Wie schon seit 132 Jahren gab es natürlich auch wieder dieses Jahr am 1. Mai, am internationalen Kampftag der Arbeiterklasse (er wird von Bürgerlichen oft beschwichtigend Tag der Arbeit genannt), Demonstrationen für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen. Auch in Kassel startete die 1.-Mai-Demo um 10 Uhr am Halitplatz. Der Jugendblock wurde von einem Lautsprecherwagen angeführt, von welchem neben den Hauptredner Jörg Hoffman, der auf dem Königsplatz redete, Musik, Demosprüche und auch kurze Redebeiträge (unter anderem von ML als Vertreterin des Stadtschülerrats, die auch Mitglied der SDAJ ist) kamen. Das Besondere an diesem ersten Mai war nicht nur, dass die DGB-Demoleitung die Demo offiziell auflöste, nachdem die kurdische Community mit Sympathisierenden die Flaggen der Volksverteidigungsarmeen YPG und YPJ (welche erfolgreich unter anderem den IS bekämpften) gezeigt hatte, sondern, dass zum ersten Mal organisiert Schüler und Schülerinnen mitliefen. Das Kasseler Bildungsbündnis „Unsere Zukunft Erkämpfen“, welches im letzten Dezember den Kasseler Schulstreik gegen die 144 Millionen Sanierungsstau an Kassels Schulen organisierte, hatte zusammen mit dem Stadtschüler*Innenrat Kassel zur Demo mobilisiert. Mit bildungspolitischen Sprüchen und Transpis wurde die 1.-Mai-Demo wieder einmal breiter und vielfältiger. Das absolute Highlight war jedoch, als der aktuelle Oberbürgermeister, Christian Geselle, durch einen Redebeitrag an der Drahtbrücke ein bisschen Promo für sich machen wollte. Da dieser „Sozialdemokrat“ genauso wenig für Kassels Schulen unternimmt, wie seine Vorgänger, haben wir uns als Schülerblock (an dem auch die politischen Jugendorganisationen SDAJ, solid und Revolution teilnahmen) noch einmal vor der Bühne versammelt und lautstark „Saniert auf der Stelle, Janz und Geselle!“ und „Geselle spart die Bildung klein, stellt euch auf Proteste ein!“ gerufen, was dazu führte, dass der Oberbürgermeister seine Rede früher als geplant beendete und es viel positives Feedback von den Kollegen aus den Gewerkschaften gab. Alles in allem also ein super erster Mai mit neuem Schwung. Aber wir müssen uns kontinuierlich kämpferisch für unsere Interessen einsetzen und nicht nur am 1.Mai. Das können wir nur erfolgreich gemeinsam als Schüler, Auszubildende, Arbeiter, Angestellte und Arbeitslose.

10 000 Menschen waren am heutigen Tag, dem Kampftag der internationalen Arbeiterklasse auf der Straße. Im gemeinsamen Jugendblock mit DGB Jugend, SDS, BDAJ, Jusos DIDF und SDAJ haben wir gemeinsam gefeiert, Arbeiterlieder gesungen und unsere Forderungen klar gemacht: Eine qualitativ hochwertige Ausbildung statt Schmalspurausbildung und Kaffe kochen, einen Mindestlohn, der zum Leben reicht statt 8,50€ und nicht für Alle und die unbefristete Übernahme nach der Ausbildung.Jugendblock

Hier unser Redebeitrag auf der Demo:

„Auch im Jahr 2014 das gleiche Bild: Wir – die arbeitende und lernende Jugend – geraten immer häufiger aufs Abstellgleis. Schmalspurausbildung, Überstunden, Angst vor Arbeitslosigkeit und Hartz IV gehören für uns Jugendliche bereits zum Alltag. Die Kosten für die eigene Ausbildung gehen in die Höhe, die Qualität sinkt jedoch in den Keller. Ob in Deutschland, Spanien, Griechenland: Die anhaltenden Krise verschärft die miese Situation der Jugend in Europa noch einmal massiv.

Heute ist der 1.Mai. Der internationale Kampftag der Arbeiterklasse. Heute gehen Arbeiterinnen und Arbeiter auf der ganzen Welt auf die Straße. An keinem anderen Tag wird klarer das in unseren Betrieben nicht einfach alles nur Kollegen mit den selben Interessen sind sondern es einen klaren Strich zwischen uns und unseren Chefs gibt. Unsere Chefs stehen heute nicht hier um für ein besseres Leben für alle zu kämpfen. Nein Sie stehen heute nicht hier weil ihre Interessen im direkten Gegensatz zu unseren stehen.

