Am Samstag, den 20.10., haben knapp 8000 Menschen in Frankfurt gegen die Zustände auf dem Wohnungsmarkt demonstriert. Wir, die Gruppen Frankfurt und Marburg/Gießen, waren auch dabei und dokumentieren für euch folgend einen Auszug aus unserem Flyer.

Im Jahr 2016 gab es 860.000 Menschen in Deutschland ohne Wohnung. Das ist seit 2014 ein Anstieg von 150 Prozent- Tendenz steigend. Die Prognose geht für das Jahr 2018 von 1,2 Millionen Wohnungslosen aus. Auch für die Jugend sieht die Lage nicht besser aus. Laut dem Deutschen Jugendinstitut gibt es derzeit 37.000 wohnungslose Jugendliche in Deutschland. Doch wie kommt es zu diesen erschreckenden Zahlen? Zum einen kann dafür die wachsende Armut in Deutschland verantwortlich gemacht werden und das fehlende Eingreifen der Regierung, Armut wirksam zu bekämpfen. Zusätzlich schrumpft der bundesweite Bestand an Sozialwohnungen seit 30 Jahren kontinuierlich. Öffentlicher Wohnraum wurde und wird an private Investoren verkauft. Damit hat die öffentliche Hand viele ihrer Reserven an bezahlbaren Wohnraum aus der Hand gegeben.

Diese Problematik bekommt man in ihrer ganzen Härte auch in Frankfurt zu spüren. Seit Jahren steigen die Mieten rasant an und sind für Menschen mit kleinem oder mittleren Einkommen nicht mehr bezahlbar. Gab es Anfang der 90er Jahre noch 70.000 Sozialwohnungen, also Wohnungen, deren Miete nur 5 bis 6,50 Euro betragen darf, sind es aktuell nur noch 26.190. Dabei steigt der Bedarf nach geförderten Wohnungen auch in Frankfurt weiter an. Für viele Menschen ist es nur noch möglich, weit außerhalb der Stadt zu wohnen und selbst da konkurrieren hunderte Bewerber um eine Wohnung.
Wird die Lage in Frankfurt schon für Menschen mittleren Einkommens immer schwerer, trifft es Auszubildende besonders hart. Nach Frankfurt zu ziehen, um eine Ausbildung anzufangen oder gar während der Ausbildung von zu Hause auszuziehen, ist für die meisten von ihrem Ausbildungsgehalt unmöglich.

Wir sagen laut und deutlich Nein! zu dieser Entwicklung und fordern bezahlbaren Wohnraum für alle.
Statt Luxuswohnungen muss bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden.
Öffentlicher Wohnraum darf nicht weiter privatisiert werden.
Zusätzlich Bedarf es an finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten für Azubis und Studenten, die an die Preise auf dem Wohnungsmarkt angepasst sind.
Versprechen auf Wahlplakaten reichen uns dafür jedoch nicht, denn die aktuelle Situation auf dem Wohnungsmarkt und der Sozialabbau wurden und wird von unserer Regierung maßgeblich mitverursacht.

Wir müssen selbst aktiv werden und gemeinsam für eine bessere Zukunft kämpfen!

 

Am 12.12 versammelteDSC_0014 sich in Kassel das linke Protestvolk zu einem Demonstrationszug durch die Stadt.
Es ging unter dem Motto „Wohnraum statt Leerstand“ gegen die aktuell betriebene Wohnungspolitik und für die Unterbringung von Flüchtlingen in Leerstehenden Immobilien.

 

Und es stimmt obwohl der Winter naht und obwohl Häuser leerstehen, müssen viele Flüchtlinge in Deutschland in notdürftigen Unterkünften, in Zelten ohne ausreichende Heizung wohnen.
Wer einen Platz in einer Containerunterkunft ergattert dem geht es selten besser. Abgelegen und schlecht sanitärisch versorgt werden Geflüchtete oft mit ihren Problemen alleine gelassen.
Die Mieten steigen und Sozialwohnungen werden immer knapper!

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Die Organisatoren der Demonstration waren verschiedene Organisationen und Parteien.

Die Forderungen der SDAJ decken sich mit den Forderungen der Demonstration.

  • ein Sofortprogramm zur Schaffung menschenwürdigen Wohnraums für Geflüchtete: Raus aus den Massenunterkünften!
  • gesetzliche Initiativen, die Zugang zu und Nutzung von Leerstand ermöglichen: Leerstand zu Wohnraum!
  • ein öffentliches Investitionsprogramm für bezahlbare und selbstbestimmte Wohnmöglichkeiten für alle: Sozialer Wohnungsbau statt Immobilienspekulation und Luxusapartments!
  • gleiche Rechte für alle statt Entrechtung und Abschiebungen: Nein zu Asylrechtsverschärfungen!

