Am Samstag, den 22.04., wollten Faschisten von NPD, DIE RECHTE, Identitäre Aktion und Co. einen Aufmarsch durch unsere Nachbarstadt Wetzlar starten. Doch den Nazis wurde durch Massenblockaden ein dicker Strich durch die Rechnung gemacht – von ihrer geplanten, 5 km langen Route, konnten sie nur etwa 50 Meter laufen. Dann wurden sie durch Gegendemonstranten quasi eingekesselt und durften am Abend sichtlich frustriertmit dem Zug abreisen. Wir waren im Rahmen des „Jugendbündnis Wetzlar gegen rechts!“ am Start und haben den Faschos deutlich gezeigt, dass ihnen nicht die Strasse gehört.


Hier unser Redebeitrag:

Liebe Freundinnen und Freunde!

Wir freuen uns, dass auch in diesem Jahr wieder so viele Menschen auf die Straße gegangen sind, um sich gemeinsam den Faschisten in den Weg zu stellen!

Und das ist leider auch bitter nötig. Die beiden letzten Naziaufmärsche in Wetzlar zeigen das ganz deutlich. 2015 und 2016 marschierten jeweils über 100 gewaltbereite Faschos durch die Stadt und verbreiteten ihre menschenverachtende Ideologie. Während Nazis von NPD, „Identitäre Aktion“, „DIE RECHTE“ und Co. Parolen wie „Ali, Memmet, Mustafa – geht zurück nach Ankara“ oder „Nationaler Sozialismus – Jetzt!“ brüllten, hatte die Polizei offenbar nichts besseres zu tun, als den Faschisten den Weg freizuprügeln.

Doch die beiden besagten Naziaufmärsche sind nur die Spitze des Eisbergs. Aktuell plant die NPD die Eröffnung eines sogenannten „Bürgerbüros“ in der Altstadt. Dort soll außerdem ein Nazi-Wohnprojekt mit insgesamt 9 Wohnungen entstehen.

Erst diesen Donnerstag versuchte eine Gruppe Faschisten ein Treffen des „Jugendbündnis Wetzlar gegen rechts“ zu überfallen, zum Glück erfolglos.

Wir als Schülerinnen und Schüler, Studierende, junge Arbeiterinnen und Arbeiter erleben täglich die tiefe soziale Spaltung in diesem Land, die zunehmend unsicheren Jobs gerade für junge Menschen. Diese Ergebnisse der herrschenden Politik öffnen Tür und Tor für rassistische Erlärungsmuster. Daher ist es nicht genug, sich nur moralisch gegen Rassismus und Nazis auszusprechen. Sind denn etwa der zunehmende Rassismus und faschistische Mobilisierungen losgelöst von der sozialen Frage zu betrachten? Wir sagen ganz klar: Wenn die Rente gekürzt wird, immer mehr unsichere Beschäftiungsverhältnisse die Regel sind und es zu wenig bezahlbaren Wohnraum gibt, dann ist das nicht die Schuld der Geflüchteten und Muslime! Wenn immer mehr Geld für die Kriegseinsätze im Interesse der deutschen Banken und Konzerne ausgegeben wird, während unsere Schulen und Unis vergammeln, dann ist das die bewusste Entscheidung dieses Staates gegen unsere Interessen!

Über 70 Jahre nach der Befreiung vom deutschen Faschismus führt Deutschland wieder Kriege und Faschisten verbreiten ihren Terror auf der Strasse! Spätestens seit dem NSU sind die Verstrickungen von Staat und Faschisten offensichtlich geworden. Der gleiche Verfassungsschutz, der terroristische Nazistrukturen deckt, hat schon diese Woche einen Gießener Antifaschisten belästigt, um Informationen über den heutigen, legitimen Protest gegen Nazis zu gewinnen. Das zeigt uns auf jeden Fall, dass wir den Widerstand gegen Rassismus und Faschismus selbst organisieren müssen und uns dabei auf keinem Fall auf diesen Staat verlassen können. Im Gegenteil, dieser Kampf kann nur gegen den kapitalistischen Staat geführt werden.

