„ 45.000 Frauen suchen jährlich Schutz in Frauenhäusern“
„Gewalt gegen Frauen gehört zu jedem Krieg dazu“
„UN und NATO Truppen an Misshandlungen von Frauen beteiligt“
„Häusliche oder sexuelle Gewalt - Jede dritte Frau in Deutschland
betroffen!“
Diese und andere Fakts waren Bestandteil unserer Straßenzeitung zur Aktion gegen 
Gewalt gegen Frauen in Kassel. Wir haben Flyer verteilt, Unterschriften gegen Krieg 
gesammelt und sind dabei mit einigen Passanten ins Gespräch gekommen. 
Denn Krieg beinhaltet auch immer Gewalt gegen Frauen. 

Hier gibt es den Flyer zu lesen: 
http://www.sdaj-netz.de/blog/2016/11/internationale-tag-gegen-gewalt-an-frauen/

gingold-veranstaltungEs ist ein Freitagabend im November und wir befinden uns im Kulturzentrum „Schlachthof“ in Kassel. Die SDAJ Kassel hat zu einer Veranstaltung mit Silvia Gingold und Ulrich Schneider (Generalsekretär der FIR und Bundessprecher der VVN-BDA) eingeladen. Die knapp 40 Gäste, überwiegend SchülerInnen und junge Auszubildende, sind in einem Halbkreis um die beiden angeordnet. Silvia begrüßt uns und liest abwechselnd mit Ulrich Schneider aus dem Buch ihres Vaters, Peter Gingold.

Peter Gingold war während dem deutschen Faschismus Mitglied des kommunistischen Jugendverbands Deutschlands, musste aber dann nach Frankreich fliehen, wo er bei einer antifaschistischen Zeitung aktiv war. Außerdem war es eine Zeit lang seine Aufgabe z.B. durch Flugblätter, die deutschen Soldaten von der Sinnlosigkeit des Krieges gegen die französischen Brüder zu überzeugen. Durch die Gestapo wurde er gefangen genommen und erlebte schwere Folter, konnte sich aber bei einem spektakulären Fluchtversuch retten. Im August 1944 beteiligte Peter Gingold sich an dem Aufstand zur Befreiung von Paris. Das Ende des zweiten Weltkrieges erlebte er bei Partisanen in Norditalien.

Doch nur, weil der deutsche Faschismus vorbei war, endeten die Repressionen gegen die Familie Gingold nicht. Der Antikommunismus zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Familie. Dieser Familie wurde zeitweise die deutsche Staatsbürgerschaft, wegen ihrer politischen Tätigkeit entzogen und Silvia Gingold war wegen ihrer politischen Tätigkeit für kommunistische Parteien von einem Berufsverbot bedroht gewesen, welches durch internationale Solidarität verhindert werden konnte.

Ich denke, ich spreche für alle Anwesenden, wenn ich sage, dass keiner erwartet hätte, von einer Lesung so mitgerissen zu werden. Nach Ende der Lesung gibt es noch Fragen und Diskussionsbedarf. Hätte man den Faschismus verhindern können? Wie gefährlich sind rechte Bewegungen heute und wie kann man heute etwas gegen Nazis tun? peter-gingoldDiese Veranstaltung war eine Bereicherung für alle.

Vielen Dank an Silvia und Ulrich für diesen spannenden Abend!

Aktion gegen die AfD

Gepostet am 16. November 2016 Landesverband Marburg/Gießen

Am Abend des 10. November stehen wir, die SDAJ Gießen, auf dem Berliner Platz vor dem Rathaus. Der Anlass: An diesem Abend findet dort mal wieder eine Stadtverordnetenversammlung statt und mit im Stadtparlament sitzt die rassistische Partei „Alternative für Deutschland“(AfD). Unter ihnen ist ein ganz bestimmter Herr Hilmar Jordan.

Jordan ist nämlich Ehrenvorsitzender der soldatischen „Reservistenkameradschaft Gießen und Vorsitzender eines Traditionsverbands des Kampfgeschwader 55. Dieser, unter dem Namen „Greifgeschwader“ bekannte, faschistische Kampfverband der Luftwaffe beteiligte sich im zweiten Weltkrieg an zahlreichen Verbrechen. Viele Städte und ihre Bevölkerungen wurden Opfer von Flächenbombardierungen und somit von Zerstörung und Tod.
Insgesamt kamen mehrere tausend Menschen durch die Bomben der faschistischen Kampfverbände ums Leben.

