Am Sonntag den 7. Oktober haben wir als SDAJ Kassel ein kleines Tagesseminar zum Thema Interessensvertretungspolitik in Schule und Betrieb und marxistische Philosophie gemacht. Was wie zwei komplett voneinander getrennte Themen erscheint, ist eigentlich eng mit einander verbunden. Die marxistische Philosophie ist nämlich mehr als nur ein Werkzeug, um sich die Welt zu erklären, sondern auch soetwas wie eine Anleitung zum Handeln. So haben wir uns die Grundlagen der marxistischen Philosophie, der Entwicklungslehre des historisch-dialektischen Materialismus angeschaut und daraus abgeleitet, wie man am besten in Interessensvertretungsgremien wie der SV oder der Gewerkschaft arbeitet und Menschen davon überzeugt, aktiv für ihre Rechte zu werden. Diese Grundzüge sind in sogenannten Leitfäden der SDAJ festgehalten, welche eine Hilfestellung für die Gruppen und Aktiven in Schule und Betrieb  bieten. Auch in die Leitfäden haben wir reingeschaut und darüber diskutiert, was eigentlich sozialistische Interessenvertretungspolitik in SV, JAV, Gewerkschaft etc. konkret vor Ort bedeutet und warum sie wichtig ist, um z.B. langfristig  ein besseres Schulsystem zu erkämpfen.

Wer mehr wissen will, kann uns gerne kontaktieren!

Auch regional spiegelt sich die bundesweite Regierungspolitik hier in Kassel wider.

144 Millionen Euro Sanierungsstau für Schulgebäude allein in der Stadt Kassel, sind für uns Schüler und Schülerinnen deutlich spürbar: Kaputte Naturwissenschaftsräume, unbenutzbare Toiletten, teilweise regnet es sogar rein und allgemein viel zu kleine Räume! Und da ist der Lehrermangel noch gar nicht rein gerechnet. Ganz oft ist es spätestens ab der Oberstufe so, dass der Unterricht entfällt, wenn der Lehrer krank ist. Den Stoff muss man dann allein Zuhause nachholen.

Das geht so nicht weiter, haben wir uns in Kassel gedacht und ein Bildungsbündnis ins Leben gerufen, dass sich zunächst durch Gespräche vergeblich an die Stadtregierung gewandt hat, woraufhin wir einen Schulstreik organisiert haben, an dem sich ungefähr 800 SchülerInnen beteiligten. Daran sieht man die Notwendigkeit und die Dringlichkeit, die dieses Thema für Kasseler Schüler hat. Das zeigt sich umso mehr, da vor ein paar Wochen ein Teil der Ernst-Reuter-Schule aufgrund von Einsturzgefahr geschlossen werden musste.

Am 10. April gab es einen Warnstreik von ver.di im öffentlichen Dienst. Busse und Bahnen fuhren nicht, Kitas und Verwaltungen blieben geschlossen. Auch das Pflegepersonal streikte.

Etwa 4000 Menschen sind am Vormittag in Kassel auf die Straße gegangen, um für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Lohn und Gehalt zu demonstrieren. Auch in Kassel (z.B. am Klinikum) sind die sinkenden Reallöhne und die steigende Arbeitshetze deutlich spürbar.

Wie im vorherigen Artikel schon erwähnt, dürfen wir uns von der Großen Koalition keine Besserung erhoffen. Wir dürfen nicht nur einfach an die Regierung appellieren. Mit einem Streik ist nicht direkt etwas getan, es ist aber ein Anfang, um Druck auszuüben und die Probleme öffentlich zu machen! Der Protest muss jedoch weitergehen und stärker werden, damit wir unsere Ziele auch erreichen.

Deswegen: Werdet aktiv, egal ob zusammen mit euren Freunden, in der SV, in der Gewerkschaft oder in der SDAJ.

 

Wir fordern:

  • Mindestlohn von 12,- Euro die Stunde!
  • Verkürzung der Arbeitszeit: konsequente Durchsetzung der 35-Stunden Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich. Weitere radikale Arbeitszeitverkürzung: Hin zur 30-Stunden-Woche!
  • Vergabe der Aufträge der Stadt Kassel nur an Unternehmen mit gescheiten Tarifverträgen
  • Mehr Geld in die Bildung, damit baufällige Schulgebäude renoviert und alle Bildungseinrichtungen mit dem neuesten und fortschrittlichsten Lehrmaterial ausgestattet werden! Um das zu bezahlen, könnte man z.B. die Gewerbesteuern für die Unternehmen höher ansetzen.
  • Maximal 20 SchülerInnen bei zwei LehrerInnen pro Klasse!
  • Recht auf Bildungsstreik!

