Wie schon seit 132 Jahren gab es natürlich auch wieder dieses Jahr am 1. Mai, am internationalen Kampftag der Arbeiterklasse (er wird von Bürgerlichen oft beschwichtigend Tag der Arbeit genannt), Demonstrationen für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen. Auch in Kassel startete die 1.-Mai-Demo um 10 Uhr am Halitplatz. Der Jugendblock wurde von einem Lautsprecherwagen angeführt, von welchem neben den Hauptredner Jörg Hoffman, der auf dem Königsplatz redete, Musik, Demosprüche und auch kurze Redebeiträge (unter anderem von ML als Vertreterin des Stadtschülerrats, die auch Mitglied der SDAJ ist) kamen. Das Besondere an diesem ersten Mai war nicht nur, dass die DGB-Demoleitung die Demo offiziell auflöste, nachdem die kurdische Community mit Sympathisierenden die Flaggen der Volksverteidigungsarmeen YPG und YPJ (welche erfolgreich unter anderem den IS bekämpften) gezeigt hatte, sondern, dass zum ersten Mal organisiert Schüler und Schülerinnen mitliefen. Das Kasseler Bildungsbündnis „Unsere Zukunft Erkämpfen“, welches im letzten Dezember den Kasseler Schulstreik gegen die 144 Millionen Sanierungsstau an Kassels Schulen organisierte, hatte zusammen mit dem Stadtschüler*Innenrat Kassel zur Demo mobilisiert. Mit bildungspolitischen Sprüchen und Transpis wurde die 1.-Mai-Demo wieder einmal breiter und vielfältiger. Das absolute Highlight war jedoch, als der aktuelle Oberbürgermeister, Christian Geselle, durch einen Redebeitrag an der Drahtbrücke ein bisschen Promo für sich machen wollte. Da dieser „Sozialdemokrat“ genauso wenig für Kassels Schulen unternimmt, wie seine Vorgänger, haben wir uns als Schülerblock (an dem auch die politischen Jugendorganisationen SDAJ, solid und Revolution teilnahmen) noch einmal vor der Bühne versammelt und lautstark „Saniert auf der Stelle, Janz und Geselle!“ und „Geselle spart die Bildung klein, stellt euch auf Proteste ein!“ gerufen, was dazu führte, dass der Oberbürgermeister seine Rede früher als geplant beendete und es viel positives Feedback von den Kollegen aus den Gewerkschaften gab. Alles in allem also ein super erster Mai mit neuem Schwung. Aber wir müssen uns kontinuierlich kämpferisch für unsere Interessen einsetzen und nicht nur am 1.Mai. Das können wir nur erfolgreich gemeinsam als Schüler, Auszubildende, Arbeiter, Angestellte und Arbeitslose.

Rede der SV der OSW bei der Kundgebung „Bildung am Boden“ des Bündnis „Unsere Zukunft erkämpfen“:“Schimmelige Wände, stinkende Toiletten, ein undichtes Dach und Naturwissenschaftsräume, die seit 3 Jahrzehnten nicht mehr saniert wurden. So sieht es momentan an der offenen Schule Waldau aus. Die SV hat in der Vergangenheit schon mehrfach versucht, Geld für die Mängel und besonders für die Naturwissenschaftsräume zu erkämpfen. Doch wie man heute sieht, hat das nie funktioniert.  Lehrern und Schülern ist in besagten Räumen kein guter Unterricht mehr möglich. Denn ohne Strom, ohne Material und mit kaputten Abzugshauben kann keine ganze Klasse ordentlich experimentieren. Die SV hat sich aus diesen Gründen entschieden, weiter für mehr Geld zu kämpfen. Vor den Sommerferien haben wir bereits den ersten Schritt getan. Die SV hatte einen Aktionstag vorbereitet an dem unter anderem eine Podiumsdiskussion stattfand. Doch was das allerwichtigste war: Unsere MitschülerInnen haben erkannt, dass es wichtig ist, dass alle mit der SV zusammenarbeiten müssen, um unser Ziel erreichen zu können. Nun muss es weitergehen. Wir haben einige Aktionen geplant und haben uns dem Bildungsbündnis angeschlossen. Wir haben eine starke SV und viele Unterstützer, mit denen wir es hoffentlich schaffen werden.“

Hallo, ich bin Marie-Luise von der Jakob-Grimm-Schule.