Denn von diesem Staat können wir nichts erwarten als Kriminalisierung und Repression als Antwort auf unseren Protest.

Wir stehen als kommunistischen Jugendverband für Solidarität, den Kampf für die gemeinsamen Interessen aller hier Lebenden und die Perspektiven auf eine bessere Gesellschaft.

Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!

Im März haben sich in der SV aktive Kasseler Schüler und Schülerinnen  getroffen, um über Probleme in unserem aktuellen Bildungssystem zu diskutieren, darüber, was das mit unserem Gesellschaftssystem zu tun hat und wie man im Kleinen in der SV etwas daran ändern kann.

Im Einleitungsreferat, welches Diskussionen beinhaltete, ging es vor allem um die problematisch stark ansteigende Zahl von Burn-Out Zahlen unter Schülern, was eng mit der Selektion je nach Geld und Bildung des Elternhaus, G8 und Bulimie-Lernen zusammenhängt. Es um Chancenungleichheit in unserem Bildungssystem und damit zusammenhängende viel zu hohe Bildungskosten. Auch ohne Nachhilfe sind wir hier beim Rechnen auf mehr als 1000€ pro Schuljahr gekommen, wenn man sich anschaut wie teuer Lektüre, Arbeitshefte, Fahrkarten, Mensaessen, Exkursionen, Heft bis Stift etc. sind.

Doch diese Missstände im Bildungssystem haben natürlich eine Ursache. Nämlich einen Staat, der lieber Geld für Rüstung und Unternehmenssubventionen statt für Bildung ausgibt und ein Schulsystem, dass das Ziel hat uns zu für den Arbeitsmarkt fitte, verwertbare Menschen zu machen statt uns kritisches Denken, die Erkenntnis unserer Interessen und gesellschaftlicher Zusammenhänge zu lehren und uns zu einem allumfassend gebildeten Menschen zu machen, der glücklich wird.

Anschließend haben wir uns in Workshops mit der Problematik von Unterrichtsgestaltung und eben Bildungskosten/Bildungsunterfinanzierung (zu viele marode Schulen, veraltete Lehrmittel etc.) beschäftigt. Warum Bildungskosten/Bildungsunterfinanzierung für Schüler, Eltern und Lehrer schlecht sind und Sven sich dagegen einsetzen sollten, liegt auf der Hand. Das Thema Unterrichtsgestaltung halten wir deswegen für wichtig, weil es sich auf die Chancengleichheit auswirkt. Aber die Unterrichtsgestaltung wirkt sich auch auf Erfolg und Spaß in der Schule aus, was ja auch Leistungsdruck und mögliche Burn-Out Zahlen beeinflusst. Natürlich muss man sagen, dass schlechte Unterrichtsgestaltung nicht ausschließlich Schuld der Lehrkraft ist. Denn Bildungsunterfinanzierung führt zu  großen Klassen und somit ist der Lehrer überlastet und kann nicht individuell auf die Interessen und Fähigkeiten seiner Schüler eingehen. In einem Bildungssystem, wo es um immer mehr Lernstoff und Bulimie-Lernen in viel zu wenig Zeit geht und die Unterrichtsinhalte nicht nach den Interessen von Jugendlichen und ihren Bedürfnissen im späteren Leben ausgerichtet ist, hat es selbst die fähigste Lehrkraft mit dem besten Willen schwer.

Doch natürlich darf man nicht bei den Diskussionen und der Bestandsaufnahme der miserablen Lage in deutschen Klassenzimmern stehen bleiben, sondern muss auch aktiv werden. Neben der täglichen SV-Arbeit, in der wir alle für kleine und größere Verbesserungen kämpfen, wollen wir mit den Ergebnissen und Problematiken des Treffens weiterarbeiten und vielleicht ein stadtweites Projekt mit möglichst vielen Schülern und Sven daraus entwickeln.