Dennoch scheinen der Traditionsverband und Herr Jordan selbst es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, das Greifgeschwader inklusive dessen Verbrechen abzufeiern und damit Kriegshetze zu verbreiten. Schon vor Jahren machte der Verband deswegen schon Schlagzeilen bei uns in Gießen.

Schon damals protestierten Antifaschisten dagegen und so wollen wir es auch heute tun.
Trotz der Kälte und des Nieselregens sind einige Leute unterwegs. Während sie auf den nächsten Bus warten, hören sie uns durchs Megaphon. Einige versuchen sich auch an unserem „Torten für die AfD“- Dosenwerfen und versuchen die Dosen-AfDler mit immer weniger Würfen umzuhauen.
Auch die Pressefotografen, die eigentlich ins Rathaus wollen bleiben bei uns stehen und machen ein Foto.

Jetzt machen wir also Schlagzeilen, Herr Jordan. Und wir sagen: Kein Platz für Faschisten und Kriegstreiber in Gießen!


Die Mutter

Gepostet am 5. November 2016 Frankfurt

ADN-ZB/Kolbe 9.4.1980 [Datum Archiveingang] Bertolt Brecht geb. 10.2.1898 Augsburg gest. 14.8.1956  Berlin, Dichter, Theatertheoretiker und Regisseur.

Bertolt Brecht
geb. 10.2.1898 Augsburg / gest. 14.8.1956 Berlin Dichter, Theatertheoretiker und Regisseur.

Am Schauspielhaus Berlin wird zurzeit das Stück „Die Mutter“ von Berthold Brecht nach dem gleichnahmigen Roman von Maxim Gorki und Musik von Hanns Eisler aufgeführt. Ein kleiner Haufen junger Schauspieler versucht sich also an einem der bedeutensten Stücke seiner Zeit. Ich nahm also den Weg von Frankfurt nach Berlin auf mich um mir anzusehen, ob sie dem Stück gerecht werden würden und wurde nicht enttäucht.
Im Stück „Die Mutter“ geht es um die Geschichte von Pelagea Wlassowas, einer Frau, die sich im vorrevolutionären Russland von einer unpolitischen Arbeiterwitwe zu einer kommunistischen Agitatorin wandelt.
Als ich das Theater betrat stand auf der Bühne ein auf der Seite stehender Tisch. Mit Kreide war darauf geschrieben: „Scheitern – Neu Versuchen – Besser Scheitern“. Eine nach meiner Interpretation Anspielung auf den Realsozialismus und die heutige Perspektive.
Die Gruppe schaffte es das Stück mit modernen Methoden so darzustellen, dass auch ein Jugendlicher der von altmodischem Theater eher gelangweilt werden würde seinen Spaß daran fände. Mit Rock sowie Rap Versionen von klassischen Musikstücken überraschte die Schauspielgruppe das Publikum. Es wurde nicht nur gelungen einen Einblick in die Zeit von 1905 zu gewähren, sondern auch eine Kritik an den autonomen Aktionsformen von heutigen linken Gruppen einzubauen. Auch wurde Bezug genommen auf Probleme des Lebensschwerpunktes der Schauspielgruppe, indem die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen am Berliner Schauspielhaus angeprangert wurde. Die Gruppe schaffte es die Elemente die ein „Lehrstück“ nach Brecht ausmacht anzuwenden. So wurde das Publikum aufgefordert gewisse Lieder mitzusingen um eine Kollektiverfahrung aus dem normalerweise eindimensionalen Theater zu machen.
Nach dem Stück hatte ich noch die Möglichkeit mit Felix Witzlau, der die Rolle des Sohns Pavel spielte, über das Sück und den Real existierenden Sozialismus kurz zu diskutieren. Eine Frage die mir auf der Seele brannte war, warum das ganze Stück über in einer Ecke ein kleines gerahmtes Poträt von Josef Stalin stand. Er erläuterte, dass er das Stück als Propagandastück konzipiert sah und nach der Stalin Zeit wollten sie das Stück nicht aufführen ohne „das harmonische Ganze des Stücks etwas zu stören“. Hier muss ich anmerken, dass der Roman sowie das Stück der Kunstkonzeption des „Sozialistischen Realismus“ zuzuordnen ist, der einen Anspruch an sich stellt weit aus mehr als einfache Propagandakunst zu sein. Auch die sogenannte Störung des harmonischen Ganzen bleibt unverständlich, wenn man nicht nachfragt. Außerdem impliziert der Ausdruck „Propagandastück“ das es Stücke gäbe, die keine Klasse nützen und somit politisch neutral seien dem ich wiederrum wiedersprechen muss.
Das Stück wird diesen Monat noch 3 letzte Male aufgeführt. Wer dieses welthistorische Meisterwerk Live auf einer Bühne erleben will, sollte sich also eine Karte an der Abendkasse sichern.

