SDAJ Kassel: Wer bist Du?
Silvi: Mein Name ist Silvia Gingold. Ich bin Lehrerin im (Un)Ruhestand und habe in meiner aktiven Lehrertätigkeit Französisch und Gesellschaftslehre an einer Gesamtschule in Nordhessen, in Spangenberg, unterrichtet.

SDAJ Kassel: Woher kennt man Dich?
Silvi: Auf meine „Berühmtheit“ hätte ich gerne verzichtet. Ich stamme aus einer kommunistischen Familie mit jüdischen Wurzeln. Meine Großeltern mussten mit der 8-köpfigen Familie vor den Nazis 1933 nach Paris fliehen. Mein Vater,Peter Gingold, geriet 1942 während seiner Widerstandstätigkeit gegen den Hitler-Faschismus in Frankreich in die Fänge der Gestapo, wurde inhaftiert und schwer gefoltert. Ihm gelang eine spektakuläre Flucht. Die Hoffnung meiner Eltern, mit der Verfolgung sei es nun endgültig vorbei, als sie nach Kriegsende 1945 nach Frankfurt zurückkehrten, hatte sich zerschlagen: 1956 wurde die Kommunistische Partei Deutschlands(KPD) verboten, unsere Wohnung wurde polizeilich durchsucht, meine Eltern mussten erneut ihre politische Tätigkeit in der Illegalität fortsetzen. Dann, in den 70er Jahren, bekam ich Berufsverbot als Lehrerin. Nach 4jähriger Lehrtätigkeit wurde ich 1975 aus dem hessischen Schuldienst entlassen. Grundlage hierfür waren „Erkenntnisse“ des „Verfassungsschutz“, die dieses Amt seit meinem 17.Lebensjahr über mich gesammelt hatte und die beispielsweise meine Teilnahme an Demonstrationen gegen den Krieg in Vietnam, gegen Notstandsgesetze und Neonazis sowie Reisen in die DDR beinhalteten. Tausende Beschäftigte im und BewerberInnen für den öffentlichen Dienst, die sich in marxistischen Organisationen, in Friedensgruppen, antikapitalistisch, antifaschistisch, gewerkschaftlich engagierten, wurden auf der Grundlage des 1972 verabschiedeten „Radikalenerlasses“ überprüft und teilweise aus dem öffentlichen Dienst entlassen bzw. nicht eingestellt. Der Druck durch eine breite Protest- und Solidaritätsbewegung gegen die Berufsverbote führte später dazu, dass sowohl ich als auch andere vom Berufsverbot Betroffenen wieder eingestellt werden mussten.

SDAJ Kassel: Diesen Sommer hat der hessische Landtag sein Verfassungsschutzgesetz überarbeitet. Es beinhaltet unter anderem eine umstrittene Extremismusklausel. Inwiefern hältst Du diese für problematisch?

Silvi: Die Neufassung des hessischen Verfassungsschutzgesetzes bedeutet eine Ausweitung der Befugnisse und Mittel des Inlandsgeheimdienstes und damit die Einschränkung demokratischer Rechte und Freiheiten von Bürgerinnen und Bürgern. „Zum Schutz der freiheitlichen demokratischen Grundordnung“ soll z.B. die „Überprüfung der Verfassungstreue von Personen, die sich um Einstellung in den öffentlichen Dienst bewerben“, stattfinden, sollen MitarbeiterInnen von geförderten Demokratieprojekten in eine „sicherheitsbehördliche Überprüfung“ einwilligen. Das bedeutet, dass beim „Verfassungsschutz“ Auskünfte über ihre Verfassungstreue eingeholt werden.  Dass von diesen Maßnahmen gegen „extremistische Bestrebungen“ in erster Linie Bürgerinnen und Bürger betroffen sind, die sich antifaschistisch und antikapitalistisch engagieren, zeigt schon die bisherige Praxis. Marxistische und antifaschistische Organisationen wie die DKP und die VVN – bda (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund Deutscher Antifaschisten) werden vom „Verfassungsschutz“ überwacht. Der Inlandsgeheimdienst, der sich „Verfassungsschutz“ nennt, schützt nicht die Verfassung. Er hat im Gegenteil die rechtsterroristischen NSU-Morde nicht nur nicht verhindern können, sondern ist durch sein V-Leute-System tief darin verstrickt und behindert deren Aufklärung.