Polizeigewalt, Neoliberalismus und Politskandale – die Zustände in unserem Nachbarland rund einen Monat vor der ersten Runde der Präsidentenwahl, die Kandidaten der herrschenden Klasse und der Mangel an linken Antworten

In Frankreich darf die beherrschte Mehrheit des Landes am 23. April in einem ersten Wahlgang über den kommenden Präsidenten abstimmen und somit ihren sagenumwobenen Beitrag zur bürgerlichen Demokratie in Form eines Kreuzes auf ein Blatt Papier leisten. Grund genug für uns, die Hintergründe und die zur Wahl stehenden Kandidaten genauer unter die Lupe zu nehmen und ihre bisher geleisteten Schandtaten aufzusummieren.

Der Freund heißt Finanzkapital

Beginnen wollen wir mit dem „düsteren Erzkatholiken“ Francois Fillion, welcher aktuellen Umfragen zu Folge rund 20 Prozent erreichen könnte. Sein Wählerpotenzial stammt vorallem aus dem großbürgerlichem Milieu und der „von Abstieg bedrohten Mittelschicht“. Er vereinigt sowohl klerikal-konservative wie auch klassisch-neoliberale Werte auf sich. Zu seinen Vorzeigeideen zählen beispielsweise die Einsparung von rund einer halben Million Beamten in den kommenden fünf Jahren und seine widerlichen Vorstellungen zum Gesundheitssystem in Frankreich, welches er durch Entstaatlichungen und Kürzungen in der staatlichen Pflichterfüllung zu einem ausgeprägten Klassensystem verschlechtern möchte. Punkten kann er aktuell bei der französischen Arbeiterklasse nicht mehr und verliert immer mehr an Glaubwürdigkeit wie prozentualen Boden. Durch Skandale und Schwierigkeiten mit der Justiz in Bezug auf Veruntreuung öffentlicher Gelder hat er jegliche Glaubwürdigkeit eingebüßt. Den letzten Rest seines pfaffenhaften Saubermann-Image nahmen ihm erst kürzlich neue Ungereimtheiten über Klamottenkäufe in Höhe von 50.000 Euro in einer Pariser Edelboutique, welche angeblich ein „Freund“ ihm spendiert haben wollte – dieser zahlungskräftige Freund könnte der französische Weltmarktführer im Versicherungsgewerbe AXA gewesen sein, mitwelchem Fillon über Kapitalgeschäfte liiert ist. Die Ermittlungen dauern an.

Die Geschichte vergisst nicht

Der nächste Vorzeigekandidat für das baldig vakante Amt des Präsidenten ist ein Mann, welcher „weder links noch rechts“ sein will und sich selbst gerne als „Revolutionär“ anpreist – Emmanuel Macron. Macron, Wirtschaftsminister unter der Regierung Holland von 2014 bis 2016 gewesen, ist den meisten „lesenden Arbeitern“ noch von den Ereignissen aus dem Sommer 2016 ein Begriff – die Massenproteste der französischen Arbeiterklasse gegen das neue Arbeitsrecht, welches maßgeblich im Hause Macron ersonnen wurde. Macron steht für einen bürgerlich- rechten, neoliberalen Kurs, welcher sich eindeutig gegen die Lohnabhängigen des Landes richten wird – leider konnte man von einem ehemaligen Rothschild-Banker und Millionär keine anderen Schweinereien erwarten. Macron steht für Privatisierungen, Kürzungen und für eine profitorientierten Politik zugunsten der französischen Konzerne. Ein Zweikampf in der zweiten Runde der Wahl zwischen ihm als „antifaschistischer“ Verhinderer (unterstützt durch alle bürgerlichen Parteien bis hinein ins linke Milieu ) und der Front National Kandidatin Marie Le Pen gilt als wahrscheinlich.