Schulung der SDAJ Kassel

Gepostet am 25. September 2016 Kassel Landesverband

Wir von der SDAJ Kassel haben in den Sommerferien 2016 eine fünftägige Schulung mit Mitgliedern und Sympathisanten gemacht.  Wir haben uns in diesen fünf Tagen intensiv mit Fragen wie „Warum ist Krieg nicht in unserem Interesse?“, „Warum nutzt der Krieg den großen Konzernen?“, „Wie viel vom Gewinn landet am Ende dann tatsächlich beim Arbeiter und wie viel beim Chef?“, „Wie entstand die Idee vom Sozialismus und was ist das eigentlich?“ und „Wie können wir unsere Interessen am besten durchsetzen?“ beschäftigt, indem wir Texte zu diesen Themen gelesen haben und das Gelesene in Gruppen diskutiert haben. Außerdem beinhaltete unsere Schulung  einen Vortrag zum Thema „Kuba“ und das dortige Wahl-, Gesellschafts- und Bildungssystem von einem Genossen, der selber  7 Monate auf Kuba war und dort einen guten Einblick in das gesellschaftliche und politische Leben bekommen hat. Es gab verschiedene Referate zu Philosophie, der DDR ,der Geschichte der Arbeiterbewegung etc.  Nachmittags hieß es
chillen, planschen und grillen in der Buga. Wir konnten viele neue Eindrücke gewinnen , über die Durchsetzung unserer Interessen als Schüler in der SV diskutieren, haben uns alle besser kennen gelernt, hatten viel Spaß und wissen jetzt alle ein bisschen mehr.

Liebe Freunde und Freundinnen,
unter dem Motto „Jugend gegen Krieg“ veranstalten wir am Samstag den 24.September um 10 Uhr eine Kundgebung auf dem Luisenplatzin Darmstadt!
Wir würden uns freuen wenn ihr euch daran beteiligen würdet, mit Transpis und Reden.
Seit dem die Wehrpflicht abgeschafft wurde, wirbt die Bundeswehr immer offensiver um Nachwuchs, mit Auftritten in Schulen, bei Berufsmessen und durch große Imagekampagnen.

Das passiert momentan überall und so auch am 24. September auf der Ausbildungsmesse Südhessen in Darmstadt. Das Zielpublikum der Bundeswehr bilden Jugendliche und junge Erwachsene, welchen durch das Bildungssystem und den Ausbildungsmarkt perspektivlos sind. Die Bundeswehr präsentiert sich dabei als großzügiger und actionreicher Arbeitgeber, doch in der Realität müssen die Soldaten die Kriege der deutschen Bundesregierung ausbaden, z.b. in Afghanistan oder früher im Kosovo.

Wir als Jugendliche haben keinen Nutzen von Kriegen und von der Bundeswehr. Wir als Jugend brauchen ein gut finanziertes Bildungssystem, in dem keine SchülerIn zu kurz kommt, wir brauchen zivile Ausbildungsplätze, wir brauchen ein gutes Sozialsystem und eine friedliche Lebensumgebung. Dem allen steht die Bundeswehr entgegen. Die weltweit herrschenden Kriege, in denen die Bundeswehr auch mitmischt, zerstören unser Ökosystem und treiben Millionen von Menschen in die Flucht. Auf der anderen Seite, wenn der Milliarden Etat der Bundeswehr in Bildung und zivile Lehrstellen investiert würde, gäb es schon viel bessere Zukunftsaussichten für uns Jugendliche!