SDAJ Kassel: Was heißt das für Menschen wie Dich, die diese Gesellschaft grundlegend verändern wollen?

Silvi: Ich bin immer noch oder wieder im Visier des „Verfassungsschutzes“ und führe deshalb eine Klage gegen dieses Amt in Hessen. Nachdem ich vor einigen Jahren dort angefragt hatte, welche Daten über mich gesammelt sind, wurde mir mitgeteilt, dass ich im Bereich „Linksextremismus“ gespeichert sei. Man wirft mir vor, dass ich Lesungen aus der Biographie meines Vaters bei „linksextremistischen“ Organisationen u.a. der SDAJ durchführe, mich an Aktionen des Kasseler Friedensforums gegen die Bundeswehr sowie zahlreichen antifaschistischen Aktionen der VVN beteilige.  Das Verwaltungsgericht Kassel, vor dem ich geklagt hatte, hält meine Beobachtung durch den Verfassungsschutz für rechtmäßig. Dieses skandalöse Urteil werde ich nicht akzeptieren und weiter klagen.

SDAJ Kassel: Wirst Du Dich deswegen in Zukunft in Deiner politischen Arbeit einschränken lassen?

Silvi: Ganz im Gegenteil: Die Erfahrungen meiner Eltern, die immer gegen Unrecht, Ausgrenzung und soziale Ungleichheit gekämpft haben und dabei sogar ihr Leben riskierten, haben mich geprägt. Im Kampf gegen mein Berufsverbot habe ich die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist, offensiv für das in der Verfassung garantierte Grundrecht auf freie Meinungsäußerung einzutreten. Der einzige Schutz gegen Willkür und Unrecht des politischen Machtapparates ist die Öffentlichkeit. Viele Menschen haben sich über die Praxis des Verfassungsschutzes empört und sich mit mir solidarisiert. Nur so gelingt es, ein Bewusstsein für Unrecht zu schaffen und Menschen zu bewegen, Druck auszuüben, damit sich die Verhältnisse ändern.

Am Samstag, den 20.10., haben knapp 8000 Menschen in Frankfurt gegen die Zustände auf dem Wohnungsmarkt demonstriert. Wir, die Gruppen Frankfurt und Marburg/Gießen, waren auch dabei und dokumentieren für euch folgend einen Auszug aus unserem Flyer.

Im Jahr 2016 gab es 860.000 Menschen in Deutschland ohne Wohnung. Das ist seit 2014 ein Anstieg von 150 Prozent- Tendenz steigend. Die Prognose geht für das Jahr 2018 von 1,2 Millionen Wohnungslosen aus. Auch für die Jugend sieht die Lage nicht besser aus. Laut dem Deutschen Jugendinstitut gibt es derzeit 37.000 wohnungslose Jugendliche in Deutschland. Doch wie kommt es zu diesen erschreckenden Zahlen? Zum einen kann dafür die wachsende Armut in Deutschland verantwortlich gemacht werden und das fehlende Eingreifen der Regierung, Armut wirksam zu bekämpfen. Zusätzlich schrumpft der bundesweite Bestand an Sozialwohnungen seit 30 Jahren kontinuierlich. Öffentlicher Wohnraum wurde und wird an private Investoren verkauft. Damit hat die öffentliche Hand viele ihrer Reserven an bezahlbaren Wohnraum aus der Hand gegeben.

Diese Problematik bekommt man in ihrer ganzen Härte auch in Frankfurt zu spüren. Seit Jahren steigen die Mieten rasant an und sind für Menschen mit kleinem oder mittleren Einkommen nicht mehr bezahlbar. Gab es Anfang der 90er Jahre noch 70.000 Sozialwohnungen, also Wohnungen, deren Miete nur 5 bis 6,50 Euro betragen darf, sind es aktuell nur noch 26.190. Dabei steigt der Bedarf nach geförderten Wohnungen auch in Frankfurt weiter an. Für viele Menschen ist es nur noch möglich, weit außerhalb der Stadt zu wohnen und selbst da konkurrieren hunderte Bewerber um eine Wohnung.
Wird die Lage in Frankfurt schon für Menschen mittleren Einkommens immer schwerer, trifft es Auszubildende besonders hart. Nach Frankfurt zu ziehen, um eine Ausbildung anzufangen oder gar während der Ausbildung von zu Hause auszuziehen, ist für die meisten von ihrem Ausbildungsgehalt unmöglich.