Die Faschistendynastie und die reale Gefahr

Marie Le Pen und ihr faschistischer Front National zählen in Frankreich mit aktuell rund 25 Prozent zu den aussichtsreichsten Anwärtern auf die zweite und entscheidende Wahlrunde. Die adrett-wirkende Le Pen stammt aus einer ausgewachsenen Faschistendynastie und pflegt gemeinsam mit ihrem Vater beste Kontakte zum extrem-rechten und militant-nationalistischen Rand des politischen Spektrums (zu nennen sind hier „Jeanne“, GUD), mittlerweile bestehen auch Beziehungen zu europäischen und deutschen Faschisten wie Rechtsnationalisten wie das Treffen der ENF kürzlich in Koblenz eindrucksvoll bewies. In ihrer Partei schlummert sicherlich ein bedeutendes faschistisches Potenzial, auch wenn dieses aktuell und insbesondere zur Wahl noch nicht öffentlich ausbrechen dürfte. Frankreich ist somit unserer Einschätzung nach nicht auf dem schnellen Weg in eine faschistische Diktatur und eben diese dürfte bei den bürgerlichen Wahlen durch eine breite Front der „Demokraten“ gegen den Front National auch mehr oder minder klar verhindert werden. Trotzdem soll betont werden, dass der FN im Vergleich zur deutschen AfD mehr faschistische Tendenzen besitzt und der beste Joker im Ärmel der herrschenden Klasse zu sein scheint, um ihre auf Sand gebaute Macht in kommenden Klassenauseinandersetzungen zu sichern. Es gilt die Entwicklungen in Frankreich in Bezug auf eine drohende Gefahr genau und solidarisch im Auge zu behalten, auch wenn es bei der Wahl Mitte April keine Marie Le Pen in den Präsidentenpalast schaffen dürfte oder sollte.

Der Flügelkampf und der Klassenkampf

Wenn der geneigte Leser nun die klassenkämpferische Antwort der kommunistischen und fortschrittlichen Kräfte in Frankreich auf die Faschisten, regressiven Klerikalen und neoliberalen Profitmacher erwartet, so muss dies leider verneint werden. Die kommunistische Partei in Frankreich (PCF) ist leider mehr mit sich selbst und internen Flügelkämpfen beschäftigt als mit einem realen Kampf in den Betrieben, Schulen oder Straßen des Landes. Eine Einheit der Partei ist nach verschiedenen Berichten nur noch in nicht zufriedenstellendem Maße vorhanden. Zunächst wollte ein Flügel der PCF einen gemeinsamen Kandidaten aller linken Kräfte unterstützen, welcher wahrscheinlich Arnoud Montebourg hätte werden sollen. Montebourg gehört der Parti socialiste (PS) an, welche mit der SPD in Deutschland zu vergleichen ist. Keine wirkliche kommunistische oder antikapitalistische Alternative. Der andere Flügel der PCF, vorallem durch den Vorsitzenden der PCF Pierre Laurent vertreten, wollte den Kandidaten der Parti de Gauche Jean-Luc Melenchon bei der Wahl unterstützen. Zur richtungsweisenden Abstimmung innerhalb der Partei kam es Anfang November, in welcher sich die Mitgliederbasis knapp für einen „eigenen“ Kandidaten (also gegen Melenchon) aussprach. Dieser Beschluss wiederum wurde Ende November in einer Urabstimmung der Mitglieder wieder gekippt. Bei dieser Abstimmung sprachen sich 53,6 Prozent für die Unterstützung der Kandidatur von Melechon aus. Die PCF unterstützt damit den Kandidaten Melenchon, wenn auch gleich sie einen eigenen inhaltlichen Wahlkampf zu führen versucht, dies gelang ihr beispielsweise bei der letzten Wahl 2012 erfolgreich – ist dieses Mal aber mehr als fraglich. Die inneren Grabenkämpfe über Wahlausrichtungen, verschiedene politische Ausprägungen und die richtige Taktik für die aktuelle Etappe der Kämpfe führten und führen weiterhin zu einer Pluralisierung der Partei, welche nicht mehr an die Massen und die Arbeiterklasse herankommen. Aus den öffentlichen Auftritten und dem Material der Partei ist das Symbol des Klassenkampfes – das Lenin-Konterfei und ein klares Bekenntnis zum Marxismus-Leninismus– verschwunden. Die PCF befindet sich in einer schweren Existenzkrise und droht durch Trotzkismus und leerem Gerede von demokratischen Transformationen als fortschrittliche Kraft von der Bühne der Geschichte abzutreten.