 

Wie schon seit 132 Jahren gab es natürlich auch wieder dieses Jahr am 1. Mai, am internationalen Kampftag der Arbeiterklasse (er wird von Bürgerlichen oft beschwichtigend Tag der Arbeit genannt), Demonstrationen für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen. Auch in Kassel startete die 1.-Mai-Demo um 10 Uhr am Halitplatz. Der Jugendblock wurde von einem Lautsprecherwagen angeführt, von welchem neben den Hauptredner Jörg Hoffman, der auf dem Königsplatz redete, Musik, Demosprüche und auch kurze Redebeiträge (unter anderem von ML als Vertreterin des Stadtschülerrats, die auch Mitglied der SDAJ ist) kamen. Das Besondere an diesem ersten Mai war nicht nur, dass die DGB-Demoleitung die Demo offiziell auflöste, nachdem die kurdische Community mit Sympathisierenden die Flaggen der Volksverteidigungsarmeen YPG und YPJ (welche erfolgreich unter anderem den IS bekämpften) gezeigt hatte, sondern, dass zum ersten Mal organisiert Schüler und Schülerinnen mitliefen. Das Kasseler Bildungsbündnis „Unsere Zukunft Erkämpfen“, welches im letzten Dezember den Kasseler Schulstreik gegen die 144 Millionen Sanierungsstau an Kassels Schulen organisierte, hatte zusammen mit dem Stadtschüler*Innenrat Kassel zur Demo mobilisiert. Mit bildungspolitischen Sprüchen und Transpis wurde die 1.-Mai-Demo wieder einmal breiter und vielfältiger. Das absolute Highlight war jedoch, als der aktuelle Oberbürgermeister, Christian Geselle, durch einen Redebeitrag an der Drahtbrücke ein bisschen Promo für sich machen wollte. Da dieser „Sozialdemokrat“ genauso wenig für Kassels Schulen unternimmt, wie seine Vorgänger, haben wir uns als Schülerblock (an dem auch die politischen Jugendorganisationen SDAJ, solid und Revolution teilnahmen) noch einmal vor der Bühne versammelt und lautstark „Saniert auf der Stelle, Janz und Geselle!“ und „Geselle spart die Bildung klein, stellt euch auf Proteste ein!“ gerufen, was dazu führte, dass der Oberbürgermeister seine Rede früher als geplant beendete und es viel positives Feedback von den Kollegen aus den Gewerkschaften gab. Alles in allem also ein super erster Mai mit neuem Schwung. Aber wir müssen uns kontinuierlich kämpferisch für unsere Interessen einsetzen und nicht nur am 1.Mai. Das können wir nur erfolgreich gemeinsam als Schüler, Auszubildende, Arbeiter, Angestellte und Arbeitslose.

Unsere Bildung ist marode.

Ja, auf der einen Seite unsere Schulgebäude, denn der Sanierungsstau von 144 Millionen Euro an den Kasseler Schulen ist für uns spürbar.

Die Sporthallen sind in einem schlechten Zustand, Naturwissenschaftsräume sind schlecht ausgestattet, die Toiletten sind kaputt und verdreckt, an manchen Schulen gibt es keine Mensa oder Cafeteria, obwohl man oft bis 15 Uhr oder länger in der Schule sein muss und an der OSW und an der Hegelsbergschule hat es dieses Jahr sogar reingeregnet, weil die Dächer kaputt waren.

In Schulgebäuden, wo die Wände anfangen zu schimmeln und es reinregnet, kann man nicht gut lernen!

Trotzdem handelt die Stadt nicht. 2,7 Millionen Euro sind im aktuellen Haushaltsplan für die Sanierung von Kassels Schulen vorgesehen. Kleiner Unterschied zu den 144 Mio. Euro, die man eigentlich bräuchte, um alle Schulen zu sanieren.

Streik in der Schule, Streik in der Fabrik, das ist unsere Antwort auf eure Politik

Aber auch, wenn in unserem Fall die Stadt Kassel für diese krasse Geldsumme von anfälligen Reparaturen verantwortlich ist:

Kaputte Klos, veraltete Technik, und kaputte Dächer sind leider Standard an den Schulen von ganz Deutschland. In fast allen Großstädten der Bundesrepublik müssen Schüler in maroden Gebäuden lernen.