Während wir ein Interesse an fairen Löhnen haben, haben sie ein Interesse an möglichst starker Ausbeutung um ihren eigenen Profit zu sichern.
Während wir ein Interesse an einem Arbeitsplatz für alle haben, haben Sie ein Interesse an möglichst hoher Arbeitslosenquote damit auch niemand auf Idee kommt Forderungen zu stellen aus angst seinen Job zu verlieren. 
Während wir ein Interesse an einer Guten Ausbildung für jeden haben, sind auszubildende für sie nur Billiglohnsklaven die möglichst viel leisten sollen in Hoffnung auf eine Übernahme. Jugendblock2


Darum fordern wir von der SDAJ einAusbildungsgesetz das unter anderem folgende Punkte enthalten soll:
-Jeder Jugendliche hat ein Recht auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz ihrer/seiner Wahl.
-Die Unbefristete Vollzeitübernahme im erlernten Beruf wird garantiert.
-Verbot von unbezahlter Ausbildungen. Ausbildungsvergütungen auf einem Niveau, das ein elternunabhängiges und menschenwürdiges Leben ermöglicht. Gesetzliche Mindestausbildungsvergütung von 1200 Euro netto.
-Verbot des sogenannten „Berufsvorbereiteten Jahres“ sowie aller anderen Warteschleifen
-Keine Ausweitung der Arbeitszeit und der Arbeitsverdichtung – stattdessen deutliche Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich und entsprechende Neueinstellungen! Hin zur 30 Stundenwoche!
-Verbot unsicherer Beschäftigungsverhältnisse wie Scheinselbstständigkeit, Werkverträge, Leiharbeit, unbezahlte oder unterbezahlte Praktika und eine unbefristete Übernahme aller zurzeit von diesen Beschäftigungsverhältnissen betroffenen in ihren aktuellen einsatzbetrieben.
-Gesetzlicher Mindestlohn von 12 Euro netto pro Stunde!
-Absenkung des Renteneintrittsalters auf 60 Jahre!
-Konsequente Enteignung aller Betriebe die sich weigern diese Forderungen zu erfüllen.
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Diese Ziele können wir verwirklichen aber nur wenn wir unsere Zukunft in die eigene Hand nehmen und unsere Perspektiven selbst erkämpfen. Alleine werden wir nichts erreichen. Nur gemeinsam und Organisiert können wir „die Arbeiterklasse“ die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beenden. Einen Finger können sie brechen, aber fünf Finger sind ne Faust. Also Rein in in die Jugendauszubildendenvertretungen, rein in die Gewerkschaften, rein in die Sozialistischen Jugendverbände.“

10277467_461980933934137_3709620076894211320_nAus unserer Kleinzeitung zum 1. Mai (Die komplette Ausgabe findet ihr hier):

Deutschland 2014: Millionen Menschen in Deutschland sind von Niedriglöhnen und Leiharbeit betroffen. Viele Lohnabhängige sind zusätzlich zu ihrem Job auf Hartz IV angewiesen oder haben mehre Jobs, um sich und ihre Familie über Wasser zu halten. Über 3 Millionen Menschen sind arbeitslos und werden von Jobcenter immer wieder in Maßnahmen gesteckt und dort als billige Arbeitskräfte ausgenutzt. Für Jugendliche ist die Lage besonders schlimm. In Deutschland fehlen 300.000 Ausbildungsplätze. Wenn man keinen Platz ergattert, wird man in schulische „Warteschleifen“ gesteckt oder hofft mit unbezahlten Praktika in der nächsten Runde die Chance auf einen Ausbildungsplatz zu erhöhen. Der sogenannte „Mindestlohn“, den die regierende Koalition aus CDU und SPD einführen will, soll nicht nur nicht flächendeckend sein, sondern schließt auch Auszubildende aus. Der Lohn als Auszubildender reicht nicht für ein elternunabhängiges Leben und häufig werden Auszubildende als billige Arbeitskräfte missbraucht und müssen ausbildungsferne Arbeiten, wie Aktenordner sortieren oder aufräumen erledigen.