Daher rufen wir alle demokratischen Jugendliche dazu auf, mit uns gegen die Bundeswehr zu protestieren! Lasst uns gemeinsam verhindern, dass die Bundeswehr mit ihrem Gefasel von Abenteuer, Kameradschaftlichkeit, Heldentum und Patriotismus in Darmstadt Jugendliche verarscht!flyerkundgebung

1. September – Antikriegstag in Kassel

Gepostet am 19. September 2016 Kassel

1-9-16-1Am ersten September fand in Kassel die alljährliche Friedenskundgebung zum Anlass der Überfalls des faschistischen Deutschlands auf Polen.
Das hat Tradition. Die Teilnehmerzahlen stiegen zumindest gefühlt im Vergleich zu den letzten Jahren wieder an.
Anders war auch der Themenschwerpunkt auf Rüstungsexporte vor allem auch aus Kassel. Zum Beispiel durch das Unternehmen Krauss-Maffei-Wegmann. Genau dieses Unternehmen und seine zwielichtigen Geschäfte hat die SDAJ Kassel in einem Straßentheater, welches sie auch am 1. September aufführte, thematisiert.

 

Dieses Theaterstück ging so:
KMW: Werte Damen und Herren, Ich bin der Bonzenboss von Krauss-Maffei-Wegmann. Wir sind ein Unternehmen mit blutiger Tradition und der größte Rüstungsproduzent in Kassel. Wir liefern an viele Länder auf der Welt und machten damit allein 2010 64Milliarden Umsatz durch Rüstungsproduktion. Besonders stolz sind wir auf unsere Leopard-Panzer Reihe. Wir bauen die sichersten Panzermodelle weltweit. Zumindest für die, die drinsitzen.
Schüler: Was ist das eigentlich für ein Gefühl, wenn man Gewinne erzielt durch Tötungswerkzeug?
KMW: So ist die Welt! Mein Interesse ist es, Gewinne zu machen. Und wie du siehst, funktioniert dies mit meinen Panzerlieferungen sehr gut. Dass das anderen Interessen widerspricht, ist nicht mein Problem.
Schüler: Es sterben Menschen durch die Waffen, die Sie produzieren lassen. Aber Geld regiert die Welt der Banken und Konzerne, dabei wird keine Gedanken an die Bevölkerung verschiedener Länder verschwendet. Aber der Staat dürfte doch nicht mitmachen! Warum tut er das? Tut er das wirklich?!
KMW: Komm mit! Ich zeig´s dir!
Minister kommt auf die Bühne:
KMW: Wäre es möglich, dass sie mir den Export unserer Ware nach Katar genehmigen?
Minister: Aber sicher. Minister unterschreibt auf einem Zettel
Schüler: Wieso genehmigen sie das einfach so? KMW ist doch nur auf Gewinne aus und in Katar werden die Waffen zur Unterdrückung, Verletzung und vor allem der Tötung von Menschen verwendet. Mit diesen Exporten unterstüzt man doch die Verletzung der Menschenrechte und unterstüzt Terrororganisationen wie Al Nusra-Front und den IS. freeze
Minister: Es besteht eine Notwendigkeit für Unternehmen, um wenn der eigene Markt voll ist, Absatzmärkte zu schaffen und Handelswege zu sichern. Aus solchen 3. Welt Ländern lässt sich jede Menge Profit schlagen, auch da einige nicht wenige wertvolle Rohstoffe besitzen. unfreeze
Minister und KMW geben sich die Hand, Panzer fährt nach Katar an die Regierung, Regierung an IS, erschießt kleines Kind und Mutter

Schüler: Warum macht denn niemand was dagegen? Man könnte ja fast das Gefühl bekommen, es gehe immer und überall nur um Profit. Was kann ich nur tun?
Friedensaktivist: Du hast richtig erkannt: In deinem Interesse ist das Ganze nicht. Krauss-Maffei-Wegmann will Geld für Rüstung, du willst Geld für Bildung, Schwimmbäder, Jugendzentren und bezahlbaren Nahverkehr. Wenn es um Profit geht, wird über Leichen gegangen. Aber Krieg heißt immer Elend für die betroffenen Menschen, das ist nicht unser Interesse. Organisier dich mit Freunden z.B. im Friedensforum, in Jugendverbänden gegen Krieg oder dem offenen Treffen gegen Krieg in Kassel. Wir müssen davon überzeugen, dass Krieg nur Banken und Konzernen nützt, die Bundeswehr und Kriegspropaganda stören und verhindern wo sie ist. Es muss sich grundlegend etwas ändern in Politik und Wirtschaft. Du kannst dabei sein, du musst anfangen, wenn auch nur im kleinen.