Diese Zusammenfassung spiegelt bestmöglich den Diskussionsstand innerhalb der Gruppe Frankfurt zum Thema Frankreich wieder und basiert auf 2 Artikeln aus der jungen Welt vom 20.03.2017 und aus Informationen von der offiziellen Seite der PCF.

Wir als SDAJ Gießen und Marburg unterstützen euren Kampf für bessere Löhne und Entlastung voll und ganz! In Berlin und im Saarland haben die Kolleginnen und Kollegen aktiv für ihre Interessen gekämpft und erste Erfolge erzielt. Jetzt wird es höchste Zeit, dass sich auch etwas an unserem UKGM tut! Wir als Azubis, SchülerInnen und Junge ArbeiterInnen stehen an eurer Seite. Der Personalmangel trifft uns alle, ob als PatientInnen oder Beschäftigte.

Eins ist klar: Erst wenn Druck auf der Straße entsteht, wenn wir uns mit unseren KollegInnen im Betrieb für unsere Interessen stark machen, passiert etwas. Dann bewegt sich etwas bei den Politikern und den Chefs und auf einmal sind sie doch zu Gesprächen bereit. Das sollte uns aber nicht täuchen: Niemand nimmt uns diesen Kampf ab, uns wird nichts geschenkt werden. Wir sagen deshalb: Streik ist unser bestes Mittel!

Es bleibt dabei: Gesundheit ist keine Ware, Krankenhäuser gehören in öffentliche Hand! Weg mit der Privatisierung, weg mit der Rhön AG!

Eure SDAJ Gießen und Marburg

Aus Hessen organisieren wir einen Bus dorthin mit folgenden Halten:
Freitag, 13.01.2017, 23:00 Uhr Darmstadt DGB Haus Samstag, 14.01.2017, 0:00 Uhr Frankfurt DGB Haus Samstag, 14.01.2017, 1:00 Uhr Gießen Hauptbahnhof Samstag, 14.01.2017, 3:00 Uhr Kassel HauptbahnhofFür 40€ könnt ihr mit unserem Bus nach Berlin hin- und zurückfahren. Der Bus fährt nach der Demo am Sonntag zurück. Karten für die Konferenz kosten 16€ und beinhalten das Programm, die Party abends und ein Schlafplatz an Sammelunterkünften (z.B. ein Kindergarten oder ein Vereinshaus). Mehr Infos unter: http://www.sdaj-netz.de/lll-wochenende/ Kontakt: info@sdaj-hessen.de

Rassistische Angriffe auf Migranten häufen sich in Deutschland, was die herrschende Politik nicht wahrnimmt. Für die Menschen die fliehen, geht es ums Überleben. Sie fliehen aus Bundeswehr-Kriegseinsatzgebieten weltweit und sagen zu recht: „Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört.“ An diesen Kriegseinsätzen profitieren vor allem deutsche Banken und Konzerne. Egal, ob an Waffenliegerungen oder dem staatlich geförderten „Wideraufbau“. Um humanitäre Belange geht es hierbei nicht.

Während Milliarden für Kriegseinsätze und Bankenrettung ausgegeben werden, sind KiTa-Plätze rar, Schulen werden kaputtgespart, öffentlicher Nahverkehr immer teurer und die Zahl von Arbeitslosen in Deutschland ist auch keine Ruhmeszahl. Das Deutschland Krieg führt, ist keine Neuigkeit. Aber auch schon damals, als Deutschland den ersten Weltkrieg angezettelt hat, gab es Menschen die dagegen gekämpft haben. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg sprachen sich gegen die Kriegskredite aus, als der Großteil der SPD schon auf Kriegskurs war. Mit Streiks und Demonstrationen wurde Widerstand geleistet und für eine Gesellschaft ohne Krieg, Krise und Arbeitslosigkeit gekämpft. Damals wie heute sind Kriege gegen unsere Interessen. Damals musste für die Beendigung des 1. Weltkriegs gekämpft werden und für den 8-Stunden-Tag und ein Frauenwahlrecht, heute müssen wir gegen die Kriegsführung Deutschlands in aller Welt, gegen Leiharbeit und Werkverträge und für bessere Bildung kämpfen.