Doch die maroden Gebäude sind nicht das einzige, weswegen die meisten keinen Bock auf Schule haben. Ein großes Problem für uns Schülerinnen und Schüler ist der viel zu hoher Lernstress.

Die Burn-Out Zahlen unter Schülern steigen, fast jeder hat zu wenig Zeit für Hobbys oder Freunde wegen Hausaufgaben, zu langem Unterricht oder weil er Nachhilfe nehmen muss.

Das liegt unter anderem daran, dass viel zu viele Schüler in einer Klasse sitzen. So hat ein Lehrer bei einer Klasse mit 30 Leuten nicht genug Zeit, jedem Schüler zu helfen.

Wer sich den Lernstoff nicht selber beibringen kann und kein Geld für Nachhilfe hat, wird auf einen anderen Schulzweig abgeschoben, anstatt gescheit gefördert zu werden.

Aber jetzt ist doch die Frage: Wie kann es sein, dass ein so reiches Land wie Deutschland dermaßen in der Bildungspolitik versagt?

Uns wird immer gesagt, es sei nicht genug Geld da, um die vielen Probleme unserer Schulen zu lösen. Aber das stimmt nicht. Es wird nur für andere Sachen ausgegeben.

Ein Bereich, in den die Bundesrepublik Deutschland dagegen supergerne investiert, ist zum Beispiel die Rüstung. Allein im Jahr 2016 wurden 35 Milliarden Euro fürs Militär ausgegeben. Das ist mehr, als für Bildung und Gesundheit zusammen!

Doch anstatt diese Ausgabenpolitik mal zu überdenken und mehr Geld für uns Jugendliche zu investieren, soll der Rüstungsetat bis 2024 auf über 60 Milliarden Euro erhöht werden.

Hoch mit der Bildung runter mit der Rüstung

Ein weiterer Bereich, in den der Staat viel Geld steckt, sind die deutschen Konzerne.

Ein gutes Beispiel hierfür ist Siemens. Das Unternehmen erhielt in den letzten 20 Jahren mehr als 1,5 Milliarden Euro Fördermittel aus dem Bundeshaushalt. Mit diesem Geld könnte man allen Schülern in Hessen für 3 Jahre ein kostenloses Mittagessen bezahlen.

Aber auch bei uns in Kassel wird sich ordentlich gegönnt: Eine Rathaussanierung für circa 16 Millionen Euro, einen riesigen Haushaltsüberschuss, also Geld, das die Stadt am Jahresende einnimmt, weil sie weniger ausgegeben hat als geplant, einen Flughafen Kassel Calden, der so gut wie nie benutzt wird, sondern Kassel nur für Unternehmen attraktiver macht. Aber für unsere Schulen ist dann auf einmal kein Geld da.

Der Charakter unseres Schulsystems wird einem schnell klar: Es geht darum, nur so viel Geld für Bildung auszugeben, wie nötig, um uns für den Arbeitsmarkt fit zu machen.

Wir sollen nicht für unser späteres Leben lernen oder nach Spaß oder unseren Interessen. Wir lernen doch nur noch für die Noten, nicht für uns selbst und schon lange nicht mehr mit Spaß!

Nicht nur die Schulgebäude, das komplette Schulsystem ist verdammt marode!

Das alles sind große Probleme, die großen Protest erfordern. Um in ganz Deutschland wirklich was zu verbessern, bräuchten wir einen bundesweiten Protest.

Aber wir sollten mit dem anfangen, was wir hier ändern können: Streiken für die Sanierung der viel zu kaputten Schulen hier in Kassel. Denn von selber werden die Abgeordneten im Rathaus nicht drauf kommen, an unseren Schulen etwas zu verbessern.

Deswegen ist es so wichtig, dass wir heute hier demonstrieren!

Wir wissen nicht, wie die Haushaltsabstimmung heute ausgeht. Vielleicht wird es für ein paar Schulen etwas mehr Geld geben. Aber klar muss sein: Mit diesem Streik darf unser Protest nicht enden.

Dass wir hier heute stehen, ist schon ein großer Erfolg. Aber um langfristig wirklich was zu ändern, müssen wir auch bei der nächsten Haushaltsabstimmung wieder aktiv werden und mehr Geld für Bildung fordern. Denn außer uns tut es keiner!

Auch in unseren SVen müssen wir aufzeigen, warum Geld für Bildung fehlt, dagegen aktiv werden und Dinge für die Interessen der Schüler machen, z.B. gegen zu viele Hausaufgaben oder gegen zu hohe Kosten für Schulmaterialien.