Zusätzlich fordern wir den Stopp der Rüstungsexporte und aller Auslandseinsätze der Bundeswehr, denn sie sorgen für den Andrang an Flüchtlingen und verursachen Leid und Elend!

Krieg dem Krieg! Refugees welcome!

Morgen um 15:00 Uhr am Römer:

Kundgebung gegen Wohnungsnot!

 

…denn:

Eine Wohnung in Frankfurt? Das ist Glückssache!

„Durchgangszimmer zum Bad zu vermieten. Schuhschrank bleibt drin“, „17 Quadratmeter für 450€ im Monat“ – keine ungewöhnlichen Angebote in Frankfurt. Der Preis pro Quadratmeter liegt mittlerweile im Schnitt bei 12€ im Monat plus Nebenkosten, wer sich keine eigene Einbauküche leisten kann, zahlt deutlich mehr. Frankfurt ist mittlerweile die zweitteuerste Stadt in Mietfragen – und das bekommen insbesondere Auszubildende, Studierende und junge Arbeiter und Arbeiterinnen zu spüren.

Mietendemo

Londoner Preise im Westend?!

97% der Wohnfläche in Frankfurt ist belegt, die Stadt ist fast voll. Die wenigsten Angebote kommen für junge Leute in Frage, denn mancherorts liegen die Preise pro Quadratmeter bei 40€, erreichen fast Londoner Niveau. Wer in eine WG ziehen möchte, muss sich auf lange Wartezeiten einstellen – zum Teil kommen mehrere hundert Bewerbungen auf eine Wohnung. Und wer sich eine eigene Wohnung suchen möchte – der hat schlechte Chancen. Ohne Bürgschaft und Kaution, manchmal sogar Einkommensnachweis der Eltern geht gar nichts, junge Leute sind nicht gerne gesehen.

Für junge Leute unbezahlbar!

Studierende, deren Eltern das Studium nicht mal eben finanzieren können, bekommen im Monat maximal 597€ BaföG. Das reicht sowieso schon kam um auszukommen, bei den Mietpreisen ist es nahezu unmöglich. Und nach dem Studium dürfen die Betroffenen dann erstmal ein paar Jahre Schulden abbezahlen.

Noch schlimmer trifft es Auszubildende: Häufig haben diese schon ab dem ersten Lehrjahr eine 40-Stunden-Woche. Für einen Minijob, wie in viele Studierende machen oder machen müssen, bleibt da keine Zeit mehr. Und von einer Vergütung zwischen 400 und 700€ zu leben? Bei den Preisen unzumutbar.

Vertreibung von Mietern für mehr Profit?

Wie kann es dazu kommen, dass in einer Stadt mit vielen Azubis, jungen Arbeitern und Arbeiterinnen und Azubis so wenig Wohnraum für junge Leute zur Verfügung steht?

Mit teuren Wohnungen kann man eben mehr Geld machen: Investorunternehmen kaufen Immobilien und Grundstücke auf, renovieren sie und bombadieren die Mieter und Mieterinnen solange mit Mietpreiserhöhungen, bis diese umziehen müssen. Dort, wo früher WGs und mehrere Familien wohnten, werden nach einer Kernsanierung teure Eigentumswohnungen profitbringend verkauft.

Insbesondere im Nordend und im Ostend wurde diese Entwicklung in den letzten Jahren vorangetrieben.

Wohnungsknappheit   ist kalkuliert!

Während es offensichtlich an bezahlbarem Wohnraum fehlt, steht 20% der Bürofläche in Frankfurt leer. Das sind 2,4 Millionen Quadratmeter – bei 30 Quadratmetern pro Person (und das ist für die meisten jungen Leute sehr viel!) sind das 80 000 neue Wohnungen. Der Platz ist da, der Wille fehlt. Denn mit Büroflächen und teuer verkauften Wohnungen lässt sich eben mehr Geld machen als mit Studierenden-WGs.

Aber: Bezahlbare Wohnungen sind unser Grundrecht! Und weil die Investoren auch weiterhin mehr Geld verdienen wollen und unseren Wohnraum damit zerstören, müssen wir selbst aktiv werden.

Wir fordern:

– Bezahlbaren Wohnraum für Alle – Wohnraum vergesellschaften!

– Büroflächen zu Wohnraum umfunktionieren!

– Schluss mit steigenden Mieten & Verdrängung!

– Zwangsräumungen stoppen!