54559560Über eine haarsträubende Wohnungssuche in Frankfurt am Main
Ein Kumpel und ich suchten vor Kurzem zusammen eine Wohnung. Er ist Student und ich Arbeiter. Sein Elternhaus liegt im Odenwald, das ist einfach zu weit, um jeden Morgen von dort zur Uni zu fahren. Ich wünschte mir schon seit Längerem mehr Unabhängigkeit von meinen Eltern. Es ist schon peinlich, wenn man nach einer langen Nacht im Club seinem Date sagen muss, das man nicht zu mir gehen kann, weil die Eltern da sind.

Wir wussten, dass die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung in Frankfurt nicht besonders leicht werden würde (durchschnittlich 15 € pro Quadratmeter Miete), aber was wir alles erlebt haben, hätten wir uns nicht träumen lassen. Wenn man in Frankfurt eine Wohnung sucht, dann ist man nicht alleine. Wir besichtigten oft Wohnungen mit anderen Bewerbern gemeinsam und man weiß irgendwie immer, uns werden die sowieso nicht nehmen. Bei einer Wohnungsbesichtigung kamen wir an, als der Vermieter die Wohnung gerade vergeben hatte und die neuen Mieter verabschiedete. Er führte uns aber in ein anderes Stockwerk: Dort hätte er nämlich auch noch was frei. Wir kamen in einem großen Raum. Scheinbar war der Raum früher einmal zwei Räume gewesen und die Trennwand hatte man herausgerissen. Ich dachte mir nur, hier könnte man glatt Hallenfußball spielen. Solche Raumvereinigungen nutzen Vermieter als Teil von Luxusrenovierungen, damit die Wohnung eher für reiche Singles als kleine Familien oder WGs geeignet ist. Des Weiteren hatte die Wohnung noch zwei kleine Zimmer, von denen eins nicht mal ein Fenster besaß. Eine weitere Tür entdeckte ich im Flur. Wir staunten nicht schlecht, als sich darin eine Treppe befand, die oben im Nichts endete. Die Öffnung, die in den nächsten Stock führen sollte, wurde einfach zugemauert! Auf Nachfrage gab man uns zu verstehen, dass zwei getrennte Wohnungen einfach mehr einbringen würden als ein Einfamilienhaus.

Mit einer WG eine Wohnung zu finden gestaltet sich eh als besonders schwierig. Als ich bei einer Organisation anfragte, die gezielt an junge ArbeiterInnen Wohnungen zu vergleichbar günstigen Preisen vermittelte, stieß ich auf Ablehnung. Schließlich sei mein Kumpel Student, für die gäbe es ja das Studentenwohnheim. Dass im Studentenwohnheim wiederrum ich schlechte Karten hatte, brauche ich eigentlich gar nicht zu erwähnen. Eine Maklerin sagte uns, dass sie WGs nicht vermitteln könnte. Die Vermieter wollten einfach keine WGs sondern junge Pärchen. „Wärt ihr schwul, könnte ich euch die Wohnung geben. Versucht es doch wo anders mal so.“ Am Ende waren wir so verzweifelt, dass wir das sogar tatsächlich ausprobierten. Aber auch so hatten wir auch kein Glück. „Nein, für Schwule ist die Wohnung doch viel zu klein.“

Jetzt wohnen wir beide in getrennten WGs und ich muss im Februar auch schon wieder raus, da ich nur als Zwischenmieter untergekommen bin. Die WG-Plätze haben wir über Freunde aus der Gewerkschaft gefunden. Aber viele Auszubildende, Studierende und Geringverdienende und auch immer mehr „Normalverdienende“ werden auch in Zukunft leer ausgehen. Oft sind Mietpreise einfach nicht bezahlbar. Dabei ist man schon froh, eine Ausbildung erhalten zu haben bzw. ein Studienplatz in seinem Wunschfach belegen zu können. Dabei freuen wir uns auf einen neuen Lebensabschnitt und damit verbinden wir oft den Auszug aus dem Elternhaus, um ein unabhängiges Leben führen zu können. Dabei haben wir nur begrenzt die Wahl, ob wir umziehen wollen oder müssen, weil Ausbildungsplätze meistens nur in Ballungsgebieten existieren. Die Konsequenz daraus ist aus der Stadt zu ziehen bzw. ausziehen, sich gemeinsam mit anderen eine Wohnung zu suchen, was auch nicht jedermanns Sache ist, oder eine Wohnung anzumieten, die menschenunwürdig ist. Viele von uns müssen eine lange Strecke auf sich nehmen, da sie keine bezahlbare Wohnung in der Nähe ihrer Arbeitsstätte finden. Dafür geht neben der Arbeitszeit, die oft Überstunden enthält, noch mehr wertvolle Lebenszeit drauf.