Auch meine Schule ist unzufrieden mit der Bildungspolitik der Stadt Kassel. Der Haushaltsplan von unserer Stadt plant nämlich für Investitionen in Gebäudesanierung und Materialerneuerung an der Jakob-Grimm-Schule genau 0€ auszugeben. Zwar ist unsere Schule im Vergleich zur OSW und zur Elisabeth-Knipping-Schule nicht ganz so scheiße dran, also bei uns regnet`s zumindest nicht rein.

Aber trotzdem sind unsere Toiletten sanierungsbedürftig. Trotzdem ist die Technik an unserer Schule veraltet. Und trotzdem haben wir eine Heizung, die von uns Schülern nicht angestellt werden kann. Und es kann einfach nicht sein, dass so was dann noch zu einer der „besser ausgestatteten Schulen“ zählt.

Wir wollen, dass die Schule zu einem Ort wird, an dem man gut lernen kann. Aber die Abgeordneten im Rathaus scheinen sich im Moment nicht für die Anliegen von uns Jugendlichen zu interessieren.Wir wollen, dass unsere Bedürfnisse in der Politik berücksichtigt werden!

Deswegen (sitzen/)stehen wir heute hier für alle Kasseler Schulen und fordern: Mehr Geld für Bildung!

In Kassel hat sich ein Bündnis gegründet, um zu erreichen, dass im nächsten Haushaltsplan mehr Geld für Bildung vorgesehen wird. Das erreicht man aber nicht durch Diskussionen mit Politikern, sondern nur durch öffentlichen Druck. Eine dieser Aktionen war die Kundgebung „Bildung am Boden“ vor dem Rathaus mit mehr als 70 teilnehmenden Schülern.

Ein Redebeitrag der Kundgebung  ist nachfolgend dokumentiert:

  1. Vanessa vom  Bildungsbündnis:
    Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Azubis, liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter

    mein Name ist Vanessa und ich begrüße Euch alle im Namen des Bündnisses Unsere-Zukuft-Erkämpfen auf der heutigen Kundgebung „Bildung am Boden“. Symbolisch haben wir uns hier auf dem Boden versammelt, denn die Bildung ist am Boden, weil seit Jahren immer mehr Gelder für Schulen und Bildung eingespart werden.

    Das Bündnis aus Schülerinnen und Schülern, SV-VertreterInnen, politischen Jugendverbänden sowie der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft und Gewerkschaftsjugenden, hat sich gegründet, weil in den Kassler Schulen und Berufsschulen seit Jahren die dringend nötigen Gelder von der Stadt fehlen um zu sanieren und modernisieren.

    Mittlerweile sprechen wir von einem Sanierungsstau von 144 Millionen Euro. Wir sprechen von Löchern in den Decken, Löchern in den Wänden, von veralteten Unterrichtsmaterialien und unsicheren Gasleitungen in den Naturwissenschaftlichen Fachräumen. Das, was wir – Schülerinnen und Schüler beziehungsweise unsere Eltern jedes Jahr mehr zahlen müssen, für die Anschaffung von  Lernmaterial wir von Jahr zu Jahr mehr. Kann das gerecht sein? Nein! Das hat nichts mehr mit „kostenloser Bildung für alle“ zu tun!

    Es kann nicht sein, dass bei der Bildung und damit der Grundvoraussetzung für unsere Zukunft, die Ausgaben der Stadt auf einem Minimum gehalten werden. Gute Bildung braucht gute Schulen, mit moderner Ausstattung und Räumen in denen man gut und gerne lernt.

    Die heutige Kundgebung soll der Auftakt sein für weitere Aktionen um unserem Anliegen Gehör zu verschaffen!
    Wir werden jetzt ein paar Berichte von Kasseler Schulen hören, in welchen die Zustände miserabel und unverantwortlich sind

    WIR SIND HIER UND WIR SIND LAUT; WEIL MAN UNS DIE BILDUNG RAUBT!