Wir sagen laut und deutlich Nein! zu dieser Entwicklung und fordern bezahlbaren Wohnraum für alle.
Statt Luxuswohnungen muss bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden.
Öffentlicher Wohnraum darf nicht weiter privatisiert werden.
Zusätzlich Bedarf es an finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten für Azubis und Studenten, die an die Preise auf dem Wohnungsmarkt angepasst sind.
Versprechen auf Wahlplakaten reichen uns dafür jedoch nicht, denn die aktuelle Situation auf dem Wohnungsmarkt und der Sozialabbau wurden und wird von unserer Regierung maßgeblich mitverursacht.

Wir müssen selbst aktiv werden und gemeinsam für eine bessere Zukunft kämpfen!

 

Am 13.Februar 2016 findet die Münchner Sicherheitskonferenz statt. Dort treffen sich PolitikerInnen, Wirtschaftsbosse und hohe Offiziere aus der Bundesrepublik Deutschland und ihren verbündeten Staaten. Sie legen die Grundlagen für die nächsten Kriege, Waffenhandel und Militarisierung. Zudem sollen solche Konferenzen im Rampenlicht der Öffentlichkeit Akzeptanz für Kriege und militärische Handlungen in aller Welt schaffen. Bundespräsident Joachim Gauck z.B. warb in der Vergangenheit für ein „stärkeres internationales Engagement“ Deutschlands. Das bedeutet, für wirtschaftliche Zwecke laufende Auslandseinsätze zu verlängern, weiter Waffen in Krisengebiete zu liefern und neue Kriege zu beginnen, sprich die Fluchtursachen weiter anzufeuern und gleichzeitig die EU-Außengrenzen vor Geflüchteten abzuschirmen.

am 13.02. findet wie jedes Jahr die Nato-Sicherheitskonferenz statt.
Auch dieses Jahr mobilisieren wir aus Hessen zum Jugendblock auf der Demonstraion (13 Uhr
am Stachus), um aufzuzeigen, dass es nicht um Sicherheit geht, sondern
um Krieg und Profit.Wir wollen Freitagabend gemeinsam mit dem Zug anreisen und kommen die
Nacht bei Münchner GenossInnen unter.
Gemeinsame Anreise Freitag:
*Gießen* – Frankfurt: 17:22 auf Gleis 4 – 18:06 auf Gleis 14 (RE15023)
*Darmstadt* – Frankfurt (tief): 17:35 auf Gleis 3 – 18:13 auf Gleis 104 (S3)
*Kassel* – *Fulda* – Frankfurt 15:10 auf Gleis 10 – 16:37 auf Gleis 7 in Fulda – 17:08 auf Gleis 1 – 18:28 auf Gleis 10

Treffpunkt auf *Gleis 9 Frankfurt*:
Frankfurt ab 18:34 – München an 00:36 auf Gleis 20
2 Umsteige

gemeinsame Abreise Samstag:
frühestens 16 Uhr

Mitnehmen:
– Fahnen, Transpis (Antimilitarismus, Flüchtlinge)
– Perso, passende Kleidung (Wetterbericht), bequeme Schuhe
– Übernachtung: Iso-Matte und Schlafsack (und das übliche)
NICHT mitnehmen:
– Alkohol, Drogen, Taschenmesser, Multitools, Stahlkappenstiefel

Am 16.12.2015 wollen wir euch von unserer Griechenlandrundreise berichten! Schaut vorbei im DGB Jugendclub um 19:00 Uhr! Mehr infos unter: Flyer-15-12-16

Am 20. Juni in Frankfurt wollen Faschisten aus der PEGIDA-Bewegung, Neonazis und rechte Hooligans unter dem Deckmantel „gegen islamischen und linken Faschismus“ aufmarschieren. Wir sagen:

Die Faschisten dürfen in Frankfurt keinen Fuß auf den Boden bekommen!