Es ist dringender denn je, den sozialen Wohnungsbau wieder in den Fokus zu rücken. Es ist nicht zu akzeptieren, dass Haushalte mit niedrigem Einkommen verdrängt werden und nur Wohnraum für wenige bleibt, die es sich leisten können. Wir bekommen in unserer Nachbarschaft mit, wie vielen Haushalten Zwangsräumungen drohen nach Mieterhöhungen, die sich viele nicht mehr leisten können. Doch der Widerstand wächst und ist notwendig. Wohnraum sollte allen bezahlbar zur Verfügung stehen und nicht die, die schon genug haben, noch mehr bereichern. Den enormen Profit schlagen daraus Makler, Vermieter und Wohnungsgesellschaften, obwohl Wohnraum einer unserer wichtigsten Grundbedürfnisse ist.

Deine Schule ist zerbombt. Verletzte werden in schmutzigen Zelten behandelt, weil auch die Krankenhäuser unter Beschuss sind. Deine Ausbildung musst du abbrechen. Jeder Schritt auf den Straßen in deiner Heimatstadt ist lebensbedrohlich, weil Krieg herrscht.

Unerträgliche Hitze, Dürre und flächendeckende Umweltverschmutzung lassen jeden Landstrich unfruchtbar und unbewohnbar werden. Du teilst das letzte Brot in mehrere Stücke und nichts bleibt übrig. Wasser wird in kleinen Tropfen geteilt. Hunger und Durst vertreibt Millionen. Nur ein Stück Brot und ein Tropfen Wasser kannst du dir leisten. Bücher, Bildung und Hobbys sind für Kinder und Jugendliche mit kaum Geld und viel Hunger ein knappes Gut. Das steht nicht jedem zu, weil Armut herrscht.

Krieg, Armut,Hunger und Umweltzerstörung. Über 60 Millionen Menschen, die Hälfte davon Kinder, sind weltweit auf der Flucht.

Krieg überall – Was hat das mit Deutschland zu tun?

Syrien, Afghanistan, Irak, Libyen, Somalia, Kongo, Kosovo. In diesen Ländern wird oder wurde jahrelang Krieg geführt. Aus Syrien kommt der größte Teil der Geflüchteten. Seit 2011 herrscht in Syrien Krieg. Organisiert und befeuert wird dieser durch ausländische Regierungen und Geheimdienste. Saudi-Arabien, Kuwait und Katar unterstützen nachweislich Islamisten mit Waffen und Geld. Diese Golfstaaten zählen im Nahen Osten zu den wichtigsten militärischen und wirtschaftlichen Verbündeten westlicher Industrienationen wie z.B. Deutschland. Deutsche Rüstungskonzerne liefern für mehrere Milliarden Euro Panzer, chemische Stoffe und Kriegswaffen. Damit wird die eigene Bevölkerung unterdrückt und z.B. der Islamische Staat beliefert.

IS unterstützen, Macht sichern

Gemeinsame Pipline-Bauvorhaben zwischen Europa und den Golfstaaten sind seit 2011 in Planung. Diese Pipelines sollten eigentlich durch Syrien gehen. Die syrische Regierung weigerte sich und unterschrieb 2011 einen Vertrag mit Russland, der ein Pipeline-Bauvorhaben mit dem Verbündeten Iran durch Syrien und Irak vorsah. Deutschland und die westlichen Industrienationen haben ein Interesse daran die wirtschaftliche Macht Russlands zu schwächen und ihre eigene wirtschaftliche Macht durch diese Pipelines zu stärken. Deswegen ist der Krieg eine willkommene Destabilisierung der Region, um anschließend wirtschaftlich-politische Macht zu erhalten. Die Entstehung, die Interessen und auch der Vormarsch des IS waren den deutschen und US-Geheimdiensten lange bekannt. Sie ließen in zur Destabilisierung bestehen, wie schon in den Medien zugegeben wurde. Außerdem billigt die deutsche Regierung die Unterstützung des IS durch z.B. Saudi-Arabien, um die wichtigsten Öl-Lieferanten nicht zu verlieren. Eine ähnliche Rolle spielt auch der NATO-Partner Türkei, der den IS mit Waffen, Kämpfern und Geld unterstützt.