Das heißt: Der Protest muss weitergehen. Gegen die Milliarden von Euro Bundeswehr und Konzernen und für mehr Geld für Bildung!

1,2,3,4 für bessere Bildung kämpfen wir, 5,6,7,8 mit Sanierungsstau wird Schluss gemacht, 9,10 der Widerstand muss weiter gehen.

Liebe SchülerInnen und Schüler,

Am Montag den 11.12. haben knapp 1000 Schüler in Kassel gegen den Sanierungsstau von 144 Millionen an Kasseler Schulen gestreikt. In dem Haushaltsplan Kassels sind nämlich nur 2,7 Millionen für Kassels Schulen eingeplant (hinzu kommen noch 30 Millionen vom Land). Das ist natürlich zu wenig, wenn man 144 Millionen für die Behebung der Mängel braucht, von einer Weiterentwicklung der Ausstattung der Schulen ganz zu schweigen. Alle großen Medien von ARD bis Spiegel haben über unser Anliegen berichtet. Auch vor dem Streik haben wir schon durch einige Aktionen, Gespräche (mit Politikern), Veranstaltungen und Unterschriftensammlungen deutlich gemacht, dass es mit Kassels Schulen und dieser Bildungspolitik generell nicht so weitergehen kann, wie bisher.
Dass sich etwas in Kassels Schulen ändern muss, ist den meisten Eltern, Schülern und Lehrern klar. Es darf keine Schulen geben, an denen es reinregnet, in denen es Schimmel gibt, Naturwissenschaftsräume ungeeignet für Experimente sind oder Toiletten und Schulgebäude generell in einem unzumutbaren Zustand sind. Hinzu kommen andere Probleme in unserem Bildungssystem, wie dass wir viel zu viel Geld für Schulsachen und Nachhilfe zahlen müssen, es zu wenig Lehrer für gescheite Klassengrößen gibt und Schule nur für den Arbeitsmarkt fit macht und für denselben aussortieren soll, statt dass unsere Interessen gefördert werden und wir mit Spaß für unser Leben lernen.
Bei den vielen vorhandenen Missständen kann man natürlich nicht einfach still sein. Deswegen haben wir am Montag den 11.12. einer breiten Öffentlichkeit gezeigt, dass es so nicht weitergehen kann und wir dagegen aktiv sind. Trotz Unterstützung der Partei Die Linke im Rathaus hatten wir mit unserem Anliegen keinen Erfolg. Das heißt es gab nicht mehr Geld für Bildung als geplant. Ein Erfolg war dieser Streik von der Beteiligung her trotzdem.
Aber warum gibt es nicht mehr Geld für Bildung, wenn doch die Probleme für alle Betroffenen offensichtlich sind?
Wir haben es im Kasseler Rathaus mit einer Regierung zu tun, die auf jeden Fall schon einen Spielraum hätte. Aber ihre Prioritäten liegen bei denen, die mehr Einfluss haben: Zum Beispiel die Konzerne in Kassel. So wurde der Flughafen Kassel Calden mit Geld vollgepumpt, weil es den Standort Kassel für Unternehmen attraktiver macht. Es gäbe auch die Möglichkeit, dass Kassels Konzerne mehr Gewerbesteuer zahlen. Sie profitieren schließlich von gut gebildeten Fachkräften, dann sollen sie doch auch dafür zahlen! Das sind nur zwei Möglichkeiten, wie man uns eine bessere Bildung finanzieren könnte. Aber auch mit dem hohen Überschuss der im Haushalt eingeplant ist, könnte man einige Schulen sanieren. Schließlich handelt es sich hier eindeutig an einigen Schulen um akute Notfälle.
Besonders mies ist aber, dass zum Beispiel Mitglieder der SPD in Kassel behaupten, dass das Schulstreikbündnis von der Partei Die Linke instrumentalisiert wurde. Das weisen wir scharf zurück. Natürlich nehmen wir jede helfende Hand an. Die Linken sind eben die, die am konsequentesten für mehr Geld für Bildung im Rathaus stehen. Die Initiative für das Bündnis kam nicht von der Partei die Linke, sondern von Schülern der SV der OSW und einigen SDAJlern, die selber in ihren SVen aktiv sind .