Seit Herbst 2014 treibt die islamfeindliche PEGIDA-Bewegung und ihre Ableger in Dresden und anderen Städten ihr Unwesen. Sie knüpfen an Stimmungen und Ängsten in der Bevölkerung an, die von bürgerlichen Parteien und Medien geschürt werden: Die Furcht vor „krimi-nellen Ausländern“, „Überfremdung“, Arbeitsplatzverlust und dem „islam-istischen Terror“.

Dieses Zusammenspiel von Rassismus, Kriegshetze, Sozial- und Demokratieabbau – das ist der gesellschaftliche Nährboden, den PEGIDA und andere Rassisten für ihre menschenverachtende Ideologie nutzen können. Sie richten sich dabei nicht allein gegen Muslime und Ausländer – sondern gegen alle Menschen, die gemeinsam gegen Kriegspolitik, Sozial- und Demokratieabbau der Herrschenden kämpfen wollen!

In Frankfurt versucht nun eine weitere Gruppierung unter dem Namen „Widerstand Ost/West“, mit solchen Parolen Fuß zu fassen und ihre die Aktivitäten zu vernetzen.

Wir rufen dazu auf:

– Den Aufmarsch von PEGIDA-Aktiven, Neonazis und rechten Hooligans am
20. Juni in Frankfurt zu verhindern!

– Die antifaschistische Demonstration und Aktionen des zivilen Ungehorsams gegen den Naziaufmarsch zu unterstützen!

– Kämpfen wir gemeinsam gegen Kriegspolitik, Sozial- und Demokratieabbau – unabhängig von Herkunft und Religion!

Wir fordern:

– Verbot der NPD und aller neofaschistischen Organisationen!

– Schluss mit der Spaltung der Bevölkerung in Deutsche und Nicht-Deutsche! Stopp der Diskriminierung von Flüchtlingen, Migranten und Muslimen!

– Rücknahme von Agenda 2010 und Hartz IV!

 

– Gemeinsamer Aufruf von SDAJ und DKP gegen den Naziaufmarsch am 20. Juni in Frankfurt. Kein Fußbreit den Faschisten! –

 

(BRD/Kuba 2010, 34 Minuten, Spanisch mit dt. Untertiteln. Von Tobias Kriele und Martin Broschwitz)
 
Wir möchten hiermit zur Filmveranstaltung „Zucker und Salz“ einladen. Eine der Protagonistinnen wird danach die Möglichkeit zur Diskussion geben.
Ort:                                    Club Voltaire
                                          Kleine Hochstraße 5
                                           60313 Frankfurt am Main
Datum:                               31.07.2014
Beginn:                              19.30 Uhr
Nach dem Sieg der kubanischen Revolution steigen tausende junger Kubanerinnen und Kubaner in das Gebirge der Sierra Maestra, um als Freiwillige die Landbevölkerung zu alphabetisieren.
Angela, Elena, Ana und später María schließen dort eine Freundschaft fürs Leben.
„Zucker & Salz“ lässt die vier Damen ihre Lebensgeschichte und insbesondere den Werdegang ihrer bemerkenswerten fünfzigjährigen Freundschaft erzählen; angefangen von ihrem Leben in der Batista-Diktatur, über ihre Arbeit als freiwillige Lehrerinnen und in der Sierra Maestra, ihre Aufbauarbeit mit marginalisierten Frauen in Havanna, ihre Kämpfe mit dem Machismo, ihr Unverständnis gegenüber der Entscheidung ihrer Kinder und Enkel, Kuba zu verlassen, ihre Verbundenheit mit der Revolution, bis hin zu ihrem Vertrauen in die gegenwärtige junge Generation.
Der Film möchte vorschlagen, die Geschichte der 50jährigen Freundschaft dieser vier Frauen als eine Widerspiegelung der Geschichte von einem halben Jahrhundert kubanischer Revolution zu lesen: Eine Freundschaft durch „Zucker und Salz“. Jede einzelne dieser Frauen ist besonders, weil sie es für normal hält, ihr Leben mit den Freundinnen zu teilen, und weil sie im Bewusstsein lebt, dass die Essenz ihres Zusammenhaltes letzten Endes die Revolution ist.
Martin Broschwitz (Kamera und Schnitt) ist freischaffender Kameramann in München, Tobias Kriele (Idee und Regie) lebt und studiert seit 2003 in Habanna. Für ihr Erstlingswerk  begleiteten und befragten sie die vier Frauen im Januar und Februar 2009 in Kuba. Das auch in Deutschland bekannte Dúo Ad Líbitum aus Havanna/Kuba komponierte und textete den Titelsong: „Como una sola voz“.
„Zucker und Salz“ wird am 31. Juli um 19.30 im Club Voltaire gezeigt. Neben dem Filmemacher Tobias Kriele wird Ana Guzmán, eine der im Film porträtierten Frauen, anwesend sein und sich anschließend den Fragen des Publikums stellen.
Veranstalter: FG-BRD-Kuba mit Unterstützung der SDAJ