In Gedenken an Lenin, Liebknecht und Luxemburg setzen wir uns für unsere Interessen und gegen Krieg und Sozialabbau ein. Deswegen fahren wir am 14. Und 15.01. 2017 zum Lenin-Liebknecht-Luxemburg-Wochenende nach Berlin. Am Samstag  haben wir auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz der jungen Welt ein eigenes Jugendprogramm mit Workshops zu Aktionen gegen Krieg an Schulen, den aktuellen mangelhaften Integrationsleistungen der Bundesregierung, einem Argumentationstraining gegen Krieg für den Terrorismus und einer Podiumsdiskussion zu dem Thema „Den Rechtsruck stoppen! Wie organisieren wir den Widerstand gegen AFD und Co.?“

Abends ist Party angesagt und am Sonntag wollen wir gemeinsam mit Zehntausenden demonstrieren und sagen: „Stop Wars – Eure Kriege führen wir nicht! Refugees Welcome!“.

Imperialismus-Seminar in Kassel

Gepostet am 23. Dezember 2016 Kassel Landesverband

Nach der fünftägigen Schulung in den Sommerferien, zu Grundlagen des Marxismus, haben wir uns auf Wunsch der Teilnehmerinnen der letzten Schulung drei Tage lang innerhalb der Herbstferien eingehender mit dem Thema Imperialismus beschäftigt, welches wir im Sommer bereits angerissen hatten.

Es ging darum,  wie die  Wirtschaft sich zur Monopolbildung entwickelt hat, wie sich der Staat dadurch verändert hat und warum wir aktuell in einem fäulenden und parasitären Kapitalismus leben.  Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Macht der Monopole und ihre Herausbildung  zu Krieg und Politik gegen unsere Interessen führen.

Das ganze beleuchteten wir mit der Imperialismusschrift von Lenin, aber auch in Hinblick auf aktuelle Entwicklungen und Diskussion darüber, was wir in dem Zusammenhang tagtäglich erleben und was so in der Welt passiert.

Auch dieses mal war mit Ende des eigentlichen Seminartages der Spaß nicht vorbei.

Wie beim Seminar im Sommer trafen wir uns, lernten einander besser kennen und ließen den Tag gemeinsam ausklingen.

Alles in allem waren auch diese drei Tage lehrreich und spaßig. Gut investierte Freizeit also.

„ 45.000 Frauen suchen jährlich Schutz in Frauenhäusern“
„Gewalt gegen Frauen gehört zu jedem Krieg dazu“
„UN und NATO Truppen an Misshandlungen von Frauen beteiligt“
„Häusliche oder sexuelle Gewalt - Jede dritte Frau in Deutschland
betroffen!“
Diese und andere Fakts waren Bestandteil unserer Straßenzeitung zur Aktion gegen 
Gewalt gegen Frauen in Kassel. Wir haben Flyer verteilt, Unterschriften gegen Krieg 
gesammelt und sind dabei mit einigen Passanten ins Gespräch gekommen. 
Denn Krieg beinhaltet auch immer Gewalt gegen Frauen. 

Hier gibt es den Flyer zu lesen: 
http://www.sdaj-netz.de/blog/2016/11/internationale-tag-gegen-gewalt-an-frauen/

gingold-veranstaltungEs ist ein Freitagabend im November und wir befinden uns im Kulturzentrum „Schlachthof“ in Kassel. Die SDAJ Kassel hat zu einer Veranstaltung mit Silvia Gingold und Ulrich Schneider (Generalsekretär der FIR und Bundessprecher der VVN-BDA) eingeladen. Die knapp 40 Gäste, überwiegend SchülerInnen und junge Auszubildende, sind in einem Halbkreis um die beiden angeordnet. Silvia begrüßt uns und liest abwechselnd mit Ulrich Schneider aus dem Buch ihres Vaters, Peter Gingold.