Seit 1890 gehen die Arbeiter und Arbeiterinnen am 1. Mai traditionell für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße. Ein Jahr zuvor wurde auf der Gründungskonferenz der zweiten Internationalen der 1. Mai, als „Kampftag der Arbeiterklasse“ in Gedenken an die 1886 bei einem Generalstreik für den 8 Stunden Tag in Chicago getöteten Demonstranten, ausgerufen. Seit dem gehen jedes Jahr international Millionen Menschen auf die Straße, um für ihre Rechte und ihr Interessen zu kämpfen. Die Arbeiter verbinden ökonomische mit politischen Forderungen und üben internationale Solidarität und unterstützen den Kampf der Arbeiter und Arbeiterinnen weltweit.

Als SDAJ beteiligen wir uns an diesem Kampf und fordern ein Ausbildungsgesetz, das das Verbot von Leiharbeit, einen für alle verbindlichen Mindestlohn, die unbefristete Übernahme im erlernten Beruf und das Recht auf einen Ausbildungsplatz beinhaltet. Das Ausbildungsgesetz ist nicht im Sinne der Herrschenden, den Banken und Konzernen. Es steht ihren Interessen der Profitmaximierung entgegen. Wir können uns von den Herrschenden, den Banken und Konzernen, keine Geschenke erhoffen. Wir müssen gemeinsam für unsere Rechte kämpfen und unsere Forderungen erzwingen. Für unsere Rechte, für das Ausbildungsgesetz und gegen die Interessen der Herrschenden gehen wir gemeinsam am 1. Mai auf die Straße.

 

Wir fordern:

  • Das Recht auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz für jeden Jugendlichen.
  • Unbefristete Übernahme im erlernten Beruf
  • Leiharbeit verbieten
  • 12€ Mindestlohn, 1200€ Mindestvergütung für Auszubildende

 

 

Gemeinsam mit dem DGB Jugendrat, BDAJ, DIDF und JuSos machen wir am 1. Mai einen Jugendblock für:

– Einen gesetzlichen Mindestlohn, der zum Leben reicht!Jugendblock1.Mai2014

– Das Recht auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz!

– Die unbefristete Übernahme im erlernten Beruf!

Unser gemeinsame Aufruf hier:

Jeder junge Mensch hat das Recht auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz.

Wir fordern die qualitativ GUTE AUSBILDUNG und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten während der gesamten Berufstätigkeit.

Viele junge Menschen geraten nach der Ausbildung meist in prekäre Beschäftigung. Gerade für junge Menschen mit geringer Berufserfahrung sinken die Chancen auf eine Arbeitsstelle mit sicheren Zukunftsperspektiven.

Wir fordern die UNBEFRISTETE ÜBERNAHME aller junge Menschen, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben.

Wir sind wütend, dass immer mehr junge Menschen nicht von ihrem Lohn leben können.

Wir fordern einen gesetzlichen MINDESTLOHN, von dem Auszubildende ohne Existenzängste leben können.

 

Also: Raus zum 1. Mai! 9:30 Uhr am Günthersburgpark startet unser Jugendblock! Danach lassen wir den Tag im DGB Hof gemeinsam ausklingen.

Berlin im Jahr 1914. Karl Liebknecht erhält endlich die Papiere, die nachweisen, dass in Deutschland heimlich auf den Krieg hingearbeitet
wird. Wenig später ist er der einzige, der bei der Reichstagssitzung gegen die Kriegsmittel stimmt. Fortan gilt er als Vaterlandsverräter.
Er wird an die Front beordert, wo er 1915 sein Manifest „Der Hauptfeind steht im eigenen Land!“ niederschreibt.

Zurück in der Heimat gründet er gemeinsam mit Rosa Luxemburg den Spartakusbund. In Jena leitet Liebknecht illegal eine Gruppe Jugendlicher zur Vorbereitung der Großdemonstration am 1. Mai an. Arbeiter aus ganz

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Deutschland versammeln sich in Berlin, als Liebknecht vor ihnen spricht. Er wird verhaftet. Auch vor Gericht bleibt Liebknecht seiner Haltung treu. Während draußen die Massen für Liebknecht demonstrieren, wird er abgeführt.

Wir zeigen den Spielfilm „Solange Leben in mir ist!“ in Vorbereitung auf das alljährliche LLL-Wochenende in Berlin. Dort gedenken wir am 11. und 12. Januar Karl Liebknechts, Rosa Luxemburgs und all den anderen Kämpfern gegen Imperialismus, Faschismus und Krieg. Karten für den Bus nach Berlin könnt ihr beim Filmabend kaufen. Neben dem Film gibt‘s noch leckere Cocktails!