Jannik*, 22 Jahre alt, über seine Zeit bei der WISAG

Hallo Jannik! Du hast 10 Monate bei dem Dienstleistungskonzern WISAG gearbeitet. Wie kam es dazu?

Ich habe mich für eine Stelle als Fachinformatiker beworben und habe einer Firma geschrieben, die in der Jobbörse war. Erst als sie zurückgeschrieben haben, habe ich erfahren, dass das eine Zeitarbeitsfirma ist.

Da habe ich schon etwa zwei Monate eine Stelle gesucht und diese Zeitarbeitsfirma hat mir zugesichert, dass sie eine Stelle für mich finden. Innerhalb von 2, 3 Tagen habe ich diesen Job dann vermittelt bekommen und direkt angefangen zu arbeiten.

 

Warst du der einzige Zeitarbeiter bei der WISAG?

Nein, die meisten Mitarbeiter waren über Zeitarbeit beschäftigt oder sind zumindest über Zeitarbeit gekommen. In meiner Abteilung war ein großer Teil Leiharbeiter – wir haben in einem ziemlich kleinen Büro mit knapp 10 Leuten gesessen. „Wie auf der Hühnerstange“, haben die Kollegen aus den anderen Abteilungen immer gesagt. Und die Leiharbeit hat einen Teil von uns schon sehr gespalten, das hat ganz schön Druck gemacht. Es war sehr wichtig, wer wie schnell arbeitet.

 

Wie ist man mit dir als Leiharbeiter umgegangen?

Am Anfang wurde mir gesagt, dass ich dort ein halbes Jahr arbeiten müsse und dann übernommen werde. Nach einem halben Jahr habe ich dann mal nachgefragt – und da hat man mir Druck gemacht: Ich müsse mich mehr anstrengen und solle nicht mehr danach fragen.

Zwei Monate später habe ich dann doch wieder nachgefragt – und dann gab es immer irgendwelche ausreden, jetzt würden wir erstmal umziehen, der Chef würde es nicht wollen oder so.

Und man hat von Anfang an klargestellt: Der Lohn wird als Festangestellter noch schlechter – obwohl die WISAG schon sehr schlecht bezahlt. Bei der WISAG ging es vielen so wie mir: Große Unsicherheit, schlechte Löhne, hoher Druck.

Nach einem Umzug hat mir die Zeitarbeitsfirma dann gesagt, ich brauche am Montag nicht mehr kommen.

*Name geändert

 

Du willst mehr Infos zur WISAG? Dann schau doch mal hier und schaue in ein paar Tagen nochmal auf unserer Homepage vorbei!

Unter dem Motto „Ja, zu einem Europa derdemmo4 Solidarität! Nein zu einem Europa der Banken und Konzerne!“ gab es am Samstag den 17.Mai eine Demo von SDAJ und DKP Hessen um in Hinblick auf die bevorstehenden EU-Wahlen auf das Thema EU aufmerksam zu machen.