Peter Gingold war während dem deutschen Faschismus Mitglied des kommunistischen Jugendverbands Deutschlands, musste aber dann nach Frankreich fliehen, wo er bei einer antifaschistischen Zeitung aktiv war. Außerdem war es eine Zeit lang seine Aufgabe z.B. durch Flugblätter, die deutschen Soldaten von der Sinnlosigkeit des Krieges gegen die französischen Brüder zu überzeugen. Durch die Gestapo wurde er gefangen genommen und erlebte schwere Folter, konnte sich aber bei einem spektakulären Fluchtversuch retten. Im August 1944 beteiligte Peter Gingold sich an dem Aufstand zur Befreiung von Paris. Das Ende des zweiten Weltkrieges erlebte er bei Partisanen in Norditalien.

Doch nur, weil der deutsche Faschismus vorbei war, endeten die Repressionen gegen die Familie Gingold nicht. Der Antikommunismus zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Familie. Dieser Familie wurde zeitweise die deutsche Staatsbürgerschaft, wegen ihrer politischen Tätigkeit entzogen und Silvia Gingold war wegen ihrer politischen Tätigkeit für kommunistische Parteien von einem Berufsverbot bedroht gewesen, welches durch internationale Solidarität verhindert werden konnte.

Ich denke, ich spreche für alle Anwesenden, wenn ich sage, dass keiner erwartet hätte, von einer Lesung so mitgerissen zu werden. Nach Ende der Lesung gibt es noch Fragen und Diskussionsbedarf. Hätte man den Faschismus verhindern können? Wie gefährlich sind rechte Bewegungen heute und wie kann man heute etwas gegen Nazis tun? peter-gingoldDiese Veranstaltung war eine Bereicherung für alle.

Vielen Dank an Silvia und Ulrich für diesen spannenden Abend!

Aktion gegen die AfD

Gepostet am 16. November 2016 Gießen Landesverband

Am Abend des 10. November stehen wir, die SDAJ Gießen, auf dem Berliner Platz vor dem Rathaus. Der Anlass: An diesem Abend findet dort mal wieder eine Stadtverordnetenversammlung statt und mit im Stadtparlament sitzt die rassistische Partei „Alternative für Deutschland“(AfD). Unter ihnen ist ein ganz bestimmter Herr Hilmar Jordan.

Jordan ist nämlich Ehrenvorsitzender der soldatischen „Reservistenkameradschaft Gießen und Vorsitzender eines Traditionsverbands des Kampfgeschwader 55. Dieser, unter dem Namen „Greifgeschwader“ bekannte, faschistische Kampfverband der Luftwaffe beteiligte sich im zweiten Weltkrieg an zahlreichen Verbrechen. Viele Städte und ihre Bevölkerungen wurden Opfer von Flächenbombardierungen und somit von Zerstörung und Tod.
Insgesamt kamen mehrere tausend Menschen durch die Bomben der faschistischen Kampfverbände ums Leben.

Dennoch scheinen der Traditionsverband und Herr Jordan selbst es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, das Greifgeschwader inklusive dessen Verbrechen abzufeiern und damit Kriegshetze zu verbreiten. Schon vor Jahren machte der Verband deswegen schon Schlagzeilen bei uns in Gießen.

Schon damals protestierten Antifaschisten dagegen und so wollen wir es auch heute tun.
Trotz der Kälte und des Nieselregens sind einige Leute unterwegs. Während sie auf den nächsten Bus warten, hören sie uns durchs Megaphon. Einige versuchen sich auch an unserem „Torten für die AfD“- Dosenwerfen und versuchen die Dosen-AfDler mit immer weniger Würfen umzuhauen.
Auch die Pressefotografen, die eigentlich ins Rathaus wollen bleiben bei uns stehen und machen ein Foto.

