Nachbarn, unsere Mitstreiterinnen und Mitstreiter für höhere Löhne und mehr Rechte. Sie wollen, genau wie wir alle, ein Leben in Frieden, in Würde, in materieller Sicherheit. Auch davon soll PEGIDA ablenken. Im Namen des Volkes wird versucht, Teile der Bevölkerung gegen andere zu hetzen, mit dem Ziel, die Herrschenden abzusichern und ihre „Ordnung“ zu verfestigen.

Die Mär vom Kulturverlust

PEGIDA soll auch davon ablenken, dass die Geschichte der Menschheit schon lange eine gemeinsame ist: die Religionen und Kulturen haben sich gegenseitig beeinflusst und durchdrungen. Was für uns Weltoffenheit und Universalismus ist, ist für die Rechten „Kulturverlust“ und „Überfremdung“. Dabei hatte auch der Islam eine große Bedeutung für die Entwicklung Europas. Während der arabischen Herrschaft in Spanien gelangten viele wissenschaftliche Schriften nach Europa und so eröffnete sich der Horizont für die weitere Entwicklung bis zur Aufklärung. Der Respekt und die Bewahrung allen kulturellen Erbes ist unsere Aufgabe.

PEGIDA – Anschub für den repressiven Staatsumbau!

Anfang der 90er Jahre ging schon einmal eine rassistische Welle durch Deutschland. Brandanschläge durch Neonazis, Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte und Wohnungen von Migranten. Morde, Verletzte, Gehetzte. Als von Hoyerswerda bis Solingen Häuser brannten, stellten sich viele Menschen gegen rassistische Gewalt. Die Schreibtischtäter heuchelten Anteilnahme und nutzten die von ihnen selbst unterstützten Pogrome zur Abschaffung des Grundrechts auf Asyl, und für die verschärfte Abschottung Europas. Das Muster ist heute gleich. Im letzten Jahr wurden bereits das Asylrecht verschärft und die sozialen Rechte von EU-Bürgern beschnitten. Jetzt drohen weitere Angriffe auf die Grundrechte Aller (siehe Kasten).

PEGIDA ist Spaltung – Wir sind die Einheit!

Wir Kommunistinnen und Kommunisten wissen aus mehr als 150 Jahren Erfahrung: Für uns, für die ausgebeutete und entrechtete Klasse, die den Reichtum mit unserer Arbeit schafft, gibt es nur eine Perspektive: Wir müssen uns vereinigen und uns eigenständig organisieren: In Gewerkschaften, in Vereinen, in Hilfs- und Schutzorganisationen, unabhängig von Religion, Weltanschauung, Herkunft und Geschlecht.

Um gegen die scheinbare Übermacht der Klasse der Kapitalisten eine grundlegende Veränderung durchzusetzen, brauchen wir unsere gemeinsame Kraft. Unser Ziel ist die Einheit Lohnabhängigen Bevölkerung. Rechte Bewegungen wie PEGIDA wollen die Spaltung, ebenso wie die Regierung und die Konzerne.

Sie wollen nicht Solidarität, sondern Entsolidariserung, sie wollen nicht vorwärts zu einer besseren, friedlichen Welt, sondern zurück in die Barbarei. Die bitteren Erfahrungen der in Deutschland lebenden Bevölkerung mit zwei Weltkriegen, die von der deutschen Kapitalistenklasse entfesselt wurden, sollten uns Lehre sein:

Nie wieder Krieg!

Nie wieder Faschismus!

 

 

Das Bündnis „Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus“ hat am Montag den 26.01 eine Demonstration veranstaltet.
Diese fand auf dem Bahnhofsvorplatz in Fulda statt und endete mit Redebeiträgen auf dem Uniplatz.

Im Vorfeld hat es ein Koordinierungstreffen gegeben. 80 BürgerInnen aus zahlreichen Parteien, größtenteils bürgerlichen Organisationen, Gewerkschaften und Glaubensgemeinschaften haben sich dort zusammengefunden, um über die Problematik der zurzeit aufkeimenden Fremdenfeindlichkeit und der rechten Aktivitäten in Fulda zu diskutieren und einen Aktionsplan für die Demonstration zu erstellen.

„Wir als Fuldaer Bündnis Nie wieder Faschismus “ und der Deutsche Gewerkschaftsbund verfolgen seit geraumer Zeit, die Aktivitäten in den sozialen Netzwerken zu den Themen wie „keine Moschee in Fulda“ sowie Aktivitäten in rechten Gruppierungen. Wir sehen die Gefahr das den nächsten Wochen, sich in Fulda eine PEGIDA Bewegung entwickeln kann. Wir wollen uns in Fulda dieser Entwicklung entgegen stellen.“

Um der Gefahr des Aufkeimen eines PEGIDA Ablegers in Fulda zuvor zu kommen haben sich 12000 TeilnehmerInnen an der Demonstration mit dem Titel „Fulda stellt sich quer“ beteiligt.
Kernpunkte waren für Weltoffenheit und Toleranz, sowie gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und die Gleichsetzung von mehrheitlich friedlichen Muslimen mit mordenden Terroristen.