Rund 100 Leute versammelten sich um 13 Uhr demmo1am Kaisersack um gemeinsam zu demonstrieren.  Thema zu Beginn: Die Ukraine. Klar wurde dabei: Wir stellen uns gegen die Unterstützung der Faschisten durch die BRD. Und so begann die Demo mit Rufen wie „Hoch die Internationale Solidarität!“ oder „Hinter dem Faschismus steht das Kapital. Der Kampf um Befreiung ist international.“

Auf einer Zwischenkundgebung vor der EZB sprach unter anderem der Wirtschaftsexperte und Finanzjournalist Lucas Zeise. Auch er kandidiert auf der Liste der DKP für die EU-Wahlen. Lucas stellte klar: Die EU ist gegen unsere Interessen gerichtet, sie ist ein Instrument der Banken und Konzerne um ihre Profite zu erhöhen. Die EU steht für Sozial- und Demokratieabbau – ob in Griechenland, Spanien oder Deutschland.

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Unser Transparent auf der Zeil!

 

An der Hauptwache sprach SDAJler Robin, 22 Jahre alt, ehemaliger Mitarbeiter der WISAG. Die WISAG ist der größte Arbeitgeber Frankfurts, ein Dienstleistungskonzern, der in allen möglichen Bereichen arbeitet. Und so ist er in Form von Sicherheitskräften auch an der Hauptwache präsent.

Prekäre Arbeitsverhältnisse, niedrige Löhne, hoher Leistungsdruck – das ist Realität bei WISAG. Ein Großteil der Kolleginnen und Kollegen kommt über Leiharbeit in den Betrieb oder arbeitet dort als Leiharbeiter. Besonders nutzt der Konzern die Situation von Migranten und Personen mit schlechten Schulabschlüssen aus: Schließlich lassen die sich besonders schlecht bezahlen. Also: Die WISAG ist alles andere, als der soziale, bunte und freundliche Arbeitgeber, als den sie sich ausgibt.

Und: Auch Robin wird die DKP wählen. Denn die DKP ist die einzige Partei – so Robin – die sich konsequent für die Interessen der lernenden und arbeitenden Jugendlichen, der werktätigen Bevölkerung einsetzt. Denn: Die DKP fordert einen Mindestlohnvon 12€, das Verbot der Leiharbeit und die Arbeitszeitverkürzung – hin zur 30-Stunden-Woche.

Auf der Zeil angekommen, war das Highlight ein großes Transparent: „Nein zum Europa der Banken und Konzerne“- Mit Infoständen und einer Kundgebung war die DKP präsent. Dieser Auftritt wurde mit einem Kulturprogramm abgerundet: Neben der inhaltlichen Reden wurden Lieder von Eisler und Brecht gespielt.

Am Schluss ist zu sagen, dass die Demo sehr laut und kämpferisch war und es darauf sehr viele demmo3positive Reaktionen gab. Vor allem  viele junge Leute hatten an diesem Tag den Weg zu der Demo gefunden. Am Abend fand noch eine Veranstaltung von der DKP Frankfurt zu dem  Frankfurter Antifaschisten Emil Carlebach, die mit ihren rund 200 Besuchern viel Anklang fand.

Mit diesem Aktionstag haben wir darauf aufmerksam gemacht, dass eine wählbare kommunistische Komponente am 25.Mai auf dem Wahlzettel stehen wird.

Wählt die DKP am 25.Mai bei den EU-Wahlen, damit es eine Partei im europäischen Parlament gibt, die konsequent die Interessen der Werktätigen vertritt und konsequent antimilitaristisch ist. Gegen ein Europa der Banken und Konzerne! – Am 25. Mai DKP wählen und vor allem den Weg des Widerstands!