Jetzt machen wir also Schlagzeilen, Herr Jordan. Und wir sagen: Kein Platz für Faschisten und Kriegstreiber in Gießen!


Die Mutter

Gepostet am 5. November 2016 Frankfurt

ADN-ZB/Kolbe 9.4.1980 [Datum Archiveingang] Bertolt Brecht geb. 10.2.1898 Augsburg gest. 14.8.1956  Berlin, Dichter, Theatertheoretiker und Regisseur.

Bertolt Brecht
geb. 10.2.1898 Augsburg / gest. 14.8.1956 Berlin Dichter, Theatertheoretiker und Regisseur.

Am Schauspielhaus Berlin wird zurzeit das Stück „Die Mutter“ von Berthold Brecht nach dem gleichnahmigen Roman von Maxim Gorki und Musik von Hanns Eisler aufgeführt. Ein kleiner Haufen junger Schauspieler versucht sich also an einem der bedeutensten Stücke seiner Zeit. Ich nahm also den Weg von Frankfurt nach Berlin auf mich um mir anzusehen, ob sie dem Stück gerecht werden würden und wurde nicht enttäucht.
Im Stück „Die Mutter“ geht es um die Geschichte von Pelagea Wlassowas, einer Frau, die sich im vorrevolutionären Russland von einer unpolitischen Arbeiterwitwe zu einer kommunistischen Agitatorin wandelt.
Als ich das Theater betrat stand auf der Bühne ein auf der Seite stehender Tisch. Mit Kreide war darauf geschrieben: „Scheitern – Neu Versuchen – Besser Scheitern“. Eine nach meiner Interpretation Anspielung auf den Realsozialismus und die heutige Perspektive.
Die Gruppe schaffte es das Stück mit modernen Methoden so darzustellen, dass auch ein Jugendlicher der von altmodischem Theater eher gelangweilt werden würde seinen Spaß daran fände. Mit Rock sowie Rap Versionen von klassischen Musikstücken überraschte die Schauspielgruppe das Publikum. Es wurde nicht nur gelungen einen Einblick in die Zeit von 1905 zu gewähren, sondern auch eine Kritik an den autonomen Aktionsformen von heutigen linken Gruppen einzubauen. Auch wurde Bezug genommen auf Probleme des Lebensschwerpunktes der Schauspielgruppe, indem die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen am Berliner Schauspielhaus angeprangert wurde. Die Gruppe schaffte es die Elemente die ein „Lehrstück“ nach Brecht ausmacht anzuwenden. So wurde das Publikum aufgefordert gewisse Lieder mitzusingen um eine Kollektiverfahrung aus dem normalerweise eindimensionalen Theater zu machen.
Nach dem Stück hatte ich noch die Möglichkeit mit Felix Witzlau, der die Rolle des Sohns Pavel spielte, über das Sück und den Real existierenden Sozialismus kurz zu diskutieren. Eine Frage die mir auf der Seele brannte war, warum das ganze Stück über in einer Ecke ein kleines gerahmtes Poträt von Josef Stalin stand. Er erläuterte, dass er das Stück als Propagandastück konzipiert sah und nach der Stalin Zeit wollten sie das Stück nicht aufführen ohne „das harmonische Ganze des Stücks etwas zu stören“. Hier muss ich anmerken, dass der Roman sowie das Stück der Kunstkonzeption des „Sozialistischen Realismus“ zuzuordnen ist, der einen Anspruch an sich stellt weit aus mehr als einfache Propagandakunst zu sein. Auch die sogenannte Störung des harmonischen Ganzen bleibt unverständlich, wenn man nicht nachfragt. Außerdem impliziert der Ausdruck „Propagandastück“ das es Stücke gäbe, die keine Klasse nützen und somit politisch neutral seien dem ich wiederrum wiedersprechen muss.
Das Stück wird diesen Monat noch 3 letzte Male aufgeführt. Wer dieses welthistorische Meisterwerk Live auf einer Bühne erleben will, sollte sich also eine Karte an der Abendkasse sichern.