Wo? DGB-Jugendclub, Frankfurt.

Wann? 27.11., 20:00 Uhr.

Hier gibts den Flyer.

Aus der Kleinzeitung der DKP Hessen zu den antifaschistischen Blockaden am 1. Mai in Frankfurt:

Bildschirmfoto 2013-04-23 um 23.27.12Vor 80 Jahren, am 2. Mai 1933, haben sie die Gewerkschaftshäuser gestürmt, GewerkschafterInnen in Konzentrationslager gesperrt und die Organisationen der Arbeiterbewegung zerschlagen. Wenn die Faschisten an den Hebeln der Macht sitzen, wird nicht lange gefackelt. Zuerst die KommunistInnen ins Lager oder direkt ermorden. Danach waren die Gewerkschaften dran. Schließlich die Sozialdemokratie, jede Form von Opposition und alle Menschen, die nicht in das Herrenmenschen- Bild der Nazis passten.

Die Macht dazu wurde ihnen 1933 von den bürgerlichen Parteien in die Hände ge- legt, im Auftrag der deutschen Großindustriellen.

Am 1. Mai 2013, dem internationalen Kampftag der Arbeiterklasse, wollen Neonazis und Faschisten wieder in Frankfurt marschieren.

Diese Provokation und Verhöhnung der Opfer des Nazi-Terrors, der internationalen Arbeiterbewegung und aller fortschrittlichen Kräfte lassen wir uns nicht gefallen. Wir werden ihren Aufmarsch blockieren und rufen dazu auf, die Blockaden aktiv zu unterstützen!

Der 1. Mai ist und bleibt der Tag des Kampfes für gesellschaftlichen Fortschritt und der internationalen Solidarität zwischen den ArbeiterInnen aller Länder.

Hier steht die Kleinzeitung zum Download zur Verfügung: Kleinzeitung der DKP Hessen zum 1. Mai

DKP Hessen und SDAJ Hessen erklären: Der 1. Mai ist der Tag der Arbeiterklasse, nicht der faschistischen Hetze.DSCF5043

Am ersten Mai will die NPD in Frankfurt demonstrieren. Sie fordert „alle aufrechten Deutschen“ dazu auf, ein Zeichen „gegen Euro und Großkapital zu setzen“. Die Nazis geben vor, dass sie für die Interessen der „kleinen Leute“ eintreten und das Kapital bekämpfen würden.

Wir stellen uns gegen diese faschistische Propaganda. Die NPD richtet sich nicht gegen das Kapital. Im Gegenteil: Das Kapital braucht die Nazis. Denn Nazis spalten die arbeitenden Menschen in Ausländer und Deutsche. Sie treten dafür ein, die Gewerkschaften zu zerschlagen. Sie wollen den Unternehmern die Möglichkeit geben, nach Belieben Löhne zu senken und Beschäftigte zu entlassen. Sie wollen die Sanktionen gegen Erwerbslose weiter verschärfen. Sie wollen gute Bildung nur für eine kleine Elite. Und sie terrorisieren MigrantInnen und Linke. Faschismus heißt: Angriff auf alle Rechte der arbeitenden Menschen. Das zeigt die Geschichte, und das zeigen die fast alltäglichen Angriffe der Nazis auf Ausländer und Linke.

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Die letzten Jahre haben erneut gezeigt: Im Kampf gegen Nazis können wir uns nicht auf die Regierung und den Staat verlassen. Im Gegenteil: Die NSU-Affäre hat gezeigt, dass Teile der Geheimdienste unseres Landes sogar mit den Nazis zusammenarbeiten! Umso wichtiger ist es, dass wir uns dem faschistischen Aufmarsch am 1. Mai massenhaft entgegenstellen. Wir wollen diesen Aufmarsch verhindern, indem wir uns an friedlichen, aber entschlossenen Blockaden beteiligen – auch wenn die Polizei versuchen sollte, der NPD den Weg frei zu machen.