Sichere Löhne und Renten zum Leben, Solidarität statt Konkurrenz: Nur im Kampf gegen die EU! – Aufruf zur Demonstration

Ein Europa des Friedens und des Wohlstandes – das haben die Herrschenden bei der Gründung der EU versprochen. Spätestens seit der so genannten Eurokrise sehen wir: Die EU hat damit nichts zu tun. Erwerbslosigkeit, Perspektivlosigkeit der Jugend, unsichere Arbeit und Gehälter, die nicht zum Leben reichen; Privatisierung und Kürzung in den Kommunen mit der sogenannten Schuldenbremse; das Mittelmeer ein Friedhof für Flüchtlinge; Militäreinsätze für wirtschaftliche Interessen in der ganzen Welt – das sind die Ergebnisse der EU-Politik. Deutschland und die größten deutschen Unternehmen spielen dabei eine dominierende Rolle. Sie profitieren maßgeblich von Bankenrettung, Schuldendienst, „Hilfspaketen“ und Sozialabbau, während die Bevölkerung der EU immer mehr ins Elend gestürzt wird. All das zeigt: Die EU ist nicht in unserem Interesse. Sie ist ein Instrument der Banken und Konzerne. 

Dagegen müssen wir den Widerstand organisieren. Wir setzen dem Europa der Konzerne ein Europa der Solidarität entgegen. Das heißt:

  • Statt Schuldenbremsen muss jetzt ein Schuldenschnitt her: Nicht die werktätige Bevölkerung, sondern das Kapital muss zahlen.
  • Statt Niedriglöhne und Mindestlohn-Verarschung: einem EU-weit geltenden Mindestlohn, der sich an der Höhe des jeweiligen Durchschnittslohnes eines Landes orientier
  • Gesetzliche Verankerung der 30-Stunden Woche und eine sofortige Ausbildungsplatzabgabe statt Perspektivlosigkeit und Massenverelendung: die Zukunftsinteressen der Jugend sind wichtiger als die Profitspannen der Millionäre und Milliardäre!
  • Auflösung der NATO und aller bestehenden EU-Militärstrukturen statt Aufrüstungszwang und Auslandseinsätze: Ausbildungsplätze und Bildung statt Kriegseinsätze!

Am 17. Mai gehen bundes- und europaweit Tausende im Rahmen der Blockupy-Proteste gegen die Zustände in der EU auf die Straße. Als Beitrag dazu organisieren DKP & SDAJ Hessen auch in Frankfurt eine Aktion.

Kommt zur

Demonstration am 17. Mai, 13 Uhr, am Kaisersack!

Zeigen wir deutlich und lautstark: wir sagen NEIN zum Europa der Konzerne! Für ein Europa des Friedens und der Solidarität!

(Hier gibts den Aufruf zum Download)

 

 

7,5 % der Jugendlichen in Deutschland sind arbeitslos und über 300.000 Ausbildungsplätze fehlen. Wer keinen Ausbildungsplatz bekommt, wird vom ARBEITSLOS PREKÄR IIJobcenter in schulische Warteschleifen gesteckt und verschwindet aus der Statistik. Als Azubi kann man auf eine Übernahme im erlernten Beruf nur hoffen, denn viele Jugendliche werden nach der Ausbildung nicht übernommen. 50 % der erwerbstätigen 15-25 Jährigen arbeiten im „Niedriglohnsektor“. Die Situation für junge Menschen in Deutschland und Europa sieht schlecht aus. In Teilen Europas, wie in Griechenland und Spanien, liegt die Jugendarbeitslosigkeit sogar bei über 50 % und an der Bildung wird weiter gespart.

Schuld an der prekären Situation von Jugendlichen in ganz Europa sind aber nicht wir selber, sondern die Politik der EU. In der Krise werden Banken und Konzerne auf Kosten der Jugend gerettet. Führend in Europa und bei der Durchsetzung weiterer Sparmaßnahmen gegen die Bevölkerung ist die deutsche Bundesregierung.

Wir berichten anlässlich der EU-Wahlen Ende Mai über die Situation Jugendlicher in Deutschland und anderen europäischen Ländern und sprechen über die Rolle der EU.

Die SDAJ Frankfurt macht die Veranstaltung zusammen mit der DKP. Die DKP tritt bei den EU-Wahlen an, um den Widerstand gegen die EU auch auf dem Wahlzettel eine Stimme zu geben.

Anschließend diskutieren wir gemeinsam bei Getränken.

Wann? 7. Mai, 19 Uhr.

Wo? DGB-Haus, Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77.