Wir wollen ein buntes Fulda, in dem Platz für Jede und Jeden ist, unabhängig von Nationalität, Kultur, Religion, ethnischer Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung. Und wir dulden auch eine Bewegung wie FUGIDA nicht, denn es ist der Versuch extremer Rechter und Nationalisten, wie in Dresden, viele Menschen auf die Straßen zu bringen, indem Ängste geschürt und Fremdenfeindlichkeit verbreitet werden.

Gelungender Demoauftritt!

Die SDAJ Fulda bildete gemeinsam mit Linksjugend ‚Solid und REVOLUTION sowie interessierten SchülerInnen und jungen ArbeiterInnen den Jugendblock der lautstark und organisiert auftrat. Die Flyer die von uns verteilt wurden haben das klar gemacht, was bei keinem der Redebeiträge geäußert wurde.
PEGIDA ist ein Produkt des massiven Sozial- und Demokratieabbaus! Krisenkosten werden auf die Bevölkerung abgewälzt und Abstiegsängste sind reale Faktoren, die zu Unsicherheiten führen.
Dazu kommt das seit der Zunahme von Flüchtlingsbewegungen durch die Kriege im arabischen Raum propagiert wird das Deutschland „verfremde“.

Unterschiedliche Ansichten und Motive bewegen Menschen zur Teilnahme an PEGIDA – eine diffuse Wut auf die Herrschenden, und soziale Ungerechtigkeit oder die Kritik an der gleichförmige Berichterstattung vieler Medien. Eine Angst vor Flüchtlingen und MuslimInnen eint die Bewegung, eine Angst die von den OrganisatorInnen der Bewegung gezielt hergestellt und als Argumentationsgrundlage genutzt wird.

Notwendige antifaschistische Antworten!

Widerstand ist möglich und unbedingt nötig. Es gilt der Hetze nicht auf den Leim zu gehen und überall, wo PEGIDA auftaucht, sich ihnen in den Weg zu stellen. Wir müssen die Demagogie entlarven und zeigen wer für die Unsicherheit in der Gesellschaft verantwortlich ist: Die Herrschenden auf Bundes- und Landesebene, die Konzerne, die für Arbeitslosigkeit und fehlende Perspektiven verantwortlich sind. Rassismus lenkt von diesen Verantwortlichen ab. MuslimInnen werden in ihrer Gesamtheit zu islamistischen Terroristen gemacht, MigrantInnen und Geflüchtete werden als diejenigen präsentiert, die für die Probleme im Land verantwortlich sind. Klassenbewusstsein und Klassenkampf sind immer noch die wirksamsten Waffen gegen Rattenfänger wie PEGIDA oder in unserem Fall – FUGIDA.

Im Rahmen unseres Outings gegen den Ausbeuterkonzern WISAG führten wir mehrere
Infostände auf der Zeil durch um die Situation in dem Betrieb zu skandalisieren.
Nach einem dieser erfolgreichen Infostände meldete sich Andreas bei uns. Er
arbeitete 4 Jahre lang für die WISAG im Bereich Sicherheit & Service und
berichtete uns von den miesen Arbeitsbedingungen.

SDAJ: Hallo Andreas, schön dass du dich bei uns gemeldet hast. Du kennst die Situation
bei der WISAG aus eigener Erfahrung. Was war deine Aufgabe und welche
Arbeitsbedingungen herrschten dort?

Andreas: Ich war Mitarbeiter in einer Poststelle bei einer Firma namens PWC. Ein
Auftraggeber von WISAG. Ich habe dort in einem kleinen Team, 4 – 6 Wisag
Kollegen, den Postdienst im Haus gemacht, also Holen und Bringen von
Briefsendungen und Paketen und weitere Dienstleistungen in Bereich Post, so
ähnlich wie bei einem Postamt.

SDAJ: Wurdet ihr nach den geltenden Tarifverträgen bezahlt und wurden diese auch
eingehalten?

Andreas: Wir haben 8,50 Euro per Stunde erhalten. Die jährlichen Tariferhöhungen wurden
nicht an uns weitergegeben. Erst als als wir nach 3 Jahren mit Streik gedroht
haben wurden der Stundenlohn auf 8,90 Euro erhöht. Außerdem wurden die
gesetzlichen Feiertage nicht bezahlt. auch das wurde erst nach der
Streikandrohung geändert.

SDAJ: Wie war die Stimmung unter den Kolleginnen und Kollegen? Gab es Mobbing oder
andere Versuche die Belegschaft zu spalten?

Andreas: Die meisten Kollegen bildeten ein tolles Team. Wir saßen alle in einem Boot.
Allerdings wenn neue Kollegen als Vertretung oder neu ins Team kamen, wurde von
diesen oft versucht schlechte Stimmung zu machen und das Team zu spalten. Es
wurde dann intrigiert und gemobbt.