 

Gegen die Spaltung, die Lügen und den Terror der Nazis stellen wir die Solidarität aller arbeitenden Menschen, der Erwerbslosen, RentnerInnen und der lernenden Jugend. Wir kämpfen gemeinsam – unabhängig von Pass oder Herkunft – gegen die Angriffe des Kapitals, für sichere Arbeitsplätze und Löhne, von denen wir leben können. In den laufenden und kommenden Tarifrunden setzen wir uns dafür ein, dass höhere Löhne erkämpft werden, die Arbeitsplätze auf Kosten der Unternehmer gesichert werde, die Angriffe der „Arbeitgeber“ zurückgewiesen werden. Wir wissen: Das geht nur durch die kämpferische Mobilisierung möglichst großer Teile der KollegInnen. Und wir wissen: Das reicht nicht aus. Wir brauchen eine massive Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich, um Arbeitsplätze zu schaffen und den Druck auf die Beschäftigten zu senken!

In der ganzen Welt gehen die arbeitenden Menschen, die Gewerkschaften, für solche Forderungen auf die Straße. Der 1.Mai ist der Kampftag der Arbeiterklasse, der Tag der internationalen Solidarität gegen die Angriffe der Unternehmer. Wir sagen: Diesen Tag überlassen wir nicht den Nazis. Für die Nazi-Propaganda der NPD ist kein Platz in Frankfurt.

 

Deshalb erklären DKP Hessen und SDAJ Hessen:

 

Wir setzen uns in Betrieb und Gewerkschaft dafür ein, den Kampf für höhere Löhne und sichere Arbeit zu stärken.

Und: Wir werden die NPD-Demo blockieren – friedlich, gemeinsam, entschlossen.

Am Samstag den 6.4. haben sich etwa 40 SDAJler in Frankfurt anlässlich der geplanten Nazi-Kundgebung am 1. Mai an der Hauptwache getroffen. Mit vielen Fahnen und 2 großen Transpis traten wir an der Hauptwache auf. Mit Flyern und Redebeiträgen haben wir auf die Ankündigung der NPD aufmerksam gemacht und zu den Blockaden am 1. Mai mobilisiert, mit Losungen wie „Hinter dem Faschismus steht das Kapital – der Kampf um Befreiung ist international“ sind wir über die Zeil demonstriert. Viele Menschen wurden auf uns aufmerksam, wir bekamenzustimmende Rufe. Bei der Konstablerwache angekommen machten wir erneut mithilfe zweier Redebeiträge und lauter Demosprüche auf den Naziaufmarsch aufmerksam: „Frankfurt nazifrei – am 1. Mai sind wir dabei“. Wir demonstrierten weiter bis zum DGB Haus – denn wir wollen zeigen: In Frankfurt ist kein Platz für Faschisten. Auch nicht am 1. Mai.

Morgen wollen wir erneut darauf aufmerksam machen, dass die Faschisten in Frankfurt marschieren wollen – dazu treffen wir uns um 13 Uhr an der Bockenheimer Warte. Denn wir wollen den Naziaufmarsch mit euch gemeinsam blockieren!

Zu unserem Material geht’s hier.

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Unser Redebeitrag:

Für den 1.Mai ist hier in Frankfurt eine Kundgebung von der NPD angemeldet. Sie rufen alle ,,aufrechten Deutschen“ auf ein Zeichen gegen den Euro und das Großkapital zu setzten. Die NPD  gibt sich antikapitalistisch und stellt sich als  Interessenvertreter der kleinen Leute dar. Aber tatsächlich vertreten die Nazis die Interessen der großen Banken und Konzerne. Die NPD macht die so genannten Pleitestaaten und die EZB für die Krise verantwortlich. Sie sagt, Deutschland sei ein Opfer der internationalen Wirtschaftspolitik und  werde von den internationalen Banken kontrolliert. Aber die Wahrheit sieht anders aus:

Nicht Deutschland wird kontrolliert, sondern die Bundesregierung zwingt ganz Europa Sparmaßnahmen auf.  Das deutsche Kapital profitiert von den sogenannten Rettungsmechanismen. Dabei wird weder dem griechischen, noch dem spanischen Volk geholfen,  stattdessen werden demokratische Rechte abgebaut und die Bevölkerung verarmt. Die Milliarden, die in die Eurorettung fließen, nutzen nur den Banken und Konzernen. Bei der Bevölkerung hingegen kommt nichts davon an.