Aber natürlich sind nicht einfach nur die Kommunalpolitiker in Kassel gemeint. Sie könnten auf jeden Fall mehr Geld für Kassels Schulen ausgeben, aber die Ursachen für dieses insgesamt mangelhafte Schulsystem sind größer. Den Kommunen wird relativ wenig Geld zur Verfügung gestellt. Dafür erhöht dann zum Beispiel der Bundestag bis zum Jahr 2024 die Ausgaben für die Bundeswehr auf 60 Milliarden € und von einer gescheiten Besteuerung der Superreichen und deren Konzerne sind wir weit entfernt. Stattdessen wird dann an unseren Schulen gespart, weniger Lehrer eingestellt, Nahverkehrspreise werden teurer und Jugendzentren werden geschlossen.
Das liegt daran, dass in unserem Land die Leute, die Geld haben, auch die Macht haben. Während sich unsere Macht darauf beschränkt alle paar Jahre ein Kreuz zu machen, wer die Bildungsunterfinanzierung jetzt organisiert, können die Verbände der Großkonzerne Eingaben an den Bundestag machen, Beraterverträge mit Politikern abschließen und zum Teil selber direkt in Ausschüssen von verschiedensten Parteien ihre Interessen durchsetzen. Wenn Beeinflussung auf diesem Weg einmal nicht funktionieren sollte, dann können die Konzerne immer noch sagen: „Dann verlasse ich halt Deutschland und alle werden arbeitslos.!“ So läuft das halt, wenn der Reichtum wenigen gehört und diese frei darüber verfügen können. Das sind tiefgreifende Probleme, die große Veränderungen erfordern.
Obwohl die Ursachen für die Probleme in unserem System begründet liegen, welches nur langfristig abgeschafft werden kann, sollten wir nach diesem Streik nicht aufhören, uns für eine bessere Bildung und unsere Interessen allgemein einzusetzen. Unser Streik war ein guter Anfang, mit dem wir viel Aufmerksamkeit bekommen haben und gezeigt haben, dass die Politiker doch nervös werden, wenn viele Schüler gemeinsam aktiv werden. Wenn wir das nächste Mal noch mehr, noch besser organisiert und besser mit Eltern und Lehrern vernetzt sind, können wir vielleicht bei der Haushaltsverabschiedung im nächsten Jahr Erfolge erringen. Es ist nicht unmöglich. So schaffte es die LSV Hessen vor ein paar Jahren Lehrerstellenkürzungen zu verhindern und die bundesweite Bildungsstreikbewegung von 2009 – 2011 an einigen Orten Bildungsreformen zu verhindern bzw. abzuschaffen, die zu noch mehr Leistungsdruck geführt hätten.
Das Streik-Ende darf nicht das Ende unserer Aktivität bedeuten. Auch bis zum nächsten Streik heißt es: Lasst uns aktiv werden an unseren Schulen und in unseren SVen Aktionen für mehr Geld für Bildung und gegen zu viel Lernstress machen. Sodass das Thema auch bis zum nächsten Streik in der Öffentlichkeit präsent ist und nicht vergessen wird. Auch auf Schulebene kann man kleine Erfolge erzielen. So kann man als SV zum Beispiel die Hausaufgabenregelung in der Schulkonferenz ändern oder Regelungen zur Unterrichtsgestaltung treffen. Auch das verbessert die Situation von uns Schülern und bringt uns in Bewegung. Daneben lohnt es sich natürlich auch Projekttage und Aktionen gegen die miese Bildungspolitik der Stadt um kleinere Belange wie gegen marode Toiletten oder gegen zu hohe Kosten für Lehrmaterialien direkt an den Schulen zu starten.
Auch die SchülerInnen der SDAJ Kassel tauschen sich regelmäßig über die Aktivitäten an ihren Schulen aus und beschäftigen sich mit neuen bildungspolitische Entwicklungen. Auch zu einigen anderen Themen wie Rassismus, Krieg und Flucht sind wir aktiv.
Wenn ihr Interesse habt, mit uns aktiv zu werden, meldet euch unter: sdaj@roteserver.de
Liebe Grüße!
SDAJ Kassel
Wir fordern:
Mehr Geld in die Bildung, damit baufällige Schulgebäude renoviert und alle Bildungseinrichtungen mit dem neuesten und Fortschrittlichsten Lehrmaterial ausgestattet werden!
Weg mit dem gegliederten Schulsystem: Eine Schule für alle!
Maximal 20 SchülerInnen bei zwei LehrerInnen pro Klasse!
Mitbestimmung von SchülerInnen bei Bildungsinhalten und Methoden!
50% Stimmanteil für SchülerInnen auf allen bildungspolitischen Entscheidungsebenen!
Vielfältige Kulturelle und sportliche Freizeitangebote in Schulen!
Kostenlose Bildung für alle!
Abschaffung des Notensystems!
Recht auf Bildungsstreik!