SDAJ: Habt ihr den Chef darauf angesprochen und wie hat er reagiert?

Andreas: Für Mobbing und intrigante Kollegen wollte sich keiner interessieren.

SDAJ: Sowohl die WISAG als auch die PWC haben anscheind sehr viel Geld mit diesem
Geschäftsmodell der Leiharbeit gemacht. Wusstet ihr wie viel sie durch euch
einkassiert haben?

Andreas: Es wurden pro Mitarbeiter zwischen 16 -17 Euro die Stunde einkassiert (plus
Mehrwerststeuer). Dieser Betrag wurde jährlich um etwa 2 – 3 % erhöht um die
Inflation und Tariferhöhugen auszugleichen.

SDAJ: Jugendliche sind häufig verstärkt von Ausbeutung betroffen, da sie verstärkt
gezwungen sind jeden Job anzunehmen. Gab es in deinem Bereich Jugendliche und
wie wurden diese behandelt?

Andreas: Es gab in diesem Bereich den einen oder anderen Vetreter, die aus dem
Sicherheitsdienst kamen. Diese erhielten einen Stundenlohn von 7,53 Euro. Es gab
auch einige Mitarbeiter von Subunternehmern. Diese erhielten einen Stundenlohn
von nur 6,50 Euro. Diese meist jungen Kollegen mussten teilweise von der
Tagschicht direkt in die Nachtschicht, also von der Poststelle in den
Wachdienst. Viele haben oft am Wochende im Wachdienst oder an 7 Tagen
hintereinander gearbeitet, also Stunden geschrubbt um genug zu verdienen.

SDAJ: Hattet ihr einen Betriebsrat der sich für euch eingesetzt hat?

Andreas: Der Betriebsrat hat in dieser Beziehung nicht viel gemacht. Im Betriebsrat saßen
auch Bereichsleiter, die eigentlich schon höhere Vorgesetzte und Vetreter des
Unternehmens sind.

SDAJ: Haben sich die Kolleginnen und Kollegen gewehrt?

Andreas: Nur manche Kollegen haben sich gewehrt. Die meisten hatten zuviel Angst um ihren
Job, zumal die meisten nur befristete Arbeitsveträge hatten. 1 Jahresverträge
sind gang und gebe. WISAG stellt gerne Arbeitslose ein, weil dann auch die
Fördergelder von der Agentur für Arbeit eingestrichen werden.

SDAJ: Danke für das interessante Gespräch. Wir werden weiter gegen Arbeitsbedingungen
wie bei der WISAG kämpfen. Wir brauchen mehr Kolleginnen und Kollegen wie dich,
die den Mut aufbringen über die Verhältnisse in ihren Betrieben zu berichten.
Gemeinsam können wir Ausbeuter outen und bekämpfen.

ie Auflösung des griechischen Parlaments im Dezember 2014 und seine Neuwahl am 25. Januar 2015 haben unterschiedliche Reaktionen ausgelöst.
Merkel und Schäuble sehen den Untergang des Abendlandes kommen. Sie drohen mit wirtschaftlichen Repressalien, falls die Griechinnen und Griechen nicht so abstimmen, wie es in Berlin gewünscht wird.
Auf der anderen Seite des politischen Spektrums erhoffen sich manche linken Menschen von einem Erfolg der Partei „Syriza“ den zweiten großen Sieg des Sozialismus im 21. Jahrhundert (nach der Wahl von Bodo Ramelow zum thüringischen Ministerpräsidenten).
Die Marburger DKP in ihrer stadtbekannten Nüchternheit hält sich von beiden Extremen fern. Sie schlägt vor, das Wahlergebnis vom 25. Januar erst einmal in aller Ruhe zu analysieren.
Da bei der Erörterung der griechischen Zustände immer wieder auch von der Zukunft des Euro die Rede ist, freuen wir uns darüber, dass wir für eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung den Wirtschaftsjournalisten Lucas Zeise gewinnen konnten. Er war Redakteur der „Financial Times“ Deutschland und schreibt in der Tageszeitung „junge Welt“ eine viel gelesene Kolumne über „Lust und Risiken des Kapitalverkehrs“.
Referent: Lucas Zeise (Frankfurt/Main)
Ort: Marburg, Käte-Dinnebier-Saal im Gewerkschaftshaus, Bahnhofstraße 6
Zeit: Donnerstag, 29. Januar 2015, 19:30 Uhr
Hierzu laden herzlich ein: DKP Marburg-Biedenkopf, SDAJ Gießen Marburg

SDAJ-Gruppe Fulda gegründet!

Gepostet am 18. Dezember 2014 Landesverband

Seit kurzem gibt es eine SDAJ-Gruppe in Fulda! Wenn ihr Interesse habt, uns kennenzulernen oder wenn ihr mal vorbeischauen möchtet, meldet euch unter info@sdaj-hessen.de oder schreibt SDAJ Hessen in Facebook.

Wir sind gerade dabei, die ersten Veranstaltungen und Aktionen zu planen – mehr Infos folgen bald…