Diese Tatsachen verdreht die NPD. Der Ärger und die Unzufriedenheit der Menschen mit dem kapitalistischen System, in dem wir leben, wird ausgenutzt. Die Faschisten versuchen uns zu spalten.  Mit ihrer rassistischen, antisemitischen und sexistischen Propaganda hetzen sie vor allem gegen Migranten, Flüchtlinge und Erwerbslose. Dabei wird ein Feindbild konstruiert, das den wahren Feind verschleiert. Schuld an Arbeitslosigkeit, Verarmung und mangelhafter Ausbildung sind eben nicht Juden, Ausländer oder ausländische Kapitalisten und Banken, sondern das deutsche Kapital selbst. Die deutschen Unternehmen und Konzerne profitieren aus der Ausbeutung der Arbeiter. Der Gegensatz der Klassen und deren Interessen, wird von den Faschisten verschleiert. Wir sagen deshalb: Klassenkampf statt Volksgemeinschaft! Wir kämpfen für unsere Rechte, und wir werden am 1. Mai die Nazis blockieren.

Die Vernetzung zwischen Faschisten und Staat wird in der Bundesrepublik immer offensichtlicher. Die Morde des NSU sind keine Zufälle. Die Verwicklung staatlicher Geheimdienste mit faschistischen Organisationen ist nichts Neues. Die NPD finanziert sich zu einem großen Teil aus Steuergeldern und die V-Leute des Verfassungsschutzes sind häufig selbst Nazis. Die letzten Jahre haben gezeigt: Der Verfassungsschutz bekämpft die Nazis nicht, er unterstützt sie sogar. Dafür gibt es Gründe: Faschistische Kräfte nutzen am Ende nur dem Kapital. Denn sie spalten den Widerstand gegen die herrschende Politik. Sie verschleiern, wer wirklich schuld ist an den Problemen in diesem Land: Die Banken und Konzerne!

Auch wenn sie gerne so tun, als ob es ihnen um das Wohl deutscher Arbeiter geht, handeln sie im Sinne des Kapitals. Die Geschichte hat uns gezeigt, dass Faschismus die schärfste Form der Ausbeutung, Unterdrückung und Entrechtung war und ist. Ziel des Faschismus ist es den Profit durch das Führen von Eroberungskriegen und durch die Ausbeutung der Arbeiter mit Zwangsarbeit und Massenvernichtung zu maximieren. Mit massiver Repression nach Innen wird die Arbeiterbewegung unterdrückt und die Arbeiterklasse komplett entrechtet. Faschisten sind kein Überbleibsel aus alter Zeit, sondern helfen aktiv dabei mit demokratische Rechte abzubauen. Deswegen müssen wir uns ihnen auch heute noch entschlossen entgegen stellen und  dürfen ihnen keinen Raum für ihre Hetze lassen.

Wenn am 1. Mai Nazis marschieren wollen, sagen wir: Der 1. Mai ist unser Kampftag. Der Kampftag der Arbeiterklasse. Schon seit über hundert Jahren gehen am 1. Mai Arbeiter auf die Straße um für ihre Rechte, gegen Ausbeutung und Unterdrückung zu demonstrieren. Auch in diesem Jahr werden wir am ersten Mai unsere Forderungen stellen: Wir brauchen höhere Löhne, wir brauchen sichere Arbeitsplätze. Wir brauchen ein Recht auf einen Ausbildungsplatz, und wir brauchen die Übernahme im erlernten Beruf für alle Azubis. Und wir sagen: Wir brauchen eine massive Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich, um Arbeitsplätze zu schaffen und den Druck auf die Beschäftigten zu senken. Wir kämpfen für unsere Rechte – auf der Straße, in den Schulen und in den Betrieben. Und wir sagen: Diese Stadt muss eine nazifreie Zone werden. Am 1. Mai werden wir den Aufmarsch der NPD blockieren – friedlich, aber entschlossen.  Und wir rufen alle auf: Macht mit, sorgen wir gemeinsam dafür, dass Frankfurt am 1. Mai nazifrei bleibt!

Zum 1. Mai sagen wir: Klassenkampf statt Volksgemeinschaft – kein Fußbreit den Faschisten!

Dazu erstellten wir eine Kleinzeitung:

Sind Nazis sozial? So lügen die Faschisten:

Für den 1.Mai ruft die NPD zu einer Großkundgebung vor der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main auf. Mit dem Motto „Raus aus dem Euro – Gegen Euro und Großkapital“ versuchen sie, sich als Kapitalismuskritiker aufzuspielen und so Menschen für ihre faschistische Ideologie zu gewinnen.