Geld für Bildung statt für Rüstung!

Seit Dezember 2015 zieht Deutschland mit Militär in den Syrien-Krieg: Ein Kriegsschiff und sechs Jagdbomber „Tornado“, die als Aufklärungsflugzeuge eingesetzt werden. Mit 1200 Soldaten ist das der derzeit größte Bundeswehr-Auslandseinsatz. Betrachten wir uns die oben genannten Herkunftsländer von Flüchtlingen wird schnell klar, dass Kriege eine große Fluchtursache sind. Die sogenannten Interventionen der Bundeswehr und anderer NATO-Staaten hinterlassen verwüstete Länder: Afghanistan, Irak, Libyen, Kosovo etc. und jetzt Syrien. Millionen müssen flüchten, werden ermordet und verletzt. Deutsche Waffen und Panzer destabilisieren weiterhin die Region. Einzig für den Profit aus Öl-, Gas- und Rüstungsgeschäften, allein für politische und wirtschaftliche Machtinteressen der Banken und Konzerne wird Krieg geführt. Anstatt mehrere Milliarden in Rüstung und Kriege zu investieren, könnte man sowohl Hunger und Armut bekämpfen, als auch Bildung für Alle finanzieren – egal ob für flüchtende, migrantische oder deutsche Jugendlichen.

Auch wir waren Ende Juli bei der Demo der LSV Hessen zur Abschaffung von Hausaufgaben.Nicht nur die Landesschülervertretung Hessen, sondern auch wir, fordern die Abschaffung von Hausaufgaben, weil:

  • Bildungschancen hängen stark vom Elternhaus ab:
    Studien haben ergeben, dass der Schulabschluss in Deutschland besonders stark, davon abhängt ob die Eltern studiert haben oder nicht. Ein Kind von Eltern, die nicht studiert haben, muss mehr leisten, um eine Empfehlung für das Gymnasium zu bekommen, als ein Kind von Studierten. Das hat unter anderem damit zu tun, wie gesprochen wird. Gehobene Sprache wird in der Schule gefordert, aber nicht dort gelernt, sondern vorausgesetzt. Durch Hausaufgaben wird die Bildungsungerechtigkeit verschärft. Denn wer sich Nachhilfe leisten kann, wer eine gute Lernumgebung (z.B. ein eigenes Zimmer) zu Hause hat und wo die Eltern nicht den ganzen Tag arbeiten müssen, sondern bei den Hausaufgaben helfen können, bei dem sieht es besser aus als bei anderen. Gerechter wäre es, wenn Hausaufgaben in den Schulalltag bei guter Lernumgebung und (auf Wunsch) Betreuung integriert wäre.
  • Leistungsdruck, Burn-Out und Suizid-Gedanken unter Jugendlichen nehmen zu:
    Viele SchülerInnen sitzen nach dem Schulunterricht viele Stunden an den Hausaufgaben. Trotz gesetzlich zugesichertem Recht auf Freizeit, ist für viele Schüler kein Platz mehr im Alltag für Hobbies, Freunde und Chillen. Dadurch wird auch politischem Engagement von SchülerInnen entgegenwirkt. Auf 60 SchülerInnen kommt laut Schätzungen einE SchülerIn mit Burn-Out. Folgendes hängt zwar nicht nur mit Schulstress zusammen, aber auch: Die Selbstmordrate unter Jugendlichen steigt.
  • Hausaufgaben sind nicht sinnvoll:
    In einem Schweizer Kanton wurde getestet, wie ein Schulalltag ohne Hausaufgaben funktioniert. Die SchülerInnen ohne Hausaufgaben, waren vom Lernstoff genauso weit wie die gleichaltrigen SchülerInnen mit Hausaufgaben, und hatten zudem noch eine viel positivere Einstellung zu Schule und waren motivierter.

 

Deswegen schließen wir uns folgenden Forderungen der Landesschülervertretung an:

  • Individuelle, betreute Lernstunden in den Schulalltag integriert statt Hausaufgaben!
  • Weniger Lernstoff in mehr Zeit!

Wir ,die SDAJ, wollen eine Schule in der gemeinsam gelernt wird und man dazu befähigt wird, die Welt zu erkennen, zu verändern und für seine Interessen zu lernen, statt nur für Prüfungen, Noten und Arbeitsmarkt.