Tatsächlich sind die Faschisten jedoch alles andere als sozial. Sie vertreten nicht die Interessen der ArbeiterInnen, sondern die der Kapitalisten. Dies lässt sich schon an ihrem Aufruf zur 1.Mai-Kundgebung festmachen.

 

„Am 1.Mai sind alle aufrechten Deutschen dazu aufgerufen…“

Bereits im ersten Satz zeigt sich der Rassismus der Nazis: Sie trennen die Arbeiterklasse ausdrücklich in „aufrechte Deutsche“ und Sonstige, wie Ausländer oder linke Deutsche. Diese Spaltung steht den Interessen der ArbeiterInnen jedoch entgegen, denn nur wenn sich alle Beschäftigten, Männer und Frauen, Deutsche und Ausländer gemeinsam für ihre Rechte einsetzen, können Fortschritte erzielt werden. Die Spaltung der Arbeiterklasse schwächt ihre Kampfkraft und spielt so den Kapitalisten in die Hände.

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„Wir wollen aber nicht kontrolliert werden und in Abhängigkeit der Banken leben“

Deutschland wird als Opfer gewissensloser Spekulationen der Banken dargestellt. In Wahrheit ist es jedoch so, dass nicht nur die Banken, sondern genauso die Konzerne für die Krise verantwortlich sind. Auch sind es derzeit nicht die Deutschen, die in Abhängigkeit gebracht werden; vielmehr ist gerade Deutschland die treibende Kraft beim Versuch, andere europäische Staaten wie Griechenland und Spanien zu kontrollieren, indem sie ihnen radikale Sparmaßnahmen aufzwingen.

 

„Wir wollen aber nicht für Griechenland, Spanien und andere Pleitestaaten mit unserem Geld haften“

Mit gezielter Hetze gegen die Staaten, die am meisten unter der Krise leiden, leiten die Nazis das Protestpotential in Deutschland in für das Kapital ungefährliche Bahnen. Statt gegen die Verantwortlichen der Krise, die Banken und Konzerne, vorzugehen, wird die Schuld den „faulen Griechen“ zugeschoben. Dass das Geld aus dem Rettungsschirm nicht den notleidenden Menschen, sondern den Banken und Konzernen zufließt, wird von den Faschisten verschwiegen.

Von den Nazis haben wir also keine Hilfe zu erwarten. Denn wer die Schuld für die Krise auf Minderheiten abschiebt, statt die Banken und Konzerne klar als Verantwortliche zu benennen, handelt gegen die Interessen der Arbeiterklasse.

Deshalb steht für uns der 1. Mai unter der Losung „Klassenkampf statt Volksgemeinschaft!“. Wir wissen, dass die Ziele der der Herrschenden nicht die unseren sind. Die von den Faschisten propagierte Volksgemeinschaft kann nicht funktionieren, wenn es Herrschende und Beherrschte gibt; wenn die Kapitalisten die Arbeiterklasse für ihre Zwecke missbrauchen und ausbeuten.

Nicht die Nationalität eint die Menschen, sondern ihr gemeinsamer Kampf für Freiheit und Menschenrechte. Denn unter der Krise und dem Spardiktat leiden nicht nur Deutsche, sondern die lernende und arbeitende Bevölkerung in ganz Europa. Wenn durch die Sparmaßnahmen der Herrschenden Schulen verrotten, Schwimmbäder und Kinos geschlossen werden und der Nahverkehr immer teurer wird, hilft nur eines: Aktiv werden und gegen die Abwälzung der Krisenkosten auf die arbeitende und lernende Bevölkerung vorgehen – gemeinsam und entschlossen, ohne Nazis.

 

Weiter mit unserer Kleinzeitung geht’s hier!

Am 1. Mai wollen Faschisten nach Frankfurt kommen und eine Kundgebung an der EZB abhalten. Wir wollen das verhindern. Denn Nazis sind nicht sozial und handeln nicht im Interesse der ArbeiterInnen – ganz im Gegenteil: Sie handeln im Interesse des Kapitals.

Um uns gemeinsam auf den 1. Mai vorzubereiten, möchten wir am 17.04. den Film „Rat der Götter“ zeigen. Er zeigt, wie IG Farben vom deutschen Faschismus profitiert hat und wem der Faschismus nützt.

Komm‘ vorbei und verbringe einen netten & diskussionsreichen Abend mit uns! Dazu gibt’s leckere cubanische Cocktails!

Zur Facebook-Veranstaltung kommst du hier.

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